Inhalt

Text gilt ab: 01.08.2019
Gesamtvorschrift gilt bis: 31.12.2022

Teil 2: Programmteil „EnergieSystemHaus“

11. Förderung

11.1

1Damit eine Förderung gewährt wird, muss das Wohngebäude zeitgleich als „KfW-Effizienzhaus“ gefördert werden (KfW-Programme 151 bzw. 430 „Energieeffizient Sanieren“ oder 153 „Energieeffizient Bauen“) oder förderfähig sein. 2Wird keine Förderung durch die KfW in Anspruch genommen, ist eine vom Sachverständigen (vgl. 6.2) über die entsprechende Plattform erstellte Bestätigung der Förderfähigkeit als Effizienzhaus einzureichen. 3Beim Neubau muss nach Abschluss der Maßnahme mindestens das Niveau eines KfW-Effizienzhauses 55 und nach Abschluss der Sanierung von bestehenden Wohngebäuden eines KfW-Effizienzhauses 115 erreicht werden. 4Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Antragstellung gültigen technischen Definitionen der KfW.

11.2

1Die Förderung setzt sich aus einem obligatorischen „TechnikBonus“ und einem optionalen „EnergieeffizienzBonus“ zusammen. 2Mit dem „TechnikBonus“ werden innovative Heiz-/Speicher-Systeme, überwiegend mit einer intelligenten Steuerung (Energiemanagementsystem), gefördert (vgl. Tabelle 1). 3Die Energieeffizienz des Gebäudes hat entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit dieses Heiz-/Speicher-Systems, daher bemisst sich der „EnergieeffizienzBonus“ am Niveau des spezifischen Heizwärmebedarfs qh (vgl. Tabelle 2).

11.3

„TechnikBonus“: Heiz-/Speicher-Systeme (obligatorisch)

11.3.1

1Um eine Förderung im Rahmen des „EnergieSystemHauses“ zu erhalten, muss eines der in Tabelle 1 aufgeführten Heiz-/Speicher-Systeme zum Einsatz kommen. 2Der „TechnikBonus“ wird nur für die Wahl eines der folgenden fünf möglichen Heiz-/Speicher-Systeme in der jeweiligen Variante gewährt (vgl. Merkblätter T1 bis T5, abrufbar unter www.EnergieBonus.Bayern):
Heiz-/Speicher-Systeme
TechnikBonus (Maximalbetrag)
je Wohngebäude
T1
Wärmepumpensysteme (vgl. Merkblatt T1)
mit Wärmespeicher und Energiemanagementsystem4
Strombetriebene Wärmepumpe mit Erdwärmekollektor, Erdwärmesonde, Grundwasser- oder Luftwärmepumpe (mit Sonderanforderungen)
2 000 €
Gasbetriebene Wärmepumpe
2 500 €
T2
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) (vgl. Merkblatt T2)
Eigenstromerzeugung mit KWK, Wärmespeicher und Energiemanagementsystem4
BHKW (auch Brennstoffzellentechnik) als Einzelanlage
3 000 €
BHKW als Gemeinschafts-BHKW
4 500 €
bei Gemeinschafts-BHKW: Hausanschluss
1 500 €
T3
Netzdienliche Photovoltaik  (vgl. Merkblatt T3)
Speichersystem mit Energiemanagementsystem4 zur Kappung von Erzeugungsspitzen bei PV-Hausanlagen
max. Netzeinspeisung 50 % mit Wärmespeicher
2 000 €
max. Netzeinspeisung 50 % mit elektrischem Speicher
1 000 €
max. Netzeinspeisung 30 % mit elektrischem Speicher und Wärmespeicher
3 000 €
T4
Solarwärmespeicherung  (vgl. Merkblatt T4)
Solarthermieanlage mit Wärmespeicher
Heizwasser-Pufferspeicher (ab 1 m³)
1 000 €
Heizwasser-Pufferspeicher (ab 2 m³)
1 500 €
Heizwasser-Pufferspeicher (ab 3 m³)
2 000 €
Heizwasser-Pufferspeicher (100 % solare Deckung des Heizwärmebedarfs)
9 000 €
T5
Holzheizung  (vgl. Merkblatt T5)
mit Wärmespeicher
Holzkessel mit Brennwerttechnik oder Partikelabscheider (Feinstaubfilter) in Verbindung mit Heizwasser-Pufferspeicher
1 500 €
Tabelle 1: förderfähige Heiz-/Speicher-Systeme für den „TechnikBonus“

11.3.2

1Der „TechnikBonus“ kann auch für die gemeinschaftliche Nutzung eines Heiz-/Speicher-Systems durch mehrere Ein- und/oder Zweifamilienhäuser gewährt werden („Gemeinschaftslösung“). 2Neben der in Tabelle 1 aufgeführten Gemeinschaftslösung zu T2 erfolgt die Förderung auch für Gemeinschaftslösungen zu den Technikvarianten T1, T4 und T5 (vgl. Tabelle 1).

11.3.3

1Um eine Förderung zu erhalten, müssen neben den Anforderungen der KfW die technischen Anforderungen aus dem jeweils einschlägigen Merkblatt T1 bis T5 (abrufbar unter www.EnergieBonus.Bayern) dieses Programms erfüllt sein. 2Dies gilt grundsätzlich auch für Gemeinschaftslösungen.

11.4

„EnergieeffizienzBonus“ (optional)
1In Ergänzung zum obligatorischen „TechnikBonus“ kann der „EnergieeffizienzBonus“ optional in Anspruch genommen werden. 2Der „EnergieeffizienzBonus“ wird gewährt, wenn das Wohngebäude zusätzlich zu dem geforderten KfW-Effizienzhaus-Niveau eines der folgenden spezifischen Heizwärmebedarf-Niveaus erreicht (vgl. Merkblatt E):
Energieeffizienz-Niveau – spezifischer Heizwärmebedarf q h (vgl. Merkblatt E)
EnergieeffizienzBonus
(Maximalbetrag)
1.
Sanierung eines bestehenden Gebäudes (Bauantrag vor 01.02.2002)
je Wohneinheit
8-Liter-Haus:
qh ≤ 80,0 kWh/m²a
3 000 €
5-Liter-Haus:
qh ≤ 50,0 kWh/m²a
6 000 €
3-Liter-Haus:
qh ≤ 30,0 kWh/m²a
9 000 €
2.
Energieeffizienter Neubau
je Wohngebäude
2-Liter-Haus:
qh ≤ 20,0 kWh/m²a (nach EnEV5)
qh ≤ 30,0 kWh/m²a (nach PHPP5)
3 000 €
1-Liter-Haus:
qh ≤ 10,0 kWh/m²a (nach EnEV)
qh ≤ 15,0 kWh/m²a (nach PHPP)
9 000 €
Tabelle 2: Energieeffizienz-Niveaus für den „EnergieeffizienzBonus“
3Der Heizwärmebedarf ist ein objektives Maß für den tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes und kann als Zwischenergebnis den ohnehin erforderlichen EnEV-Berechnungen zur Bestimmung des KfW-Effizienzhaus-Niveaus entnommen werden.

12. Fördervoraussetzungen

1Bei der geplanten Gesamtmaßnahme zum „EnergieSystemHaus“ muss ein Sachverständiger (Vgl. 6.2) eine energetische Fachplanung und Baubegleitung vornehmen (die Regelungen der KfW gelten hier entsprechend). 2Dieser muss mit seiner Unterschrift im Antrag auch die inhaltliche Richtigkeit der energetischen Planung bestätigen. 3Die Maßnahmen müssen den technischen Mindestanforderungen (vgl. Merkblätter T1 bis T5, abrufbar unter www.EnergieBonus.Bayern) entsprechen und sind durch Fachpersonal durchzuführen.

13. Art und Umfang der Förderung

13.1

Art der Förderung
1Die Förderung wird auf Antrag als Zuschuss im Rahmen einer Projektförderung als Festbetragsfinanzierung gewährt. 2Abweichend hiervon sind die Regelungen zu Gemeinschaftslösungen (vgl. Nr. 13.2.2).

13.2

Umfang der Förderung

13.2.1

1Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem gewählten Heiz-/Speicher-System und ggf. nach dem erreichten Niveau des spezifischen Heizwärmebedarfs. 2Der „TechnikBonus“ für das Heiz-/Speicher-System wird je Gebäude einmal gewährt. 3Dies gilt auch für Zweifamilienhäuser. 4Für den „TechnikBonus“ gelten alle Ausgaben als zuwendungsfähig, die für das jeweilige Heiz-/Speicher-System anfallen. 5Nicht zuwendungsfähig sind Eigenleistungen sowie Ausgaben, die für die Anschaffung oder Errichtung einer EEG-geförderten Anlage entstehen. 6Die angegebenen Förderbeträge (vgl. Tabelle 1) sind Maximalbeträge. 7Bei einer parallelen Förderung durch das „Marktanreizprogramm (MAP)“ des BAFA darf der „TechnikBonus“ den nach den Richtlinien des MAP möglichen Förderbetrag nicht überschreiten. 8Der optionale „EnergieeffizienzBonus“ für das Erreichen eines spezifischen Heizwärmebedarf-Niveaus wird bei Sanierung je Wohneinheit und bei Neubau je Wohngebäude gewährt. 9Die maximalen Förderbeträge je Wohneinheit bzw. je Wohngebäude können der Tabelle 2 entnommen werden. 10Die angegebenen Förderbeträge sind Maximalbeträge. 11Der „EnergieeffizienzBonus“ darf bei Sanierung maximal 10 % der förderfähigen Kosten der möglichen KfW-Förderung zum Effizienzhaus betragen. 12Maßgeblich für die Bemessung der Förderung ist der Zeitpunkt des bestätigten Eingangs des elektronischen Förderantrags.

13.2.2

1Bei Gemeinschaftslösungen zu T1, T2, T4 und T5 (vgl. Tabelle 1) beträgt der maximale Förderbetrag des „TechnikBonus“ für die gesamte Gemeinschaftslösung höchstens bis zu 80 % der Summe der maximal möglichen Förderbeträge für eine Einzellösung aus Tabelle 1. 2Die Höhe der Förderung je Antragsteller wird von der Bewilligungsstelle nach Einzelfallprüfung festgelegt. 3Bei einer parallelen Förderung durch das MAP des BAFA darf der „TechnikBonus“ je Wohngebäude den nach den Richtlinien des MAP möglichen Förderbetrag nicht überschreiten. 4Der optionale „EnergieeffizienzBonus“ wird bei Sanierung je Wohneinheit und bei Neubau je Wohngebäude gewährt, die maximalen Förderbeträge können der Tabelle 2 entnommen werden. 5Der „EnergieeffizienzBonus“ darf bei Sanierung maximal 10 % der förderfähigen Kosten der möglichen KfW-Förderung zum Effizienzhaus betragen.

4 [Amtl. Anm.:] Energiemanagementsystem: Flexible Betriebsweise und geeignete Schnittstellen (vgl. Merkblätter A, T1, T2, T3).
5 [Amtl. Anm.:] Erläuterung der Berechnungsverfahren nach EnEV (Energieeinsparverordnung) und PHPP (Passivhaus-Projektierungspaket) können dem Merkblatt A „Allgemeines“ entnommen werden.