Inhalt

Text gilt ab: 01.10.2021
Gesamtvorschrift gilt bis: 31.12.2022

1. Allgemeines zum Zuwendungsbereich

1.1 Zweck der Zuwendung

1Mit der Zuwendung soll der Einsatz von PQB in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderten (Groß-)Tagespflegestellen in Bayern ermöglicht werden. 2Die PQB haben die Aufgabe, Kindertageseinrichtungen oder (Groß-)Tagespflegestellen darin zu unterstützen und beratend zu begleiten, ihre pädagogische Qualität mit Fokus auf Interaktionsqualität auf der Basis des BayKiBiG und der Kinderbildungsverordnung (AVBayKiBiG), des Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans und der Bayerischen Bildungsleitlinien kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu sichern. 3Die Inanspruchnahme von PQB ist freiwillig, kostenfrei, zeitlich befristet und erfordert eine Antragstellung; eine wiederholte Inanspruchnahme ist möglich.

1.2 Gegenstand der Förderung

1Gefördert wird die Beschäftigung von PQB für den Einsatz in öffentlich geförderten Kindertageseinrichtungen oder öffentlich geförderten (Groß-)Tagespflegestellen in Bayern. 2PQB vernetzen die Kindertageseinrichtungen lokal untereinander und mit anderen Unterstützungssystemen und Akteuren des Sozialraums in der Region. 3Die Beratung von (Groß-)Tagespflegestellen und ihrer Zusammenschlüsse erfolgt unter Berücksichtigung bestehender regionaler und trägerspezifischer Netzwerke von zum Beispiel Fachberatung, Jugendamt oder Nachbarschaftshilfe.

1.3 Zuwendungsempfänger

1Zuwendungsempfänger im Rahmen der pädagogischen Qualitätsbegleitung in Kindertageseinrichtungen sind die Landkreise, kreisfreien Städte und Gemeinden, die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege sowie die freigemeinnützigen und sonstigen Träger von Kindertageseinrichtungen, die eine oder mehrere PQB ab dem 1. Januar 2020 (weiter-)beschäftigen bzw. mit diesem Tätigkeitsbereich betrauen. 2Zuwendungsberechtigt sind auch Träger von Frühförderstellen. 3Zuwendungsempfänger im Rahmen der pädagogischen Qualitätsbegleitung in (Groß-)Tagespflegestellen sind die Landkreise, kreisfreien Städte und Gemeinden.

1.4 Zuwendungsvoraussetzungen

1.4.1 Sachliche Voraussetzungen

1.4.1.1 

1Förderfähig sind nur PQB, die an einem zertifizierten Lehrgang zur modularen Eingangsqualifizierung durch das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) teilnehmen. 2Der Zeitraum zwischen der Teilnahme am ersten Lehrgangsmodul und der erstmaligen Einstellung als PQB darf zwei Monate nicht überschreiten. 3PQB, die bereits vor dem 1. Oktober 2021 rechtmäßig als PQB gefördert wurden, müssen für die Beratung in (Groß-)Tagespflegestellen an einer vom IFP durchgeführten Nachqualifizierung teilnehmen.

1.4.1.2 

1Im Bereich der Kindertageseinrichtungen stimmen sich die Anstellungsträger im Einsatzgebiet der jeweiligen PQB trägerübergreifend und unter Berücksichtigung der bereits vorhandenen Beratungsstrukturen vor Ort ab. 2Für den trägerübergreifenden Einsatz von PQB dürfen keine Gebühren erhoben werden. 3Bei der Beratung von Tagespflegepersonen können die PQB Zusammenschlüsse von bis zu vier Tagespflegepersonen bilden. 4Für den Einsatz von PQB in (Groß-)Tagespflegestellen dürfen keine Gebühren erhoben werden.

1.4.1.3 

Die Zuwendung setzt weiter voraus, dass die Anstellungsträger eine angemessene Arbeitsplatzausstattung einschließlich Sachmittel entsprechend den Empfehlungen des IFP vorhalten.

1.4.2 Persönliche und aufgabenbezogene Voraussetzungen

1.4.2.1 

Die Zuwendung darf nur bewilligt werden, wenn die nachfolgenden Anforderungen und Aufgaben durch die PQB erfüllt werden:
a)
Nachweis eines einschlägigen akademischen Abschlusses aus dem (sozial)pädagogischen Bereich,
b)
einschlägige, sich auf den jeweiligen unter Buchst. a oder f genannten akademischen Abschluss beziehende Berufserfahrung von mindestens drei Jahren insbesondere im Bereich Kindertageseinrichtungen,
c)
Bei gleichzeitigem Vorliegen sowohl eines einschlägigen akademischen Abschlusses aus dem (sozial)pädagogischen Bereich als auch eines Abschlusses als staatlich anerkannte Erzieherin oder staatlich anerkannter Erzieher wird die als Erzieherin oder Erzieher erworbene Berufserfahrung insbesondere im Bereich Kindertageseinrichtungen einschließlich der Zeit des Berufspraktikums anerkannt und muss zusammen mit der Berufserfahrung als (Sozial-)Pädagogin oder (Sozial-)Pädagoge insbesondere im Bereich der Kindertageseinrichtungen mindestens fünf Jahre betragen.
d)
Erfahrungen in den Bereichen Beratung, Coaching, Erwachsenenbildung oder Vergleichbarem insbesondere im Praxisfeld der Kindertageseinrichtungen,
e)
Deutschkenntnisse auf muttersprachlichem Niveau (bzw. auf dem Niveau C 2 des Europäischen Referenzrahmens).
f)
1Abweichend von Buchst. a können ausnahmsweise auch andere akademische Abschlüsse berücksichtigt werden oder es können staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher mit einschlägiger Berufs- und Leitungserfahrung (auch als stellvertretende Leitung) insbesondere im Bereich der Kindertageseinrichtungen von insgesamt mindestens zehn Jahren als PQB tätig sein. 2Es ist der Nachweis einschlägiger Zusatzqualifikationen und Tätigkeiten in den unter Buchst. d genannten Bereichen vorzulegen.
g)
Für die PQB, die bereits vor dem 1. Oktober 2021 rechtmäßig als PQB gefördert wurden, gelten die unter Buchst. a bis f genannten Voraussetzungen als erfüllt.

1.4.2.2 

Anforderungen und Tätigkeit entsprechen in ihrer Wertigkeit der Tätigkeit einer staatlich anerkannten Sozialpädagogin oder eines staatlich anerkannten Sozialpädagogen.

1.4.2.3 

1PQB in Kindertageseinrichtungen in Vollzeit sind in 20 bis 24 Kindertageseinrichtungen beratend tätig. 2Bei einem geringeren, jedoch mindestens 0,5 umfassenden Stellenanteil verringert sich die Zahl der Einrichtungen, für die die PQB zuständig ist, anteilig. 3Große Kindertageseinrichtungen haben in jedem Fall mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zählen dann als zwei Einrichtungen, wenn sie entweder in mehreren verschiedenen Häusern untergebracht sind oder verschiedene PQB-Prozesse in unterschiedlichen Teilteams durchlaufen.

1.4.2.4 

1PQB in (Groß-)Tagespflegestellen in Vollzeit haben 20 bis 24 Beratungsverhältnisse gleichzeitig einzugehen und mit diesen mindestens 20 bis 24 Gewichtungspunkte zu erreichen. 2Die Beratungsverhältnisse gewichten sich wie folgt:
a)
Die Einzelberatung einer Tagespflegeperson umfasst den Faktor 0,5.
b)
Die Beratung in Großtagespflegestellen umfasst den Faktor 1,0.
c)
Die Beratung eines Zusammenschlusses von zwei Tagespflegepersonen umfasst den Faktor 1,0.
d)
Die Beratung eines Zusammenschlusses von drei Tagespflegepersonen umfasst den Faktor 1,5.
e)
Die Beratung eines Zusammenschlusses von vier Tagespflegepersonen umfasst den Faktor 2,0.
3Bei einem geringeren, jedoch mindestens 0,5 umfassenden Stellenanteil verringert sich die Zahl der gleichzeitig einzugehenden Beratungsverhältnisse sowie der daraus zu erzielenden Gewichtungspunkte anteilig. 4Für PQB, die bereits vor dem 1. Oktober 2021 rechtmäßig als PQB gefördert wurden und ihr Stellenvolumen im Zuge der Beratung in (Groß-)Tagespflegestellen erhöhen möchten, liegt der mindestens zu umfassende Stellenanteil bei 0,25. 5Auch hier verringert sich die Zahl der Tagespflegepersonen und der Zusammenschlüsse, für die die PQB zuständig ist, anteilig.

1.4.2.5 

Die Beratungstätigkeit der PQB in den Kindertageseinrichtungen oder in den (Groß-)Tagespflegestellen, die auch Onlineformate und Videofeedback einschließt, beträgt im Jahresdurchschnitt mindestens 60 % der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit.

1.4.2.6 

1Der Beratungsumfang von PQB in Kindertageseinrichtungen richtet sich nach dem jeweiligen Unterstützungsbedarf der Einrichtung. 2Die Beratung durch PQB darf jedoch maximal für eine fortlaufende Beratungsdauer von 18 Monaten in Anspruch genommen werden. 3Zwischen zwei Beratungsprozessen muss ein zeitlicher Abstand von mindestens einem Jahr bestehen. 4Die Beratung durch PQB in (Groß-)Tagespflegestellen darf befristet bis einschließlich 31. Dezember 2022 für eine fortlaufende Beratungsdauer von mindestens drei und maximal sechs Monaten in Anspruch genommen werden. 5Die Beratungsdauer für Großtagespflegestellen oder von Zusammenschlüssen ab drei Tagespflegepersonen kann auf bis zu maximal neun Monate ausgeweitet werden.

1.4.2.7 

1Die PQB stellen gemeinsam mit ihrem Anstellungsträger die Umsetzung der vom IFP (weiter)entwickelten Konzeption der pädagogischen Qualitätsbegleitung sicher. 2Dabei ist der Einsatz des PQB-Qualitätskompasses verpflichtend. 3Für die PQB im Bereich der (Groß-)Tagespflegestellen gelten der PQB-Qualitätskompass, die adaptierte Fassung der PQB-Konzeption und die Einstiegshilfe für die Tagespflege.

1.4.2.8 

1Für die Beratungsprozesse von PQB in (Groß-)Tagespflegestellen gelten Fristen. 2Die Prozesse sind bis 31. Dezember 2022 abzuschließen.

1.4.2.9 

1PQB in Kindertageseinrichtungen beraten Team und Leitung gemeinsam. 2Sie begleiten die Prozesse in den Einrichtungen in Form von Teamberatung und Coaching sowie „Training-on-the-job“. 3Hierzu ist im Sachbericht Stellung zu nehmen. 4PQB in (Groß-)Tagespflegestellen beraten in einzelnen Großtagespflegestellen sowie einzeln tätige Tagespflegepersonen, wobei nach Möglichkeit Zusammenschlüsse von zwei bis vier Tagespflegepersonen gebildet werden können. 5Sie begleiten die Prozesse in (Groß-)Tagespflegestellen in Form von Einzelcoaching und Gruppenberatung sowie „Training-on-the-job“. 6Hierzu ist im Sachbericht Stellung zu nehmen.

1.4.2.10 

Die Teilnahme am jährlichen PQB-Landesnetzwerk-Treffen und an den vom IFP für PQB angebotenen Weiterqualifizierungen sowie am Monitoring des PQB-Unterstützungssystems ist für alle tätigen PQB verpflichtend.

1.4.2.11 

Eine Zuwendung ist ausgeschlossen, wenn PQB in Personalunion zeitanteilig (z.B. in Teilzeit) sowohl als PQB als auch als Fachberatung bzw. als Fachaufsicht eingesetzt werden.

1.4.3 Verteilung

1Die Verteilung der Stellen obliegt dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. 2Entscheidungskriterien im Bereich Kindertageseinrichtungen sind insbesondere der effektive, trägerübergreifende Einsatz der PQB, die trägerübergreifende Zusammenarbeit im jeweiligen regionalen Zuständigkeitsbereich der Jugendämter, sowie die Vernetzung mit den bestehenden Beratungsstrukturen vor Ort. 3Entscheidungskriterien hinsichtlich der aus den Bundesmitteln finanzierten Stellen und Stellenanteile für PQB in (Groß-)Tagespflegestellen sind insbesondere die Vernetzung mit bestehenden regionalen und trägerspezifischen Netzwerken sowie die effiziente Verteilung der Stellen.

1.5 Art und Umfang der Zuwendung

1Zuwendungsfähig sind Personal- und Sachausgaben. 2Auf Antrag werden im Rahmen einer Projektförderung bis zu 90 vom Hundert der zuwendungsfähigen Ausgaben gefördert. 3Die Zuwendung erfolgt als Festbetragsfinanzierung. 4Vom Zuwendungsempfänger sind Eigenmittel in Höhe von mindestens zehn vom Hundert der zuwendungsfähigen Ausgaben selbst zu erbringen. 5Der Förderhöchstbetrag beträgt jährlich bis zu 65 000 Euro je Vollzeitstelle. 6Der Betrag verringert sich anteilig bei Teilzeitstellen und wenn die Tätigkeit nicht ganzjährig verrichtet wird. 7Die Förderung erfolgt unter Berücksichtigung eines Einbehalts von zehn vom Hundert des voraussichtlichen Förderbetrags in vier vierteljährlichen Abschlagszahlungen zur jeweiligen Quartalsmitte (Mitte Februar, Mai, August und November) sowie einer Schlusszahlung nach Entscheidung der Bewilligungsbehörde über den Nachweis der Verwendung.

1.6 Mehrfachförderung

Eine Förderung nach dieser Richtlinie entfällt, soweit für den gleichen Zuwendungszweck andere Mittel des Freistaates Bayern, des Bundes oder der EU in Anspruch genommen werden.