Text gilt ab: 01.08.2008

4. Gutachten über ehemalige Adelsnamen

4.1 

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstraße 5, 80539 München, verwahrt Aktenbestände für Zwecke von Nachforschungen, bei denen adelsrechtliche Abstammungsfragen oder vormalige Adelsnamen eine Rolle spielen. Es handelt sich dabei insbesondere um Akten der im Jahr 1919 aufgelösten Dienststelle des Reichsherolds beim Bayerischen Staatsministerium des Kgl. Hauses und des Äußeren, also um amtliche Unterlagen, die auch die damalige Namensschreibweise offiziell festlegten. Wichtigste Gruppe dieses Bestandes ist die bayerische Adelsmatrikel, in die bis zum Jahre 1919 alle Adeligen eingetragen wurden, die sich unter das im Adels-Edikt von 1818 verankerte bayerische Adelsrecht stellen wollten. Auf Ersuchen der Gerichte und Staatsanwaltschaften erteilt das Bayerische Hauptstaatsarchiv Auskünfte über adelsrechtliche Abstammungsfragen und vormalige Adelsnamen.

4.2 

Das Deutsche Adelsarchiv, Schwanallee 21, 35037 Marburg, besitzt umfangreiches Urkundenmaterial über nahezu sämtliche ehemalige Adelsfamilien aller deutschen Landschaften und über ausländischen Adel. Es hat gebeten, vor der Entscheidung in Adoptions-, Namensänderungs- und Namensberichtigungsverfahren, in denen vormalige Adelsnamen eine Rolle spielen, gutachtlich gehört und von der ergehenden Entscheidung unterrichtet zu werden.

4.3 

Auch das Bayerische Adelsarchiv in der Vereinigung des Adels in Bayern e. V., Fachorganisation für adelsrechtliche Fragen, Prinzregentenstraße 75, 81675 München, ist bereit, auf Ersuchen der Gerichte und Staatsanwaltschaften Auskunft zu erteilen und Gutachten zu erstatten.