Inhalt

1. Vorbemerkung

1.1 

Die wirtschaftliche Situation der Familien mit Kindern erfordert im Vergleich zu früheren Zeiten zunehmend die Vermeidung von Verdienstausfällen. Berufstätigkeit und Familie miteinander in Einklang bringen zu können, ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Anliegen. Hinzu kommt, dass durch die vielfache Gewährung von Elternzeit und familienpolitischer Beurlaubung laufend gut qualifiziertes Personal verloren geht, das nicht zeitgerecht ersetzt werden kann. Dadurch werden die Arbeitsabläufe in vielen Bereichen der Justiz behindert. Berufstätige Mütter/Väter stehen oft vor der Entscheidung, sich beurlauben zu lassen, um ihre Kinder betreuen zu können; sie würden aber gerne weiter tätig sein, wenn dies - wenigstens teilweise - von zu Hause aus möglich wäre; Entsprechendes gilt für Bedienstete, die nahe Angehörige pflegen.

1.2 

Mit der Verbesserung der Kommunikationswege und der technischen Ausstattung der Justiz im Rahmen des Projekts bajTECH eröffnen sich aktuell neuartige Möglichkeiten der Arbeitsplatzgestaltung, durch welche die Interessen sowohl des Dienstherrn als auch der Beschäftigten in Einklang gebracht werden können. Für Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit einem häuslichen Telearbeitsplatz muss nicht zwingend ein eigener, individueller Arbeitsplatz in der Dienststelle vorgehalten werden. Berücksichtigt man darüber hinaus die beträchtlichen Ausbildungskosten, deren Verlust durch die (teilweise) Ermöglichung der häuslichen Arbeit an Stelle einer Beurlaubung vermieden wird, lassen sich Wohnraum- und/oder Telearbeitsplätze durchaus wirtschaftlich einrichten.

1.3 

Der Hauptpersonalrat bei dem Bayerischen Staatsministerium der Justiz begrüßt daher wie bisher die Einrichtung von Wohnraum- und/oder Telearbeitsplätzen bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften im Geschäftsbereich des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz als Maßnahme zur Förderung der Familienfreundlichkeit der Arbeitsbedingungen im Sinne des Art. 76 Abs. 1 Satz 1 Nr. 10 BayPVG.