Inhalt

2. Dienstaufgaben im Allgemeinen

Dem TFZ obliegt die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion, Verarbeitung und Nutzung Nachwachsender Rohstoffe durch anwendungsorientierte Forschung, Versuche, Untersuchungen, Information sowie Aus- und Fortbildung.
Die Tätigkeit erstreckt sich insbesondere auf
die Weiterentwicklung der Produktionstechnik und der züchterischen Bearbeitung neuer Rohstoffpflanzen zur energetischen und stofflichen Nutzung im Nicht-Nahrungsbereich,
die Anlage und Auswertung von Exaktversuchen sowie die Durchführung von Modellvorhaben,
die Weiterentwicklung und Erprobung von Technologien und Verfahren zur Bereitstellung und Nutzung Nachwachsender Energieträger und Rohstoffe vor allem im ländlichen Raum,
die Fachberatung von Landwirtschaft, Unternehmen, Politik und Administration,
die Demonstration, Ausstellung und Schulung sowie
die Bewilligung von Fördermaßnahmen für die energetische und stoffliche Nutzung von Biomasse.

2.1 Anwendungsorientierte Forschung, Versuche und Untersuchungen

Das TFZ betreibt anwendungsorientierte Forschung als Grundlage für die verstärkte Nutzung von Technologien und Verfahren im Bereich Nachwachsender Rohstoffe, die Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen, die Landwirtschaftsberatung, die Information und die Aus- und Fortbildung sowie als Entscheidungshilfe für das Staatsministerium. Die Forschungsvorhaben, Versuche und Untersuchungen sind nach wissenschaftlichen Methoden durchzuführen, auszuwerten und zu dokumentieren.
Die Aufgaben sollen – soweit sachdienlich – in Zusammenarbeit mit Hochschulinstituten, Forschungsanstalten, privaten wissenschaftlichen Einrichtungen sowie mit anerkannten Fachorganisationen des In- und Auslandes wahrgenommen werden.
Das TFZ kann einzelne Ämter für Landwirtschaft und Forsten (Bereich Landwirtschaft) in zumutbarem Umfang und mit deren Einverständnis zur Mithilfe bei der Durchführung von praktischen Versuchen in Betrieben heranziehen.

2.2 Information

Das TFZ informiert im Rahmen seiner Aufgaben die Behörden im Geschäftsbereich, die landwirtschaftliche Praxis, die mit der Erzeugung und Nutzung Nachwachsender Rohstoffe befassten Wirtschaftskreise und die Öffentlichkeit. Ziel ist die Vermittlung gesicherter Erkenntnisse aus anwendungsorientierter Forschung sowie aus Versuchen und Untersuchungen. Die Einrichtungen der Tages- und Fachpresse, des Fernsehens, des Hörfunks und der sonstigen Medien des Informations- und Kommunikationsbereichs sind dafür zu nutzen.

2.3 Aus- und Fortbildung

Das TFZ ist nach den Richtlinien des Staatsministeriums an der Aus- und Fortbildung von Beamtenanwärtern und anderen Fachkräften beteiligt. Mit der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten arbeitet es eng zusammen und sorgt für die Fortbildung der eigenen Beschäftigten.

2.4 Zusammenarbeit im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe

Das TFZ arbeitet mit dem wissenschaftlichen Zentrum und C.A.R.M.E.N. e.V. eng und vertrauensvoll zusammen. Ergebnisse der grundlagen- und anwendungsorientierten Arbeiten sind auszutauschen; künftige Forschungs- und Erprobungsprogramme sind abzustimmen. Das TFZ betreut zusammen mit C.A.R.M.E.N. e.V. das Schulungs- und Ausstellungszentrum, das dem Know-how- und Technologietransfer dient.

2.5 Zusammenarbeit mit Behörden und sonstigen staatlichen Einrichtungen

Mit den Behörden innerhalb und außerhalb des Geschäftsbereichs arbeitet das TFZ eng und vertrauensvoll zusammen.
In der anwendungsorientierten Forschung sowie bei der Versuchs- und Untersuchungstätigkeit ist eine enge Zusammenarbeit mit den Landesanstalten des Geschäftsbereichs insbesondere der Landesanstalt für Landwirtschaft und der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft sicherzustellen und mit vergleichbaren Einrichtungen anzustreben. Zu diesem Zweck hat das TFZ seine Tätigkeit regelmäßig mit den Landesanstalten abzustimmen.

2.6 Zusammenarbeit mit sonstigen Institutionen

Das TFZ arbeitet mit wissenschaftlichen und fachlichen Einrichtungen zusammen, deren Arbeitsinhalte mit denen des TFZ Berührung haben. Diese Zusammenarbeit darf sich nicht auf Kassen- und Geldgeschäfte erstrecken.

2.7 Zusammenarbeit mit Verbänden, Organisationen und Unternehmen der Wirtschaft

Das TFZ hat die Zusammenarbeit mit Verbänden, Organisationen und Unternehmen der Wirtschaft nach seinen Dienstaufgaben auszurichten. Es hat dabei Unparteilichkeit und Wettbewerbsneutralität zu wahren.

2.8 Gutachten

2.8.1 Gutachten des TFZ

Das TFZ darf Gutachten nur innerhalb seines Aufgabenbereiches erstellen.
Gegenüber Privaten werden – ausgenommen bei Anlagenprüfungen – grundsätzlich keine Gutachten erstattet. In begründeten Fällen kann das Staatsministerium Ausnahmen zulassen.
Bei Anforderungen von Gutachten durch Behörden, Gerichte, andere Stellen und Personen hat der Leiter zu entscheiden, ob es sich bei der Erstellung von Gutachten um eine Dienstaufgabe des TFZ handelt oder ob auf öffentlich bestellte und beeidigte Sachverständige verwiesen werden kann.
Vor der Erstellung von Gutachten gegenüber ausländischen Behörden und Gerichten ist die Entscheidung des Staatsministeriums einzuholen.
Der Leiter entscheidet ferner bei Anträgen auf Erstellung von Gutachten, die den Beschäftigten über Privatanschrift oder persönlich über das TFZ zugeleitet werden, ob es sich um Angelegenheiten handelt, die das TFZ als Dienstaufgabe wahrzunehmen hat oder ob im Einzelfall die Erstellung des Gutachtens als Nebentätigkeit nach Maßgabe der Art. 73 ff. BayBG bzw. des § 3 Abs. 4 TV-L in Betracht kommt.

2.8.2 Entschädigung für Gutachten des TFZ

Bei der Entschädigung für Gutachten des TFZ sind Abschnitt 3 des Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetzes (JVEG) sowie die Verordnung über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen in Verwaltungssachen – ZuSEVO – (BayRS 2013-3-1-F) in der jeweils geltenden Fassung zu beachten.