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BayAPOFspl
Text gilt seit: 01.05.2019
Fassung: 08.02.1999
§ 19
Anerkennung ausländischer Befähigungsnachweise
(1) 1Wer in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem nach europäischen Recht gleichgestellten Drittstaat eine Qualifikation als Fachsportlehrer im freien Beruf in einer Ausbildungsrichtung erworben hat, für die eine Verordnung zur Berufsausübung erlassen ist, bedarf zur Aufnahme und nicht nur vorübergehenden oder gelegentlichen Ausübung der entsprechenden beruflichen Tätigkeit in Bayern der Anerkennung seiner Berufsqualifikation. 2Ob eine berufliche Tätigkeit von Dauer oder regelmäßiger Wiederholung angestrebt wird, beurteilt die Technische Universität München auf der Grundlage von Art. 5 Abs. 2 der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl L 255 S. 22, 2007 ABl L 271 S. 18, 2008 ABl L 93 S. 28, 2009 ABl L 33 S. 49) in der jeweils geltenden Fassung.
(2) 1Die Technische Universität München entscheidet über die Anerkennung nach Abs. 1. 2Sie ist darüber hinaus zuständige Behörde nach Art. 8 der Richtlinie 2005/36/EG.
(3) 1Die Anerkennung ist auszusprechen, wenn
1.
die Berufsqualifikation in den Anerkennungsbereich der Richtlinie 2005/36/EG fällt,
2.
die Qualifikation im Herkunftsmitgliedstaat zur Ausübung des Berufs eines Fachsportlehrers der betreffenden Ausbildungsrichtungen berechtigt,
3.
ausreichende deutsche Sprachkenntnisse nachgewiesen sind und
4.
eine Ausgleichsmaßnahme nach Feststellung der Prüfungsbehörde nicht erforderlich ist oder erfolgreich absolviert wurde.
2Mit dem schriftlichen Antrag auf Feststellung der Anerkennung sind folgende Unterlagen vorzulegen:
1.
Gültiger Reisepass oder Personalausweis in beglaubigter Kopie,
2.
Nachweis der Staatsangehörigkeit,
3.
Zeugnisse über die Berufsqualifikation als Fachsportlehrer in beglaubigter Kopie,
4.
Lebenslauf (mit tabellarischer Darstellung des Ausbildungsgangs),
5.
Nachweis der beruflichen Erfahrungen,
6.
Erklärung darüber, für welche Ausbildungsrichtung die Anerkennung beantragt wird.
3Über die Vorlage weiterer Unterlagen entscheidet die Technische Universität München.
(4) Bewerber, die eine andere als die deutsche Muttersprache haben oder bei denen Zweifel an ausreichenden deutschen Sprachkenntnissen bestehen, haben den Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse durch die Vorlage des „Goethe-Zertifikats B2“ eines Goethe-Instituts zu erbringen.
(5) 1Eine Ausgleichsmaßnahme ist nur erforderlich, wenn und soweit die zur Anerkennung beantragte Berufsqualifikation auch unter Berücksichtigung der nachgewiesenen Berufserfahrung nicht den in dieser Verordnung vorgeschriebenen Anforderungen hinsichtlich Voraussetzungen, Ausbildung und Prüfungen entspricht. 2Die Technische Universität München soll binnen eines Monats nach vollständiger Antragstellung gegenüber dem Antragsteller schriftlich feststellen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang eine Ausgleichsmaßnahme in Form einer Eignungsprüfung oder eines Anpassungslehrgangs erforderlich ist. 3Für die Ausgleichsmaßnahme vorzusehende Sachgebiete und Einzelprüfungen werden auf der Grundlage dieser Verordnung festgelegt. 4Der Antragsteller kann zwischen Eignungsprüfung und Anpassungslehrgang wählen.
(6) 1Im Rahmen der Eignungsprüfung muss der Bewerber die wesentlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse für die Ausübung der zur Anerkennung beantragten Berufsqualifikation nachweisen. 2Die Eignungsprüfung wird von der Technischen Universität München grundsätzlich in Verbindung mit den entsprechenden Fachsportlehrerprüfungen in Bayern durchgeführt und kann zweimal wiederholt werden.
(7) Für die Durchführung der Eignungsprüfung wird von der Technischen Universität München entsprechend dem Aufwand eine Gebühr für Schneesportlehrer zwischen 100 € und 380 €, für Berg- und Skiführer zwischen 100 € und 1 700 € festgesetzt.
(8) 1Im Anpassungslehrgang nimmt der Antragsteller an einer Zusatzausbildung unter Aufsicht und Verantwortung eines nach den Bestimmungen dieser Verordnung ausgebildeten Staatlich geprüften Schneesportlehrers oder Staatlich geprüften Berg- und Skiführers teil. 2Der Anpassungslehrgang wird mit einer Bewertung abgeschlossen. 3Die Technische Universität München bestimmt Umfang, Inhalte und Bewertung des Anpassungslehrgangs, die Rechtsstellung des Lehrgangsteilnehmers sowie die Schneesportschule oder die Bergsteigerschule, an der der Anpassungslehrgang durchzuführen ist.