Inhalt

5 Prüfung der Rechts- und Fachkenntnisse

5.1 Prüfungsgegenstand

Die Prüfung bei der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege umfasst
Aufgaben und Befugnisse der Naturschutzwacht (Nummern 2 und 3),
Rechtsvorschriften, die dem Naturschutz, der Landschaftspflege und der Erholung in der freien Natur dienen (Naturschutzrecht sowie einschlägige Rechtsvorschriften des Jagd- und Fischereirechts), einschließlich der einschlägigen Vorschriften des Umweltstraf- und des Ordnungswidrigkeitenrechts (Nr. 2.1.1),
fachliche Grundkenntnisse des Naturschutzes und der Landschaftspflege, insbesondere über
Erfassung und Bewertung schützenswerter Lebensräume und ihre ökologische Bedeutung,
Sicherung, Pflege und Neuschaffung von Lebensräumen für heimische Tier- und Pflanzenarten,
Vorkommen und Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihrer Artenvielfalt,
Biologie und Ökologie von Tieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume,
Kenntnisse über Förderprogramme im Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege,
Kenntnisse über die schützenswerten Lebensräume im Landkreis,
Kenntnisse über Kartierungen und relevante Fachplanungen und -programme des Naturschutzes,
pädagogische und psychologische Grundkenntnisse, wie die Belange des Naturschutzes im Einsatz vermittelt werden können,
Grundbegriffe aus Ökologie, Naturschutz und Landschaftspflege,
Organisation und Zuständigkeit der Naturschutzbehörden, Zusammenarbeit mit anderen Behörden (insbesondere Amtshilfe durch die Polizei),
Tätigkeitsbereiche einschlägiger Verbände.

5.2 Verfahren

5.2.1 

Die Prüfung wird auf Antrag der unteren Naturschutzbehörde durchgeführt.

5.2.2 

Die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege teilt den unteren Naturschutzbehörden den Prüfungstermin mindestens vier Wochen vorher mit.

5.2.3 

Zur Prüfung darf nur zugelassen werden, wer an der erforderlichen Ausbildung der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege teilgenommen hat.
Voraussetzung für die Zulassung zu den Ausbildungslehrgängen an der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege sowie zur Prüfung sind:
eine Bestätigung des Landratsamtes beziehungsweise der Kreisverwaltungsbehörde, dass die Bewerberin oder der Bewerber im Anschluss an die Prüfung in die Naturschutzwacht des betreffenden Landkreises übernommen werden soll;
der Nachweis, dass sich die Bewerberin oder der Bewerber in mindestens drei Streifengängen zusammen mit einem bereits bestellten Naturschutzwächter einen Eindruck von der Tätigkeit der Naturschutzwacht verschafft hat.

5.2.4 

Die Prüfungskommission wird von der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege bestellt. Sie besteht aus einem juristisch und einem fachlich ausgebildeten Bediensteten.
Die Sachgebiete 820 der Regierungen von Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz stellen der Akademie auf Anfrage turnusmäßig eine Juristin beziehungsweise einen Juristen für die Abnahme der Prüfung im Rahmen ihrer Dienstaufgaben zur Verfügung.
Die Prüfung besteht aus einem Prüfungsgespräch, in dem festgestellt wird, ob die einzelnen Prüfungsteilnehmer nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten in der Lage sind, ihre Aufgabe mit den ihnen zustehenden Befugnissen ordnungsgemäß wahrzunehmen.Mehr als vier Prüfungsteilnehmer sollen nicht gemeinsam geprüft werden. Für die Prüfungsteilnehmer ist jeweils eine Gesamtprüfungsdauer von etwa 30 Minuten vorzusehen.
Das Prüfungsergebnis ist aktenkundig zu machen und den Prüfungsteilnehmern im Anschluss an die Prüfung mitzuteilen. Die untere Naturschutzbehörde wird entsprechend unterrichtet.