Inhalt

4 Bildung einer Naturschutzwacht

4.1 Eignung

Die Bestellung zum Angehörigen der Naturschutzwacht setzt voraus, dass die Bewerberin oder der Bewerber
volljährig ist,
Deutsche oder Deutscher im Sinne von Art. 116 GG ist,
gesundheitlich den Anforderungen des Aussendienstes gewachsen ist,
neben ihrer oder seiner sonstigen beruflichen Beanspruchung in der Lage ist, im erforderlichen Umfang Einsätze durchzuführen,
zuverlässig ist,
ausreichende Kenntnisse der über den Schutz der Natur, die Pflege der Landschaft und die Erholung in der freien Natur erlassenen Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie fachliche Grundkenntnisse auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege durch eine erfolgreich abgelegte Prüfung bei der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege nachweist,
durch sein/ihr persönliches Auftreten glaubhaft macht, dass er/sie befähigt ist, den Bürgern Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu vermitteln und so dem aufklärenden und vorbeugenden Auftrag der Naturschutzwacht nachzukommen.
Die Angehörigen der Naturschutzwacht sollen ihren Wohnsitz im Gebiet der sie einsetzenden Naturschutzbehörde haben und mit den örtlichen Verhältnissen gut vertraut sein.

4.2 Einsatzgebiet und Zahl

4.2.1 

Die Bestellung soll nur für das Gebiet einer Naturschutzbehörde erfolgen (Art. 43 Abs. 1 Satz 2 BayNatSchG). Die Möglichkeit der Amtshilfe bleibt unberührt.

4.2.2 

Die Zahl der zu berufenden Angehörigen der Naturschutzwacht richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten, insbesondere nach der Schutzwürdigkeit des jeweiligen Gebietes und nach dem Grad der Belastungen von Natur und Landschaft. Auch Anzahl und Größe der geschützten Gebiete können von Bedeutung sein. Die Häufigkeit des Einsatzes der Naturschutzwacht richtet sich ebenfalls nach diesen Gesichtspunkten.

4.3 Beteiligung des Naturschutzbeirats

Mit der erstmaligen Einrichtung der Naturschutzwacht soll der Naturschutzbeirat befasst werden.

4.4 Bestellung der Angehörigen der Naturschutzwacht

4.4.1 

Zuständig für die Bestellung der Angehörigen der Naturschutzwacht ist die untere Naturschutzbehörde (§ 4 der Verordnung).

4.4.2 

Die Öffentlichkeit soll auf die Möglichkeit einer Beteiligung an der Naturschutzwacht hingewiesen werden (z.B. durch Information der örtlichen Presse).

4.4.3 

In der Naturschutzwacht sollen Personen mit entsprechenden Vorkenntnissen (vgl. Nr. 4.1), z.B. Mitglieder von Verbänden, die sich satzungsgemäß mit Aufgaben des Naturschutzes befassen, eingesetzt werden. Hierbei empfiehlt sich vor allem eine besondere Berücksichtigung der nach Art. 42 BayNatSchG, § 29 BNatSchG anerkannten Verbände.

4.4.4 

Nach § 5 Satz 2 der Verordnung ist ein schriftlicher Antrag der Bewerberin oder des Bewerbers notwendig, dem folgende Unterlagen beizufügen sind:
Führungszeugnis nach den Bestimmungen des Bundeszentralregistergesetzes, das nicht älter als 3 Monate sein soll,
Staatsangehörigkeitsnachweis,
Erklärung über die gesundheitliche Eignung für den Aussendienst,
Angaben über vorhandene Rechts- und Fachkenntnisse im Bereich des Naturschutzes und der Landschaftspflege.

4.4.5 

Die Naturschutzbehörde verschafft sich vor Beginn der Ausbildung einen persönlichen Eindruck von der Bewerberin oder dem Bewerber.

4.5 Zeitdauer der Bestellung

Die Bestellung erfolgt jederzeit widerruflich; sie kann befristet werden. Bei der Verlängerung der Bestellung sollte der Nachweis einer ausreichenden Fortbildung Berücksichtigung finden.

4.6 Bestellungsurkunde

Die Bestellung erfolgt durch Aushändigung einer Urkunde (§ 5 Satz 2 der Verordnung). Die Urkunde enthält:
Die Bezeichnung der ausstellenden Behörde,
den Namen der Bewerberin beziehungsweise des Bewerbers,
die Bestellung zum Angehörigen der Naturschutzwacht,
die rechtlichen Grundlagen für die Bestellung (Art. 43 BayNatSchG, § 5 der Verordnung),
einen Hinweis auf die Möglichkeit des Widerrufs und gegebenenfalls die Dauer der Amtszeit.
Mit der Urkunde werden den Angehörigen der Naturschutzwacht der Dienstausweis und das Dienstabzeichen ausgehändigt.

4.7 Verschwiegenheitspflicht

Gleichzeitig mit der Urkundenaushändigung sind die Angehörigen der Naturschutzwacht nach den Vorschriften des Verpflichtungsgesetzes auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Obliegenheiten zu verpflichten (§ 7 Abs. 3 der Verordnung). Dabei sind sie über den Umfang ihrer Verschwiegenheitspflicht als Angehörige einer Behörde zu unterrichten sowie auf die Tatsache hinzuweisen, dass die Verpflichtung auch nach Beendigung der Tätigkeit in der Naturschutzwacht fortbesteht.