Inhalt

Text gilt seit: 01.01.2016
gesamte Vorschrift gilt bis: 31.12.2019

5. Bewertungsrahmen

1Als Bewertungsrahmen sind fünf Teilaspekte, unter denen der dörfliche Lebensraum betrachtet wird, festgelegt. 2Es soll deutlich werden, welche Ziele sich die Bevölkerung für ihr Dorf gesetzt hat und was getan wurde, um diese Ziele zu erreichen. 3Besonderer Wert wird dabei auf die Ausgangslage und die in Eigenleistung erbrachten Maßnahmen der Gemeinschaft gelegt. 4Zur inhaltlichen Abgrenzung der unterschiedlichen Bewertungsbereiche können nachfolgende Beispiele herangezogen werden.

5.1 Entwicklungskonzepte – wirtschaftliche Initiativen (Höchstpunktzahl 20)

1Im Mittelpunkt stehen Anstrengungen und Initiativen, die die Ausgangslage des Dorfes nachhaltig verbessern. 2Dazu ist es notwendig, sich beispielsweise mit nachfolgenden Punkten zu befassen:
Bevölkerungsstruktur und Bevölkerungsentwicklung
Funktionen des Dorfes (Wohnort, Fremdenverkehr, Landwirtschaft, Handwerk etc.)
Arbeitsplätze und Erwerbspotentiale am Ort und in der Region
Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schule, Volkshochschule etc.)
Infrastruktur vor Ort (Verwaltungseinrichtungen, Nahversorgung, Trink- und Abwassersysteme, Energieversorgung, Telekommunikation, Verkehrseinrichtungen etc.)
dörfliche Kooperation und überörtliche Zusammenarbeit
Dorfleitbild, Stand der Planungen: Landschaftsplan etc.

5.2 Soziale und kulturelle Aktivitäten (Höchstpunktzahl 20)

Hier geht es vorrangig um bürgerschaftliches Engagement in Form von Ideen, Konzepten und Aktionen, die sich auf folgende Bereiche positiv auswirken:
Pflege von Dorftradition und Brauchtum
Vereinsleben
kirchliches Leben
Jugend- und Seniorenarbeit
Integration aller Bürger
Kultur- und Freizeitangebot

5.3 Baugestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 20)

1Hauptaugenmerk wird bei diesem Punkt auf die Wirkung öffentlicher und privater Baumaßnahmen im Verhältnis zur dörflichen Situation und Entwicklung gelegt. 2Dazu zählen beispielsweise:
bedarfsgerechte Gestaltung und Pflege öffentlicher Straßen und Plätze
Zustand, Nutzung und Entwicklung ortsprägender Bauwerke, öffentlicher Gebäude und Anlagen sowie privater Liegenschaften
Umgang mit historischer, denkmalgeschützter Bausubstanz
Nutzung, Gestaltung und Entwicklung des Ortskerns, auch unter Berücksichtigung von Neubaumaßnahmen
Integration von Neubaugebieten für Wohnen und Gewerbe und deren Anbindung an den Altort
effizienter Umgang mit vorhandener Siedlungsfläche
Verwendung ressourcenschonender Baumaterialien und Bautechniken
Nutzung regenerativer Energien

5.4 Grüngestaltung und -entwicklung (Höchstpunktzahl 20)

1Dieser Punkt bildet ein wesentliches Kriterium im Wettbewerb. 2Deshalb steht die Erlebniswirksamkeit des Dorfgrüns als Bestandteil öffentlicher und privater Freiflächen und Gärten im Mittelpunkt. 3In der Bewertung werden vor allem die Ausführungsqualität sowie der Pflegezustand der Grünanlagen berücksichtigt. 4Wichtige Aspekte sind hierbei beispielsweise:
Gestaltung, Ausstattung und Pflege von öffentlichen Plätzen, Straßenbegleitgrün, Schulumfeld mit Schulgärten, Kindergärten und Friedhöfen
Gestaltung und Pflege privater Gärten und Hofräume nach ortstypischen Gesichtspunkten
standortgerechte Pflanzenverwendung
Umsetzung von Flächenentsiegelung und Regenwassermanagement
Schaffung und Erhalt naturnaher Lebensräume für Flora und Fauna
Fassadenbegrünung und Blumenschmuck
Umgang mit Einfriedungen wie Zäunen und Hecken
nutzerorientierte Möblierung des öffentlichen und privaten Freiraums
Gestaltung, Unterhalt und Entwicklung örtlicher Fließ- und Stillgewässer

5.5 Dorf in der Landschaft (Höchstpunktzahl 20)

1Im Mittelpunkt steht die Umsetzung landespflegerischer Maßnahmen zur Einbindung der Siedlungsbereiche in die Landschaft. 2Dabei geht es um die Erhaltung und Entwicklung schützenswerter Landschaftsbestandteile. 3Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei folgende Aspekte:
Gestaltung des Ortsrandes
Einbindung und Gestaltung von baulichen Anlagen sowie Einrichtungen für Freizeit und Erholung im Außenbereich
schonender Umgang mit vorhandenem Landschaftspotential, insbesondere den natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft
Schaffung und Erhalt von Lebensräumen für seltene Tier- und Pflanzenarten
Integration traditioneller und moderner Landnutzungsformen in der Land- und Forstwirtschaft (ökologische Ausgleichsflächen, Anbau nachwachsender Rohstoffe, Anlagen zur Energiegewinnung etc.)
Erhaltung von kulturhistorischen Stätten, Boden- und Flurdenkmalen
Einrichtung umweltbildender Maßnahmen