Inhalt

14. Fischerprüfung

14.1 Notwendigkeit der Fischerprüfung, Prüfungsbehörde

14.1.1 
Wer das 18. Lebensjahr vollendet und seine Hauptwohnung in Deutschland hat, kann ungeachtet der Staatsangehörigkeit nur den Fischereischein auf Lebenszeit erhalten. Die Sonderregelung für Mitglieder der US-Streitkräfte (Nr. 13.2.1 Abs. 2) bleibt unberührt. Den Fischereischein auf Lebenszeit erhält in aller Regel (Ausnahmen: Nr. 14.3) nur, wer nachweislich die staatliche Fischerprüfung oder eine gleichgestellte Prüfung bestanden hat.
14.1.2 
Prüfungsbehörde ist nach § 3 Abs. 2 Satz 3 AVFiG die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Die Aufgaben werden wahrgenommen durch das Institut für Fischerei, Weilheimer Straße 8, 82319 Starnberg. Informationen zur Fischerprüfung können online unter www.fischerpruefung.bayern.de abgerufen werden.

14.2 Gleichgestellte Prüfungen

14.2.1 
Der staatlichen Fischerprüfung sind nach § 2 Abs. 2 Satz 1 AVFiG für die Erteilung des Fischereischeins folgende außerbayerische Fischerprüfungen gleichgestellt:
Baden-Württemberg (Prüfungsbehörden: Landratsämter und Stadtkreise als Untere Verwaltungsbehörden),
Berlin (ab 30. April 1995 vor einem anerkannten fischereilichen Landesverband bestanden),
Brandenburg (ab 5. August 1994 vor dem Prüfungsausschuss beim Landkreis beziehungsweise der kreisfreien Stadt bestanden),
Bremen (ab 16. Januar 1992 vor dem Landesfischereiverband Bremen e. V. bestanden),
Hamburg (ab 1. Juni 1986 vor dem Angelsportverein Hamburg e. V. bestanden),
Hessen (Prüfungsbehörden: Landräte und Magistrate der kreisfreien Städte),
Mecklenburg-Vorpommern (Prüfungsbehörden: Landesamt für Fischerei sowie Ämter für Landwirtschaft Schwerin und Neubrandenburg; ab 12. Juni 1994 die Behörden der Landkreise der kreisfreien Städte),
Niedersachsen (ab 30. März 1978 vor dem Landessportfischerverband Niedersachsen e. V. im Verband Deutscher Sportfischer e. V. oder vor dem Sportfischer-Verband im Landesfischereiverband Weser-Ems e. V. bestanden),
Nordrhein-Westfalen (Prüfungsbehörden: Kreisordnungsbehörden als Untere Fischereibehörden),
Rheinland-Pfalz (Prüfungsbehörden: Kreisverwaltungen, in kreisfreien Städten die Stadtverwaltungen als Untere Fischereibehörden),
Saarland (Prüfungsausschuss, gebildet vom Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr als Oberste Fischereibehörde),
Sachsen (Prüfungsbehörde: Landesanstalt für Landwirtschaft),
Sachsen-Anhalt (Prüfungsbehörden: Landkreise und kreisfreie Städte),
Schleswig-Holstein (ab 1. März 1983 vor dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e. V. bestanden),
Thüringen (Prüfungsbehörden: Landräte und kreisfreie Städte).
Das Bestehen einer dieser Prüfungen vor der jeweils in Klammern angegebenen Prüfungsinstanz und ggf. ab dem genannten Zeitpunkt muss urkundlich nachgewiesen werden. Uneingeschränkt gleichgestellt sind die aufgelisteten Fischerprüfungen für Fischereischeinbewerber, die bei Ablegung der Prüfung ihre Hauptwohnung (Art. 16 Abs. 2 Meldegesetz) nicht in Bayern hatten (§ 2 Abs. 2 Satz 1 AVFiG).
14.2.2 
Wer ab 1. Januar 2006 die erstmalige Erteilung des Fischereischeins auf Lebenszeit beantragt und seine Hauptwohnung in Bayern hat, muss grundsätzlich das Bestehen der bayerischen Fischerprüfung nachweisen (Wohnsitzprinzip). Eine außerbayerische Fischerprüfung nach Nr. 14.2.1 wird nur gleichgestellt, wenn der Fischereischeinbewerber bei Ablegung der Prüfung seine Hauptwohnung nicht in Bayern hatte.
Bei Anträgen auf Erteilung des Fischereischeins, die vor dem 1. Januar 2006 gestellt worden sind, galt das Wohnsitzprinzip nicht ausnahmslos. Damals konnte den Fischereischein auch erhalten, wer trotz Hauptwohnung in Bayern eine Fischerprüfung außerhalb Bayerns abgelegt hatte, sofern er den Besuch eines gleichwertigen Vorbereitungslehrgangs nachweisen konnte. Prüfungen in Hessen wurden trotz des Fehlens eines gleichwertigen Vorbereitungslehrgangs aus Gründen des Vertrauensschutzes anerkannt, falls sie bis zum 31. Dezember 2002 abgelegt worden sind.
Wer nach diesen Regeln aufgrund einer außerbayerischen Prüfung einen Fischereischein alten Rechts oder den Fischereischein auf Lebenszeit erhalten hat, benötigt auch in Zukunft nicht die bayerische Fischerprüfung. Bewerber aus dieser Gruppe können vielmehr aufgrund ihrer außerbayerischen Fischerprüfung den Fischereischein auf Lebenszeit erhalten bzw. die Gültigkeit eines bereits ausgestellten Fischereischeins auf Lebenszeit durch erneute Zahlung der Fischereiabgabe erneuern.
14.2.3 
Gleichgestellt ist ferner die von den US-Streitkräften in Deutschland für Mitglieder dieser Streitkräfte durchgeführte Fischerprüfung (§ 2 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 AVFiG). Das gilt unabhängig vom Ort der Prüfung und vom Stationierungsort der betreffenden Person. Das Bestehen der US-Prüfung kann nur durch das auf der Rückseite gesiegelte und unterschriebene „Prüfungszeugnis für Sportfischer“ der US-Armee nachgewiesen werden.
14.2.4 
Nach § 2 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 AVFiG können auch anderweitige Prüfungen, bei denen es sich nicht um Fischerprüfungen im technischen Sinn handelt, der bayerischen Fischerprüfung gleichgestellt sein. Diese Möglichkeit besteht nur für Prüfungen, die in Deutschland abgelegt werden. Die Gleichstellung setzt voraus, dass die betreffende Prüfung von der Prüfungsbehörde (Nr. 14.1.2) ausdrücklich als gleichwertig anerkannt worden ist. Sobald eine Anerkennung erfolgt ist, wird sie durch die Prüfungsbehörde bekannt gegeben, insbesondere den für die Fischereischeinerteilung zuständigen Gemeinden.

14.3 Ausnahmen von der Notwendigkeit der Fischerprüfung

Ohne den Nachweis des Bestehens der bayerischen oder einer gleichgestellten Fischerprüfung können den Fischereischein erhalten:
14.3.1 
Personen, die das 10., aber nicht das 18. Lebensjahr vollendet haben (Art. 65 Abs. 2 Satz 1 FiG – Jugendfischereischein).
14.3.2 
Personen, die den urkundlichen Nachweis nach § 2a Satz 1 Nr. 1 AVFiG führen. Zu berücksichtigen sind von den Antragstellern beigebrachte Urkunden (z.B. alte Fischereischeine) und bei der Gemeinde verfügbare Unterlagen (z.B. Listen über erteilte Fischereischeine). Tauglich ist in allen drei Fallgruppen der genannten Vorschrift nur der Urkundennachweis.
§ 2a Satz 1 Nr. 1 Buchst. a AVFiG:Wer als Berufsfischer in der Zeit vom 1. Januar 1971 bis 31. August 1986 (Geltungsdauer des früheren Fischereischeingesetzes) ohne Fischerprüfung mindestens einen Fischereischein erhalten hat, weist diese Tatsache am sichersten durch Vorlage des damaligen Fischereischeins nach. Auf diesem muss als Grundlage für die Befreiung von der Prüfungspflicht „Art. 3 Abs. 3 (beziehungsweise 4) Buchst. a FiScheinG“ festgehalten sein. Ersatzweise können Aufzeichnungen der damals zuständigen Fischereischeinbehörde herangezogen werden.
§ 2a Satz 1 Nr. 1 Buchst. b AVFiG:Das Bestehen der Abschluss- oder Meisterprüfung im Ausbildungsberuf Fischwirt/Fischwirtin wird durch das Prüfungszeugnis nachgewiesen. Wer im genannten Beruf ausgebildet wird und an der Zwischenprüfung teilgenommen hat, kann dies für die Erteilung des Fischereischeins durch Vorlage der Bescheinigung über die Teilnahme an der Zwischenprüfung nachweisen. Der in der ehemaligen DDR erworbene Facharbeiterabschluss „Binnenfischer“ steht dem Berufsabschluss „Fischwirt/Fischwirtin“ gleich.
§ 2 a Satz 1 Nr. 1 Buchst. c AVFiG:
Wer in Deutschland mindestens einen Fischereischein unter Befreiung von der landesgesetzlich geltenden Prüfungspflicht erhalten hat.
Es ist unerheblich, in welchem (alten oder neuen) Bundesland der Fischereischein ohne vorherige Prüfung ausgestellt worden ist.
Bei Erteilung des Fischereischeins muss im betreffenden Bundesland eine landesgesetzliche Prüfungspflicht gegolten haben. Waren für die frühere Fischereischeinerteilung dagegen Regelungen einer Fischereiorganisation oder der damaligen DDR maßgebend, kann daraus keine Befreiung von der in Bayern geltenden Prüfungspflicht abgeleitet werden.
Von der bestehenden landesgesetzlichen Prüfungspflicht muss der Bewerber bei der früheren Fischereischeinerteilung befreit worden sein.
Diese Befreiung ist der zuständigen bayerischen Gemeinde urkundlich nachzuweisen. Das kann durch Vorlage des früheren Fischereischeins geschehen, falls dieser die erfolgte Befreiung eindeutig ausweist. Andernfalls hat der Bewerber eine schriftliche Bestätigung der Fischereischeinbehörde des Erteilungslandes über die Befreiung von der dortigen gesetzlichen Fischerprüfungspflicht beizubringen.
14.3.3 
Wer die Voraussetzungen des § 2a Satz 1 Nr. 2 AVFiG erfüllt.
Das sind volljährige Personen, die sich nur vorübergehend (z.B. als Touristen) in Deutschland aufhalten, ohne hier einen Wohnsitz zu begründen. Sie erhalten ohne Fischerprüfung gem. Nr. 13.2.1 nur den Jahresfischereischein. Die Staatsangehörigkeit der betreffenden Person ist ohne Bedeutung. Die Regelung gilt auch für grenznah im Ausland wohnende Personen, unabhängig davon, wie häufig sie den Fischfang in Bayern ausüben wollen. Die Befugnis zur Fischereiausübung im Herkunftsland ist glaubhaft zu machen, z.B. durch Vorlage des dortigen Befähigungsnachweises. Die Möglichkeit, jugendlichen Besuchern aus dem Ausland den Jugendfischereischein (Nr. 13.3) zu erteilen, bleibt unberührt.
14.3.4 
§ 2a Satz 1 Nr. 3 AVFiG: Diese Vorschrift privilegiert volljährige Mitglieder diplomatischer und berufskonsularischer Vertretungen und deren Angehörige, die sich gem. der genannten Vorschrift ausweisen können. Sofern die betreffende Person einen Wohnsitz in Deutschland hat, erhält sie den Fischereischein auf Lebenszeit (Nr. 13.1), andernfalls den Jahresfischereischein (Nr. 13.2). Jugendliche und Angehörige können den Jugendfischereischein (Nr. 13.3) erhalten.
14.3.5 
§ 2a Satz 1 Nr. 4 AVFiG: Diese Vorschrift stellt volljährige Personen, die durch geistige, körperliche oder seelische Behinderungen schwerwiegend beeinträchtigt sind, vom Erfordernis der Fischerprüfung frei.
Für den Fall der geistigen Behinderung sind die geltenden Voraussetzungen in der genannten Vorschrift abschließend geregelt. Die Behinderung und ihr Grad werden durch den Ausweis für schwerbehinderte Personen (bisher: Schwerbehindertenausweis) nachgewiesen. Soweit erforderlich ist zusätzlich eine Bescheinigung über den Besuch einer der aufgeführten Schulen beizubringen.
Ab 1. Oktober 2001 können auch volljährige Personen mit andersartigen Behinderungen den Fischereischein auf Lebenszeit ohne vorherige Fischerprüfung erhalten. Voraussetzung ist auch hier der Besitz eines Ausweises für schwerbehinderte Personen. Zusätzlich ist durch eine formlose fachärztliche Bescheinigung nachzuweisen, dass die Person infolge ihrer körperlichen oder seelischen Behinderung die staatliche Fischerprüfung nicht bestehen kann. Die Bescheinigung muss diese Aussage enthalten und sollte sich auf die dafür wesentlichen Angaben beschränken. Die Fachärzte können für die Begutachtung ein Hinweisblatt über Art, Dauer und Anforderungen der Fischerprüfung (Anlage 6) heranziehen. Das Hinweisblatt kann bei der Landesanstalt für Landwirtschaft, Institut für Fischerei in Starnberg angefordert werden. Es ermöglicht dem Facharzt einen sicheren Schluss von der medizinisch attestierten Behinderung auf das Unvermögen, die Fischerprüfung zu bestehen. Die für die Erteilung des Fischereischeins zuständige Gemeinde hat insoweit keine eigenen Ermittlungen anzustellen.Der Fischereischein für volljährige behinderte Menschen berechtigt zum Fischfang nur in verantwortlicher Begleitung, deren Notwendigkeit auf dem Schein kenntlich zu machen ist (§ 2a Satz 2 AVFiG in Verbindung mit Art. 65 Abs. 2 Satz 2 FiG; oben Nr. 13.1.3).
14.3.6 
Vertriebene und (Spät-)Aussiedler können den Fischereischein, sofern § 2a Satz 1 Nr. 1 Buchst. c AVFiG nicht erfüllt ist (vgl. Nr. 14.3.2, dritter Spiegelstrich), unter folgenden zwei Voraussetzungen ohne den sonst erforderlichen Nachweis der staatlichen oder einer gleichgestellten Fischerprüfung erhalten (vgl. § 2a Satz 3 AVFiG):
Besitz eines gültigen Vertriebenenausweises nach § 15 BVFG a. F. oder einer amtlichen Bescheinigung nach § 15 BVFG n. F. zum Nachweis der Eigenschaft als Spätaussiedler (die durch den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit nicht infrage gestellt wird) und
Erwerb eines gleichwertigen fischereilichen Befähigungsnachweises außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Nachzuweisen ist das Bestehen einer Prüfung mit amtlichem Charakter und einem den hiesigen Anforderungen entsprechenden inhaltlichen Standard. Die Prüfungsinhalte brauchen mit den bayerischen Prüfungsgebieten nicht deckungsgleich zu sein. Der Nachweis erfolgt in erster Linie durch Urkunden. Zeugen (möglichst nur außenstehende Personen) können gehört werden, sofern die antragstellende Person eine Bestätigung der im Herkunftsland zuständigen Stelle beibringt, wonach die dortigen Prüfungsakten nicht mehr vorhanden sind. Für die Feststellung der Gleichwertigkeit werden folgende Hinweise gegeben:
In Bulgarien erhält den Staatlichen Angelschein nur, wer eine Prüfung bestanden hat; der Angelschein kann daher als Nachweis einer gleichwertigen Qualifikation betrachtet werden.
In Polen setzt die Fischereiausübung generell (ohne Unterscheidung zwischen Fried- und Raubfischfang) das Bestehen einer Prüfung voraus. Legen Antragsteller entsprechende Bescheinigungen der für die Abnahme der Prüfung zuständigen staatsnahen Organisationen vor, können sie grundsätzlich als Nachweis einer gleichwertigen Qualifikation betrachtet werden.
Im ehemaligen Jugoslawien beziehungsweise den dortigen Republiken ist für die Ausübung der sog. Sportfischerei keine fischereiliche Qualifikation nachzuweisen. Ein solcher Nachweis ist lediglich für die sog. Wirtschaftsfischerei notwendig.
In Rumänien ist der Erwerb eines Fischereischeins an keinerlei Prüfung oder anderweitigen Nachweis einer Qualifikation gebunden. Der rumänische Fischereischein kann deshalb nicht als gleichwertiger Befähigungsnachweis anerkannt werden.
In der ehemaligen Sowjetunion beziehungsweise den Nachfolgestaaten wird der Fischereischein ebenfalls ohne den Nachweis einer den bayerischen Anforderungen gleichwertigen Qualifikation erteilt.
In der Tschechischen Republik und in der Slowakei ist für die Fischereiausübung u. a. ein Fischereischein erforderlich, der jedoch ohne den Nachweis einer fischereilichen Qualifikation erteilt wird.
14.3.7 
Mitglieder der ausländischen Streitkräfte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, müssen für die Erteilung des Fischereischeins das Bestehen einer anerkannten Fischerprüfung nachweisen, sofern ihnen die zuständige US-Behörde nicht bescheinigt, dass sie sich nur vorübergehend in Deutschland aufhalten, ohne hier einen Wohnsitz zu begründen. Erforderlich ist der Nachweis der bayerischen oder einer gleichgestellten Fischerprüfung, z.B. der US-Prüfung (vgl. Nr. 14.2.3). Wer als US-Fischer diese Voraussetzungen erfüllt, erhält den Fischereischein auf Lebenszeit oder (auch bei Wohnsitz in Deutschland) wahlweise den Jahresfischereischein ohne Beschränkung auf eine Geltungsdauer von höchstens drei Monaten. Ehemalige Mitglieder der ausländischen Streitkräfte können den Fischereischein ohne einen weiteren Prüfungsnachweis erhalten, wenn sie
als Mitglieder der Streitkräfte und Fischereischeininhaber die Fischerei im Inland mindestens fünf Jahre lang ausgeübt haben und
im Besitz des o. g. Prüfungszeugnisses der US-Armee (vgl. Nr. 14.2.3) sind oder während ihrer aktiven Dienstzeit nachweislich waren.

14.4 Prüfungstermine

Die Fischerprüfung wird landeseinheitlich durchgeführt, und zwar
am ersten Samstag im Monat März (Haupttermin) und
am letzten Samstag im Monat Juni (Nachholtermin).
Am Nachholtermin kann nur teilnehmen, wer
sich ordnungsgemäß zum vorhergegangenen Haupttermin angemeldet hatte und
an dem Haupttermin nicht oder erfolglos teilgenommen hat; auf den Grund der Nichtteilnahme kommt es nicht an.
Prüfungsteilnehmer, die nach § 6 Abs. 3 AVFiG von der Prüfung im Haupttermin ausgeschlossen worden sind und deshalb die Prüfung nicht bestanden haben (§ 7 Abs. 1 AVFiG), können am Nachholtermin nicht teilnehmen.

14.5 Anmeldung zur Prüfung

14.5.1 
Die Bewerber haben sich nachweislich spätestens anzumelden
für den Haupttermin am 1. Dezember des der Prüfung vorhergehenden Jahres,
für den Nachholtermin am 2. Mai im Jahr des Haupttermins.
Die Anmeldung ist unmittelbar oder über den Veranstalter des Vorbereitungslehrgangs (§ 5 AVFiG) an den Landesfischereiverband Bayern e. V. zu richten. Die Anmeldefrist ist eine Ausschlussfrist und kann deshalb auch bei entschuldbarer Versäumnis nicht verlängert oder als eingehalten angesehen werden. Fällt das Ende der Anmeldefrist auf einen Sonntag, gesetzlichen Feiertag oder Samstag, so endet sie am darauf folgenden Werktag.
14.5.2 
Die Anmeldung soll im Online-Verfahren (www.fischerpruefung.bayern.de) erfolgen. Für Bewerber ohne Internetanschluss sind Anmeldevordrucke der Prüfungsbehörde bei der Gemeinde oder dem Landesfischereiverband Bayern e. V. erhältlich.
Die Prüfungsgebühr beträgt für den Haupt- und den Nachholtermin 26 Euro. Sie ist nach Rechnungsstellung fristgerecht zu bezahlen, andernfalls wird der Bewerber nicht zur Fischerprüfung zugelassen (§ 3 Abs. 2 Satz 4 AVFiG).
Das Nähere über den Inhalt (z.B. Angaben zur Person des Bewerbers), die Form und das Verfahren der Anmeldung sowie zur Zahlung der Prüfungsgebühr gibt die Prüfungsbehörde bekannt.
14.5.3 
Einen Sonderfall der Zulassung zur Fischerprüfung regelt § 3 Abs. 2 Satz 5 AVFiG. Die Vorschrift betrifft Bewerber, die zwar in Deutschland, nicht aber in Bayern ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Für solche Bewerber ist nach Art. 3 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a BayVerwVfG die bayerische Prüfungsbehörde nicht örtlich zuständig. Sie können daher grundsätzlich nicht zur bayerischen Fischerprüfung zugelassen werden. Abweichend davon ermöglicht § 3 Abs. 2 Satz 5 AVFiG in begründeten Ausnahmefällen eine Zulassung zur bayerischen Fischerprüfung. Die Entscheidung trifft die Prüfungsbehörde.
14.5.4 
In folgenden Fällen werden Anmeldungen zurückgewiesen, sodass eine Prüfungsteilnahme nicht möglich ist:
Die Anmeldung ist nicht nachweislich spätestens am letzten Tag der Frist im Online-Verfahren erfolgt oder zur Post gegeben worden,
die rechtzeitige Anmeldung ist unvollständig oder unrichtig abgefasst und kann daher nicht ordnungsgemäß bearbeitet werden,
die angemeldete Person wird am Tag der Fischerprüfung (Haupttermin) das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
Zur Teilnahme an der Prüfung im Haupt- und im Nachholtermin lädt die Prüfungsbehörde schriftlich ein (Ladungskarte). Wer bei Prüfungsbeginn die Ladungskarte und die erforderliche Kursbestätigung (unten Nr. 14.6.1) nicht vorlegt, wird zurückgewiesen und kann an der Fischerprüfung nicht teilnehmen (§ 3 Abs. 4 Satz 2 AVFiG).
14.5.5 
Wer nach ordnungsgemäßer Anmeldung und Zahlung der in Rechnung gestellten Prüfungsgebühr an der Fischerprüfung nicht teilnimmt, kann in aller Regel keine Erstattung der Prüfungsgebühr verlangen. Das gilt unabhängig vom Grund der Nichtteilnahme. Ist diese jedoch die Folge einer unrichtigen Sachbehandlung durch die Prüfungsbehörde, das vor Ort zuständige Amt für Landwirtschaft und Forsten oder den mit dem Anmeldeverfahren betrauten Landesfischereiverband Bayern e. V., wird die Prüfungsgebühr auf Antrag in voller Höhe erstattet.

14.6 Vorbereitungslehrgang, Befähigung der Schulungskräfte

14.6.1 
Zum Nachweis der Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang haben die Bewerber bei Prüfungsbeginn dem aufsichtsführenden Personal eine schriftliche Kursbestätigung des Veranstalters vorzulegen. Der Nachweis muss der von der Prüfungsbehörde bestimmten Form entsprechen (§ 3 Abs. 3 AVFiG) und mindestens bestätigen, dass
die tatsächliche Lehrgangsteilnahme alle in Art. 66 Abs. 1 Satz 1 FiG genannten Prüfungsgebiete und die praktische Einweisung in den Gebrauch der Fanggeräte sowie in die Behandlung gefangener Fische umfasst hat,
der tatsächliche Lehrgangsbesuch mindestens 30 Stunden gedauert hat und
der Lehrgang dem Ausbildungsplan der Prüfungsbehörde entsprochen hat.
14.6.2 
Wer in Bayern die Fischerprüfung ablegen will, muss auch den Vorbereitungslehrgang in Bayern besucht haben.
14.6.3 
Prüfungswiederholer, die nachweislich bereits einen Lehrgang zur Vorbereitung auf die Fischerprüfung (§ 5 AVFiG) besucht haben, müssen für die Teilnahme an der Wiederholungsprüfung nicht nochmals an einem solchen Lehrgang teilnehmen.
14.6.4 
Nach § 5 Abs. 2 Satz 1 AVFiG müssen die im Vorbereitungslehrgang tätigen Schulungskräfte einen gültigen Fischereischein besitzen. Das kann auch ein in einem anderen Land der Bundesrepublik Deutschland ausgestellter, in Bayern geltender Fischereischein sein. Die erfolgreiche Teilnahme am Lehrgang für Schulungskräfte (Nr. 14.7) ist nicht verbindlich vorgeschrieben. Sie vermittelt aber zuverlässig die erforderliche Befähigung für die Schulungstätigkeit und wird deshalb jeder angehenden Schulungskraft dringend empfohlen.

14.7 Lehrgang für Schulungskräfte

14.7.1 
Für die in den Vorbereitungslehrgängen tätigen Schulungskräfte bietet die Prüfungsbehörde Lehrgänge mit abschließendem Eignungstest an. Zur Durchführung des Eignungstests bestellt die Prüfungsbehörde im Benehmen mit dem Landesfischereiverband Bayern e. V. einen oder mehrere Ausschüsse, denen jeweils ein Vertreter der Prüfungsbehörde und zwei weitere sachkundige Personen angehören. Mindestens ein Ausschussmitglied muss als Schulungskraft tätig gewesen sein. Die Ausschüsse werden jeweils für höchstens fünf Jahre bestellt. Die Ausschussmitglieder, die nicht der Prüfungsbehörde angehören, erhalten Reisekostenvergütung nach den für Staatsbeamte geltenden Vorschriften und eine Aufwandsentschädigung entsprechend der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten über den Aufwand bei der Durchführung der Aus- und Fortbildung sowie der beruflichen Weiterbildung in der Land- und Forstwirtschaft in ihrer jeweils geltenden Fassung.
14.7.2 
Für den Eignungstest wird eine Gebühr von 25 Euro erhoben. Auslagen werden nicht erhoben. Die Gebühr wird mit der Anmeldung zum Eignungstest fällig. Sie ist auf das von der Prüfungsbehörde angegebene Konto einzuzahlen; die Zahlung ist Voraussetzung für die Teilnahme am Eignungstest. Wer am Eignungstest nicht teilnimmt, erhält keine Gebührenerstattung.
14.7.3 
Die Leistungen der Testteilnehmer werden von dem jeweils als Prüfer eingesetzten Ausschussmitglied bewertet. Der Ausschuss stellt fest, ob der Bewerber über ausreichende Kenntnisse verfügt. Darüber ist ihm eine Bestätigung auszustellen.

14.8 Durchführung der Fischerprüfung

14.8.1 
Mit der örtlichen Durchführung der Prüfung sind die Ämter für Landwirtschaft und Forsten betraut. Sie arbeiten eng und vertrauensvoll mit der Prüfungsbehörde zusammen, der in Zweifelsfällen die Entscheidungsbefugnis zusteht. Das gilt auch für die Beteiligung geeigneter, vom Landesfischereiverband Bayern e. V. entsandter Kräfte an der Durchführung der Fischerprüfung (§ 6 Abs. 2 Satz 5 AVFiG).
14.8.2 
In begründeten Fällen kann die Prüfungsbehörde nach pflichtgemäßem Ermessen Prüfungserleichterungen (z.B. eine Verlängerung der Prüfungszeit) gewähren. Die inhaltlichen Prüfungsanforderungen dürfen dabei nicht herabgesetzt werden, Störungen des Prüfungsablaufs und der übrigen Prüfungsteilnehmer sind zu vermeiden.
14.8.3 
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn mehr als 15 der insgesamt 60 Fragen nicht oder nicht richtig beantwortet sind. Sie ist ferner nicht bestanden, wenn mehr als sechs Fragen aus einem der fünf Prüfungsgebiete nicht oder nicht richtig beantwortet wurden; das gilt auch dann, wenn insgesamt nicht mehr als 15 Fehler festzustellen sind. Der Ausschluss von der Prüfung bei Unterschleif (§ 6 Abs. 3 AVFiG) wird als Nichtbestehen gewertet.
Das Nichtbestehen der Prüfung teilt die Prüfungsbehörde dem Betroffenen schriftlich mit; Rechtsbehelfsbelehrung und förmliche Zustellung sind nicht erforderlich. Wer die Fischerprüfung bestanden hat, erhält ein Prüfungszeugnis (Anlage 7).