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Text gilt ab: 01.06.1997
Fassung: 26.02.1996
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Staatsvertrag über die Bestimmung aufsichtsführender Länder nach Artikel 87 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland
Vom 26. Februar 1996[1]

Vollzitat nach RedR: Staatsvertrag über die Bestimmung aufsichtsführender Länder nach Artikel 87 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland vom 26. Februar 1996 (GVBl. 1997 S. 1, 2, 172, BayRS 02-14-A)
Das Land Baden-Württemberg,
der Freistaat Bayern,
das Land Berlin,
das Land Brandenburg,
die Freie Hansestadt Bremen,
die Freie und Hansestadt Hamburg,
das Land Hessen,
das Land Mecklenburg-Vorpommern,
das Land Niedersachsen,
das Land Nordrhein-Westfalen,
das Land Rheinland-Pfalz,
das Saarland,
der Freistaat Sachsen,
das Land Sachsen-Anhalt,
das Land Schleswig-Holstein und
der Freistaat Thüringen
schließen aufgrund von Artikel 87 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes nachstehenden Staatsvertrag:

[1] Zur Ratifizierung und zum Inkrafttreten am 1.6.1997 siehe u.a.:
Baden-Württemberg: G v. 10.12.1996 (GBl. S. 728);
Bayern: Bek. v. 11.1.1997 (GVBl. S. 1), Bek. v. 21.6.1997 (GVBl. S. 172);
Berlin: G v. 6.12.1996 (GVBl. S. 513), Bek. v. 14.7.1997 (GVBl. S. 392);
Brandenburg: G v. 11.10.1996 (GVBl. I S. 289);
Bremen: G v. 14.11.1995 (Brem.GBl. S. 446), Bek. v. 26.6.1997 (Brem.GBl. S. 231);
Hessen: G v. 30.4.1997 (GVBl. I S. 75);
Mecklenburg-Vorpommern: G v. 22.11.1996 (GVOBl. M-V S. 633), Bek. v. 12.7.1997 (GVOBl. M-V S. 234);
Niedersachsen: G v. 11.12.1996 (Nds. GVBl. S. 484);
Nordrhein-Westfalen: Bek. v. 17.12.1996 (GV. NRW. S. 566), Bek. v. 18.6.1997 (GV. NRW. S. 202);
Rheinland-Pfalz: G v. 12.2.1997 (GVBl. S. 50);
Saarland: G v. 26.2.1997 (Amtsbl. S. 378);
Sachsen: G v. 20.2.1997 (SächsGVBl. S. 106);
Sachsen-Anhalt: G v. 19.12.1996 (GVBl. LSA S. 424), Bek. v. 23.9.1997 (GVBl. LSA S. 854);
Schleswig-Holstein: G v. 23.5.1997 (GVOBl. Schl.-H. S. 304), Bek. v. 7.7.1997 (GVOBl. Schl.-H. S. 384);
Thüringen: G v. 6.3.1997 (GVBl. S. 89).
Artikel 1
(1) Die Aufsicht über soziale Versicherungsträger, deren Zuständigkeitsbereich sich über das Gebiet eines Landes, aber nicht über mehr als drei Länder hinaus erstreckt, führt jeweils das Land, in dem der Versicherungsträger seinen Sitz hat.
(2) Die jeweils beteiligten Länder können abweichend von Absatz 1 durch Staatsvertrag festlegen, daß die Aufsicht von einem anderen als dem Land geführt wird, in dem der soziale Versicherungsträger seinen Sitz hat.
Artikel 2
Das aufsichtsführende Land unterrichtet die für die Sozialversicherung zuständigen obersten Verwaltungsbehörden der übrigen beteiligten Länder in der Regel vor Entscheidungen über Angelegenheiten von besonderer Bedeutung.
Artikel 3
1Das jeweils beteiligte Land kann mit der Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde nach Artikel 5 erklären, daß dieser Staatsvertrag für bestimmte, im einzelnen bezeichnete soziale Versicherungsträger im Sinne des Artikel 87 Abs. 2 Satz 2 Grundgesetz keine Anwendung finden soll. 2Für soziale Versicherungsträger, die zukünftig die Voraussetzungen des Artikels 87 Abs. 2 Grundgesetz erfüllen, kann eine solche Erklärung nach dem Eintreten dieser Voraussetzungen innerhalb einer Frist von zwölf Monaten gegenüber der in Artikel 5 genannten Stelle abgegeben werden. 3Die Erklärung nach Satz 2 wird am ersten Tag des Kalendermonats wirksam, der auf den Kalendermonat folgt, in dem die Erklärung abgegeben worden ist.
Artikel 4
1Dieser Staatsvertrag kann von jedem Land durch schriftliche Erklärung gegenüber den übrigen Ländern zum Schluß eines Kalenderjahres mit einer Frist von einem Jahr gekündigt werden. 2Zwischen den übrigen Ländern bleibt der Staatsvertrag in Kraft.
Artikel 5
1Dieser Staatsvertrag tritt am ersten Tag des Kalendermonats in Kraft, der auf den Kalendermonat folgt, in dem die letzte Ratifikationsurkunde bei der Staatskanzlei des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz hinterlegt ist. 2Die Staatskanzlei des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz teilt den Ländern die Hinterlegung der Ratifikationsurkunden mit; dies gilt auch für die Erklärung nach Artikel 3 Satz 2.
Für das Land Baden-Württemberg
Erwin Teufel
Für den Freistaat Bayern
Barbara Stamm
Für das Land Berlin
Beate Hübner
Für das Land Brandenburg
Dr. Regine Hildebrandt
Für die Freie Hansestadt Bremen
Uwe Beckmeyer
Für die Freie und Hansestadt Hamburg
Helgrit Fischer-Menzel
Für das Land Hessen
Barbara Stolterfoht
Für das Land Mecklenburg-Vorpommern
Hinrich Kuessner
Für das Land Niedersachsen
Walter Hiller
Für das Land Nordrhein-Westfalen
Dr. Axel Horstmann
Für das Land Rheinland-Pfalz
Florian Gerster
Für das Saarland
Oskar Lafontaine
Für den Freistaat Sachsen
Prof. Dr. Kurt Biedenkopf
Für das Land Sachsen-Anhalt
Dr. Gerlinde Kuppe
Für das Land Schleswig-Holstein
Heide Simonis
Für den Freistaat Thüringen
Irene Ellenberger