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2030.5.1-K


Unterrichtspflichtzeit der Lehrer an beruflichen Schulen


Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums
für Unterricht und Kultus


vom 12. Juli 1985 Az.: III B 7 - 13/70 434,
zuletzt geändert durch Bekanntmachung vom 17. Februar 2012 (KWMBl S. 129)

Fundstelle: KMBl I 1985, S. 102

1.

1.1.
Jeder Lehrer hat wöchentlich regelmäßig eine festgesetzte Zahl von Unterrichtsstunden zu erteilen (Unterrichtspflichtzeit).

1.2.
Die Unterrichtspflichtzeit ist ein Teil der regelmäßigen Arbeitszeit im Sinne der Arbeitszeitverordnung.

1.3.
Die Unterrichtsstunden haben jeweils eine Dauer von 45 Minuten; bei Fachoberschulen in der fachpraktischen Ausbildung in schulischen Werkstätten jeweils eine Dauer von 60 Minuten. Die wöchentlich regelmäßig zu erteilenden Unterrichtsstunden werden als Wochenstunden bezeichnet.

1.4.
Die Unterrichtspflichtzeit verringert sich für Lehrer, denen wegen Minderung der Erwerbsfähigkeit oder wegen Alters eine Ermäßigung gewährt wird (Nr. 3). Bei Anrechnung nach Nr. 4 werden außerunterrichtliche dienstliche Tätigkeiten auf die Unterrichtspflichtzeit angerechnet.

1.5.
Der Unterricht der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer ist grundsätzlich auf alle Unterrichtstage zu verteilen.

Bei teilzeitbeschäftigten Lehrern können hiervon Ausnahmen zugelassen werden


1.6.
Die Leistung von Mehrarbeit richtet sich nach Art. 87 Abs. 2 und 5 BayBG und Art. 61 BayBesG in Verbindung mit der Anlage 9 zum BayBesG. Bei der Anordnung von Mehrarbeit ist auf eine möglichst gleichmäßige Belastung der Lehrer zu achten.


2.

2.1.
Die Unterrichtspflichtzeit der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer wird gemäß § 10 Abs. 2 LDO wie folgt festgesetzt:


Wochenstunden

2.1.1
 

Lehrer an Berufsoberschulen und Fachoberschulen, die in wissenschaftlichen Fächern unterrichten (soweit nicht Nr. 2.1.4)

23

2.1.2
 

Lehrer an sonstigen beruflichen Schulen, die in wissenschaftlichen oder künstlerischen Fächern unterrichten, und Religionspädagogen (FH) (soweit nicht Nr. 2.1.4)

24

2.1.3
 

Lehrer mit der Befähigung für das Lehramt an Realschulen (soweit nicht Nr. 2.1.4)

24

2.1.4
 

Lehrer nach den Nrn. 2.1.1 bis 2.1.3, die sowohl in wissenschaftlichen Fächern als auch in Musik, Kunsterziehung oder Sport unterrichten, bei einem Einsatz in wissenschaftlichen Fächern


2.1.4.1
 

und einer Unterrichtspflichtzeit von 23 Wochenstunden



bis 2 Wochenstunden

27


von 3 bis 8 Wochenstunden

26


von 9 bis 14 Wochenstunden

25


von 15 bis 20 Wochenstunden

24


von mehr als 20 Wochenstunden

23

2.1.4.2
 

und einer Unterrichtspflichtzeit von 24 Wochenstunden



bis 4 Wochenstunden

27


von 5 bis 12 Wochenstunden

26


von 13 bis 20 Wochenstunden

25


von mehr als 20 Wochenstunden

24

2.1.5
 

Fachlehrer und sonstige Lehrer an beruflichen Schulen (soweit nicht Nr. 2.1.6)

27

2.1.6
 

Fachlehrer an Fachoberschulen, die überwiegend in der fachpraktischen Ausbildung tätig sind, bei einer Unterrichtseinheit von 60 Minuten Dauer

29

2.2.
 

Die Unterrichtspflichtzeit bemisst sich für Sozialpädagogen (grad.), Unterrichtsschwestern und Unterrichtspfleger und vergleichbare Lehrkräfte an Schulen des Gesundheitswesens, die in der Tätigkeit von Fachlehrern unterrichten, nach Nr. 2.1.5

2.3.
 

Werden Lehrer an mehreren beruflichen Schulen mit abweichender Unterrichtspflichtzeit verwendet, so bemisst sich die Unterrichtspflichtzeit nach dem überwiegenden Einsatz



3.

Die Unterrichtspflichtzeit der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer nach Nr. 2 wird wie folgt gekürzt:

3.1.
 

Für Schwerbehinderte bei einer Erwerbsminderung


3.1.1
 

von mindestens 50 v. H.

um 2 Wochenstunden

3.1.2
 

von mindestens 70 v. H.

um 3 Wochenstunden

3.1.3
 

von mindestens 90 v. H.

um 4 Wochenstunden


nach Vorlage der amtlichen Feststellung an die personalaktenführende Behörde.


3.2.
 

Lehrer, die in der Zeit vom 1. August bis 31. Januar das 58. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von einer Wochenstunde,

Lehrer, die im gleichen Zeitraum das 60. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von zwei Wochenstunden.

Lehrer, die im gleichen Zeitraum das 62. Lebensjahr vollenden, erhalten vom Beginn des laufenden Schuljahres an eine Altersermäßigung von drei Wochenstunden.

Bei Vollendung des maßgebenden Lebensjahres in der Zeit vom 1. Februar bis 31. Juli wird die Ermäßigung vom Beginn des folgenden Schuljahres an gewährt. Lehrern in Altersteilzeit wird eine Altersermäßigung nicht gewährt.

3.3.
 

Die Stundenermäßigungen nach Nrn. 3.1 und 3.2 werden bei Vorliegen der Voraussetzungen nebeneinander gewährt.


Im Falle der Teilzeitbeschäftigung werden die Stundenermäßigungen anteilig im Verhältnis der herabgesetzten Unterrichtspflichtzeit zur vollen Unterrichtspflichtzeit gewährt. Dabei sind Bruchteile bis 0,50 abzurunden, ab 0,51 aufzurunden. Dies gilt auch für Lehrer, die mit weniger als der Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit beschäftigt sind.


Die Stundenermäßigungen nach Nrn. 3.1 und 3.2 werden durch die Gewährung von Anrechnungsstunden nach Nr. 4 nicht berührt.



4.

Für die Wahrnehmung besonderer dienstlicher Aufgaben werden auf die Unterrichtspflichtzeit der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer Anrechnungsstunden gewährt.

Die Anrechnungsstunden werden wie folgt festgesetzt:


Tätigkeit/Grund

Wochenstunden

4.1.
 

Sind mehrere berufliche Schulen unter einer Leitung zusammengefasst, so erhöht sich die Zahl der Anrechnungsstunden um die Hälfte der Anrechnungsstunden, die sich nach der Gesamtzahl der volleingesetzten Lehrer (Nr. 4.7) abzüglich der Lehrer - einschließlich Schulleiter -, die der größten Schulart zuzurechnen sind, ergibt.



Für die Leitung einer Schule mit der nachstehenden Zahl an volleingesetzten hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrern


4.1.1
 

24 oder mehr

20

4.1.2
 

20 bis 23

18

4.1.3
 

16 bis 19

16

4.1.4
 

12 bis 15

14

4.1.5
 

8 bis 11

12

4.1.6
 

4 bis 7

10

4.1.7
 

3

8

4.1.8
 

weniger als 3

6


- ein Teil der Anrechnungsstunden für die Schulleitertätigkeit kann auf den ständigen Vertreter des Schulleiters und die Mitarbeiter in der Schulleitung übertragen werden -;


4.2.
 

für Aufgaben der Schulverwaltung und für pädagogische Aufgaben der Schule für je zwei volleingesetzte hauptamtliche / hauptberufliche Lehrer bis zu

1


- eine Übertragung auf den Schulleiter ist unzulässig -;


4.3.
 

für die Leitung einer Außenstelle außerhalb des Schulsitzes der Stammschule mit mindestens vier voll eingesetzten hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrern bis zu

6

4.4.
 

für je eine Klasse (ohne Vorklassen und Teilzeitklassen) an Berufsoberschulen, Fachoberschulen und Fachakademien neben Nr. 4.2 bis zu

2

4.5.
 

für die Seminarlehrertätigkeit bei der Betreuung von



ein bis zwei Studienreferendaren

4


drei bis fünf Studienreferendaren

5


sechs und mehr Studienreferendaren

7

4.6.
 

Darüber hinaus kann das Staatsministerium für die Übertragung von Aufgaben, die über den örtlichen Wirkungskreis einer Schule hinausgehen, weitere Anrechnungsstunden bewilligen.


4.7.
 

Die Zahl der voll eingesetzten hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer an einer Schule (Organisationseinheit) nach Nrn. 4.1 bis 4.3 wird wie folgt festgestellt:


4.7.1.1
 

Zahl der an der Schule nach Maßgabe der Unterrichtspflichtzeit voll eingesetzten hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer einschließlich Schulleiter,


4.7.1.2
 

zuzüglich Zahl der Studienreferendare mit Unterrichtsauftragsvergütung, soweit sie an der Schule überwiegend eingesetzt sind,


4.7.1.3
 

zuzüglich Zahl der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer, die nur mit einem Teil ihrer Unterrichtspflichtzeit an der Schule eingesetzt sind (Teilzeitbeschäftigte und Lehrer mit Einsatz an mehreren Schulorganisationseinheiten); die auf die volle Unterrichtspflichtzeit fehlenden Stunden sind durch Hinzurechnen der an der Schule in Mehrarbeit und durch nebenamtliche/mit weniger als der Hälfte der Unterrichtspflichtzeit beschäftigte Lehrkräfte sowie durch Studienreferendare ohne Unterrichtsauftragsvergütung selbstständig erteilten Unterrichtsstunden aufzufüllen,


4.7.1.4
 

zuzüglich der Zahl der fiktiven, volleingesetzten hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer, die sich nach Teilung durch 26 und Auf- oder Abrundung der nach Nr. 4.7.1.3 verbliebenen Zahl an Unterrichtsstunden in Mehrarbeit, durch nebenamtliche/mit weniger als der Hälfte der Unterrichtspflichtzeit beschäftigte Lehrer sowie durch Studienreferendare ohne Unterrichtsauftragsvergütung ergibt.


4.7.2
 

Maßgeblich für die Zahl der hauptamtlichen/hauptberuflichen Lehrer und der Studienreferendare mit Unterrichtsauftragsvergütung, für die Klassenzahl sowie für die Zahl der Unterrichtsstunden, die in Mehrarbeit, durch nebenamtliche/mit weniger als der Hälfte der Unterrichtspflichtzeit beschäftigte Lehrer und durch Studienreferendare ohne Unterrichtsauftragsvergütung selbstständig erteilt werden, sind die Zahlen der Unterrichtsübersicht und Geschäftsstatistik der beruflichen Schulen des laufenden Schuljahres.



5.
5.1
Die Bekanntmachung tritt mit Wirkung vom 1. August 1985 in Kraft.
5.2
In der Zeit vom 1. August 2012 bis 31. Juli 2013 gilt abweichend von der Nr. 2.1 für Lehrer, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, die Nr. 2.1 in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Juni 2011 (KWMBl S. 136) mit der Maßgabe fort, dass die Unterrichtspflichtzeit jeweils um 0,5 Wochenstunden verringert ist. Für Lehrer, die in der Zeit vom 1. August 2012 bis 31. Januar 2013 das 50. Lebensjahr vollenden, gilt die Nr. 2.1 in der geltenden Fassung ab dem Beginn des Schuljahres 2012/2013; im Übrigen gilt als Stichtag der Beginn des Schuljahres 2013/2014. Die vorstehenden Übergangsbestimmungen dieser Gliederungsnummer finden auf die Unterrichtspflichtzeit der Schwerbehinderten im Sinn des § 2 Abs. 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch keine Anwendung.


Prof. Hans Maier
Staatsminister



KMBl I 1985 S. 102