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LwZAPO/gtD
in Kraft ab: 01.10.1995
Fassung: 22.12.1995
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Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst
(LwZAPO/gtD)
Vom 22. Dezember 1995
(GVBl. S. 6)
BayRS 2038-3-7-4-L

Vollzitat nach RedR: Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst (LwZAPO/gtD) vom 22. Dezember 1995 (GVBl. 1996 S. 6, BayRS 2038-3-7-4-L)
Auf Grund von Art. 19 Abs. 2 und Art. 115 Abs. 2 Satz 2 des Bayerischen Beamtengesetzes erläßt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, dem Landespersonalausschuß und, soweit erforderlich, mit den Bayerischen Staatsministerien des Innern sowie für Landesentwicklung und Umweltfragen folgende Verordnung:

Inhaltsübersicht

Erster Teil Allgemeines
§ 1 Geltungsbereich
Zweiter Teil Zulassung
§ 2 Zulassungsvoraussetzungen
Dritter Teil Ausbildung
§ 3 Ziel des Vorbereitungsdienstes
§ 4 Dauer und Gestaltung des Vorbereitungsdienstes
§ 5 Dienst- und Fachaufsicht
Vierter Teil Anstellungsprüfung
§ 6 Zweck und Abschnitte der Prüfung
§ 7 Prüfungsteilnahme
§ 8 Prüfungsausschuß
§ 9 Prüfungsgegenstände
§ 10 Schriftlicher Prüfungsabschnitt
§ 11 Beratungsprüfung
§ 12 Mündlicher Prüfungsabschnitt
§ 13 Bewertung
§ 14 Ermittlung der Gesamtprüfungsnote
§ 15 Nichtbestehen der Prüfung
§ 16 Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
§ 17 Wiederholung der Prüfung
Fünfter Teil Aufstieg
§ 18 Aufstiegsvoraussetzungen
§ 19 Zulassungsverfahren
§ 20 Zulassungsausschuß
§ 21 Leistungsanforderungen
§ 22 Leistungsnachweise
§ 23 Ermittlung der Gesamtnote
§ 24 Unterrichtung und Auswahl der Teilnehmenden
Sechster Teil Schluß- und Übergangsbestimmungen
§ 25 Inkrafttreten

Erster Teil Allgemeines

§ 1
Geltungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für die Laufbahn des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes in der Bayerischen Landwirtschaftsverwaltung.
(2) Soweit diese Verordnung keine Regelungen enthält, gelten die Vorschriften der Laufbahnverordnung (LbV) und der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) in der jeweils geltenden Fassung.

Zweiter Teil Zulassung

§ 2
Zulassungsvoraussetzungen
1In den Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes der Fachrichtungen
Betriebswirtschaft und Landentwicklung,
Pflanzliche Erzeugung und Landschaftspflege,
Tierische Erzeugung und Vermarktung,
Landtechnik,
Gartenbau
kann eingestellt werden, wer
1.
die gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf erfüllt,
2.
eine praktische Ausbildung von mindestens zwölf Monaten mit dem Ablegen einer Praktikantenprüfung nachweisen kann
oder
die Berufsausbildung in einem landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Ausbildungsberuf abgeschlossen
oder
eine vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Staatsministerium) als gleichwertig anerkannte praktische Ausbildung absolviert hat und
3.
den Studiengang Landwirtschaft oder Gartenbau an einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Fachhochschule mit einer Diplomprüfung oder ein vom Staatsministerium als gleichwertig anerkanntes Studium abgeschlossen hat.
2Die Bewerber werden grundsätzlich in den Fachrichtungen ausgebildet, die ihrem Studiengang entsprechen.
§ 3
Ziel des Vorbereitungsdienstes
Im Vorbereitungsdienst sollen die Anwärter unter Anwendung fachlich-wissenschaftlicher Kenntnisse die für eine selbständige Wahrnehmung der Aufgaben des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes erforderlichen berufspraktischen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben.
§ 4
Dauer und Gestaltung des Vorbereitungsdienstes
(1) 1Der Vorbereitungsdienst dauert 18 Monate. 2Zeiten einer berufspraktischen Tätigkeit, die nach Abschluß der in § 2 Satz 1 Nr. 3 vorgeschriebenen Ausbildung zurückgelegt wurden und dem Ziel des Vorbereitungsdienstes förderlich sind, können auf Antrag bis zu sechs Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden.
(2) Während des Vorbereitungsdienstes nehmen die Anwärter an Ausbildungslehrgängen teil, die grundsätzlich von der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Führungsakademie) durchgeführt werden.
(3) Der Vorbereitungsdienst ist nach dem vom Staatsministerium erstellten Ausbildungsplan an folgenden Ausbildungsstellen abzuleisten:
1. Fachrichtung Betriebswirtschaft und Landentwicklung

14 Monate
Amt für Landwirtschaft und Ernährung

ein Monat
Landesanstalt für Betriebswirtschaft u. Agrarstruktur

ein Monat
Landratsamt

ein Monat
Direktion für Ländliche Entwicklung

ein Monat
Regierung
2. Fachrichtung Pflanzliche Erzeugung und Landschaftspflege

13 Monate
Amt für Landwirtschaft und Ernährung

zwei Monate
Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau sowie Landesanstalt für Betriebswirtschaft u. Agrarstruktur

ein Monat
Landratsamt

ein Monat
Landmaschinenschule

ein Monat
Regierung
3. Fachrichtung Tierische Erzeugung und Vermarktung

acht Monate
Amt für Landwirtschaft und Ernährung

zwei Monate
Landesanstalt für Tierzucht sowie Landesanstalt für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur

vier Monate
Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung

vier Monate
Tierzuchtamt oder Amt für Landwirtschaft und Ernährung mit Sachgebieten Tierzucht
4. Fachrichtung Landtechnik

14 Monate
Ämter für Landwirtschaft und Ernährung mit Dienstsitz eines Fachberaters für Landtechnik

zwei Monate
Landmaschinenschule

ein Monat
Bayerische Landesanstalt für Betriebswirtschaft und Agrarstruktur

ein Monat
Landratsamt
5. Fachrichtung Gartenbau

13 Monate
Regierung, Sachgebiet Gartenbau bzw. Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Abt. Gartenbau

ein Monat
Amt für Landwirtschaft und Ernährung

ein Monat
Landratsamt

ein Monat
Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau

zwei Monate
Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau
§ 5
Dienst- und Fachaufsicht
(1) Die Ausbildungsstelle trägt die Verantwortung für die fachgerechte Ausbildung der Anwärter.
(2) 1 Die Anwärter sind während ihrer Ausbildung
1.
innerhalb des Geschäftsbereichs des Staatsministeriums der jeweiligen Ausbildungsbehörde,
2.
an der Landmaschinenschule und beim Landratsamt dem örtlich zuständigen Amt für Landwirtschaft und Ernährung
dienst- und fachaufsichtlich unterstellt.
§ 6
Zweck und Abschnitte der Prüfung
(1) In der Anstellungsprüfung für die Laufbahn des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes soll festgestellt werden, ob die Anwärter auf Grund ihrer fachlichen und allgemeinen Kenntnisse und Fähigkeiten, ihrer Leistungen und des Gesamtbildes ihrer Persönlichkeit die Eignung für diese Laufbahn besitzen.
(2) Die Anstellungsprüfung besteht aus einem schriftlichen und mündlichen Prüfungsabschnitt sowie einer Beratungsprüfung.
§ 7
Prüfungsteilnahme
Zur Anstellungsprüfung wird zugelassen, wer den nach dieser Verordnung vorgeschriebenen Vorbereitungsdienst voraussichtlich erfolgreich abschließen wird.
§ 8
Prüfungsausschuß
(1) Das Staatsministerium bestellt einen Prüfungsausschuß.
(2) 1Der Prüfungsausschuß setzt sich aus drei Mitgliedern der Laufbahn des höheren landwirtschaftlichen Beratungs- und Fachschuldienstes, wovon ein Mitglied den Vorsitz führt, und vier Mitgliedern des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes, zusammen. 2Für die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind jeweils Stellvertretungen aus den entsprechenden Laufbahnen zu bestellen.
(3) Der Prüfungsausschuß bestellt zur Bewertung der schriftlichen Aufgaben weitere Mitwirkende.
(4) 1Zur Abnahme der mündlichen Prüfung und der Beratungsprüfung bildet der Prüfungsausschuß für jede Fachrichtung Prüfungskommissionen. 2Diese bestehen für die Abnahme
der mündlichen Prüfung aus sechs Mitgliedern
der Beratungsprüfung aus drei Mitgliedern.
3Das vorsitzende Mitglied jeder Prüfungskommission muß Mitglied des Prüfungsausschusses sein.
§ 9
Prüfungsgegenstände
Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Fachgebiete:
1.
bei allen Fachrichtungen
A
Beratung und Verwaltung
Agrarpolitik, Agrarmarkt, Landwirtschaftsverwaltung und -beratung, Berufsbildung, Beratungsmethodik, allgemeine Verwaltung
Grundzüge des Rechts der Landwirtschaftsverwaltung, Staatsbürgerkunde
2.
bei den einzelnen Fachrichtungen
a)
BL – Betriebswirtschaft und Landentwicklung
BL 1 Betriebs- und Arbeitswirtschaft mit Betriebsberatung
BL 2 Verwaltungs- und Förderungsvollzug
BL 3 Landentwicklung und Landschaftspflege
BL 4 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
b)
PF – Pflanzliche Erzeugung und Landschaftspflege
PL 1 Pflanzliche Erzeugung mit Betriebsberatung und Vermarktung
PL 2 Boden- und Landschaftspflege, Agrarökologie
PL 3 Betriebswirtschaft mit Landtechnik und Förderung
PL 4 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
c)
TV – Tierische Erzeugung und Vermarktung
TV 1 Tierische Erzeugung mit Betriebsberatung und Vermarktung
TV 2 Tierernährung und Tierhaltung
TV 3 Betriebswirtschaft mit Bauwesen und Förderung
TV 4 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
d)
Fachrichtung Landtechnik
LT 1 Investitionsplanung, Arbeitsverfahren, überbetriebliche Zusammenarbeit mit Betriebsberatung
LT 2 Grundlagen der Landtechnik
LT 3 Verwaltung und Förderungsvollzug
LT 4 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschl. des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
e)
GA – Gartenbau
GA 1 Erzeugung und Pflanzenschutz
GA 2 Dienstleistung und Vermarktung von Gartenbauerzeugnissen
GA 3 Technik
GA 4 Betriebs- und Arbeitswirtschaft, Betriebsberatung.
§ 10
Schriftlicher Prüfungsabschnitt
(1) 1Im Fachgebiet A sowie entsprechend der Fachrichtung in den Fachgebieten BL 2 mit BL 4, PL 2 mit PL 4, TV 2 mit TV 4, LT 2 mit LT 4 und GA 2 mit GA 4 ist je eine Aufgabe mit einer Arbeitszeit von drei Stunden zu bearbeiten. 2Im Fachgebiet BL 1, PL 1, TV 1, LT 1 und GA 1 beträgt die Bearbeitungszeit sechs Stunden (Doppelaufgabe).
(2) Im Fachgebiet A ist eines von Zwei zur Auswahl gestellten Themen zu bearbeiten.
(3) Die reguläre Prüfungszeit darf an einem Tag sechs Stunden nicht überschreiten.
§ 11
Beratungsprüfung
(1) In der Beratungsprüfung sollen die an der Prüfung Teilnehmenden zeigen, daß sie die erforderlichen Kenntnisse und Erfahrungen auf produktionstechnischem, betriebs- und marktwirtschaftlichem Gebiet in der praktischen Beratung erfolgreich anzuwenden vermögen.
(2) Das Prüfungsgespräch mit den Beratungspartnern soll etwa 45 Minuten betragen.
§ 12
Mündlicher Prüfungsabschnitt
(1) 1Der mündliche Prüfungsabschnitt umfaßt einen Vortrag von zehn Minuten und eine mündliche Prüfung von etwa 40 Minuten, die als Einzelprüfung durchgeführt wird. 2Sie erstreckt sich auf die gleichen Fachgebiete wie der schriftliche Prüfungsabschnitt.
(2) Für den Vortrag erhalten die an der Prüfung Teilnehmenden 45 Minuten vor Beginn des mündlichen Prüfungsabschnitts drei überwiegend ihrer Fachrichtung entnommene Themen zur Auswahl.
§ 13
Bewertung
Jede schriftliche Prüfungsaufgabe, die Beratungsprüfung, der Vortrag und die mündliche Prüfung werden mit je einer ganzen Note bewertet.
§ 14
Ermittlung der Gesamtprüfungsnote
(1) 1Die Note für den schriftlichen Prüfungsabschnitt wird aus der Summe der für die fünf Fachgebiete erteilten Einzelnoten errechnet. 2Hierbei zählt die Doppelaufgabe zweifach. 3Die Notensumme, geteilt durch sechs, ergibt die Note für den schriftlichen Prüfungsabschnitt.
(2) 1Die Note für den mündlichen Prüfungsabschnitt wird aus der Summe der Noten für den Vortrag und der mündlichen Prüfung errechnet. 2Hierbei zählt die Note im Vortrag einfach, diejenige der mündlichen Prüfung zweifach. 3Die Notensumme, geteilt durch drei, ergibt die Note für den mündlichen Prüfungsabschnitt.
(3) Für die Ermittlung der Gesamtprüfungsnote werden die nach den Absätzen 1 und 2 errechneten Notensummen und der dreifache Wert der Note aus der Beratungsprüfung zusammengezählt und durch zwölf geteilt.
(4) Die Noten nach den Absätzen 1 und 3 sind auf zwei Dezimalstellen zu berechnen; die dritte Dezimalstelle bleibt unberücksichtigt.
§ 15
Nichtbestehen der Prüfung
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn
1.
im schriftlichen Prüfungsabschnitt eine schlechtere Note als „ausreichend“ (Note 4,50) oder in der Beratungsprüfung die Note „ungenügend“ erzielt wurde; in diesem Fall ist die Teilnahme an der weiteren Prüfung ausgeschlossen;
2.
eine schlechtere Gesamtprüfungsnote als „ausreichend“ (Note 4,50) erreicht wurde.
§ 16
Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
(1) 1Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses erstellt das Zeugnis über die Anstellungsprüfung, das den an der Prüfung Teilnehmenden zugestellt wird. 2Das Zeugnis weist die Fachrichtung, die Gesamtprüfungsnote nach dem Zahlenwert und der Notenstufe, die Einzelnoten sowie die erreichte Platzziffer aus.
(2) Wer die Gesamtprüfungsnote „ausreichend“ erzielt hat, kann auf Antrag ein Zeugnis über das Bestehen der Prüfung ohne Notenangabe und Platzziffer erhalten.
§ 17
Wiederholung der Prüfung
(1) Die Prüfung kann zum nächsten Prüfungstermin einmal wiederholt werden.
(2) Der Antrag auf Wiederholung der Prüfung ist innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses beim vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu stellen.
§ 18
Aufstiegsvoraussetzungen
Zum Aufstieg vom mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst in den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst kann zugelassen werden, wer
1.
die nach § 37 Abs. 1 Nrn. 1 und 2 LbV erforderlichen Voraussetzungen erfüllt,
2.
der Fachrichtung Allgemeine Landwirtschaft oder der Fachrichtung Tierische Erzeugung im mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst angehört und
3.
nach dem Ergebnis des Zulassungsverfahrens erkennen läßt, daß die Anforderungen des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes erfüllt werden.
§ 19
Zulassungsverfahren
(1) Das Zulassungsverfahren dient dem Ziel einer objektiven Auslese unter den für den Aufstieg in Betracht kommenden Beamten des mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienstes. 2Es wird vom Staatsministerium in einem Turnus von drei Jahren durchgeführt, das hierfür einen Ausschuß für das Zulassungsverfahren zum Aufstieg in den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst in Bayern (Zulassungsausschuß) bestellt.
(2) Das Staatsministerium gibt den Termin und die Meldefrist für das Zulassungsverfahren rechtzeitig bekannt.
(3) Wer die Voraussetzungen für den Aufstieg nach § 19 Nrn. 1 und 2 erfüllt, kann sich zur Teilnahme am Zulassungsverfahren auf dem Dienstweg melden.
(4) Wer bereits dreimal an einem Zulassungsverfahren teilgenommen hat, ist von einer weiteren Teilnahme ausgeschlossen.
§ 20
Zulassungsausschuß
(1) Der Zulassungsausschuß besteht aus drei Mitgliedern der Laufbahn des höheren landwirtschaftlichen Beratungs- und Fachschuldienstes, wovon ein Mitglied den Vorsitz führt, und drei Mitgliedern der Laufbahn des gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienstes.
(2) Der Zulassungsausschuß bestellt zur Bewertung der schriftlichen Aufgaben weitere Mitwirkende.
§ 21
Leistungsanforderungen
(1) Im Zulassungsverfahren ist festzustellen, ob die Aufstiegsbewerber nach
1.
ihrem allgemeinen und verwaltungsmäßigen Bildungsstand
und
2.
ihren landwirtschaftlich-technischen Kenntnissen
für die Zulassung zum Aufstieg in den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst geeignet sind.
(2) Die Teilnehmenden am Zulassungsverfahren haben entsprechend der gewählten Fachrichtung im gehobenen Dienst in folgenden Aufgabengebieten Leistungsnachweise zu erbringen:
1.
bei allen Fachrichtungen
A
Landwirtschaftsverwaltung, Staatsbürgerkunde und Allgemeinwissen,
2.
bei den einzelnen Fachrichtungen
a)
Betriebswirtschaft und Landentwicklung
BL 1 Betriebs- und Arbeitswirtschaft, Landtechnik
BL 2 Landentwicklung und Förderungsvollzug
BL 3 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
b)
Pflanzliche Erzeugung und Landschaftspflege
BL 1 Pflanzliche Erzeugung mit Boden- und Landschaftspflege
BL 2 Betriebswirtschaft und Förderung
BL 3 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen
c)
Tierische Erzeugung und Vermarktung
TV 1 Tierische Erzeugung mit Tierernährung und -haltung
TV 2 Betriebswirtschaft und Förderung
TV 3 Grundlagen der Landbewirtschaftung einschließlich des Schutzes der natürlichen Lebensgrundlagen.
§ 22
Leistungsnachweise
(1) Die am Zulassungsverfahren Teilnehmenden haben eine Aufgabe aus dem Aufgabengebiet A von drei Stunden Arbeitszeit und drei Aufgaben von jeweils zwei Stunden Arbeitszeit aus der gewählten Fachrichtung nach § 21 Abs. 2 Nr. 2 als Aufsätze oder in Form von Leistungstests zu bearbeiten.
(2) Die reguläre Prüfungszeit darf an einem Tag sechs Stunden nicht überschreiten.
§ 23
Ermittlung der Gesamtnote
1Die Gesamtnote wird aus der Summe der für die vier Aufgaben erteilten Einzelnoten errechnet. 2Die Notensumme, geteilt durch vier und auf zwei Dezimalstellen berechnet, ergibt die Gesamtnote.
§ 24
Unterrichtung und Auswahl der Teilnehmenden
(1) Die am Zulassungsverfahren Teilnehmenden werden über das Ergebnis und über die erzielte Platzziffer unterrichtet.
(2) 1Über die Zulassung zum Aufstieg entscheiden unbeschadet der laufbahnrechtlichen Voraussetzungen die erzielte Platzziffer und der Bedarf. 2Die Mitteilung über die Zulassung erfolgt durch gesonderten Bescheid.

Sechster Teil Schluß- und Übergangsbestimmungen

§ 25
Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1995 in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den gehobenen landwirtschaftlich-technischen Dienst – LwZAPO/gtD – vom 12. Dezember 1988 (GVBl S. 469, BayRS 2038-3-7-4-E), außer Kraft.
(3) Bei Anwärtern, die den Vorbereitungsdienst vor Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen haben und ohne Unterbrechung oder Wiederholung fortsetzen, richten sich Ausbildung und Prüfung nach der in Absatz 2 genannten Verordnung.
München, den 22. Dezember 1995
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Reinhold Bocklet, Staatsminister