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3.1 Ermittlung sonderpädagogischen Förderbedarfs

Bei der Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs sind die diagnostischen Fragestellungen auf ein qualitatives und ein quantitatives Profil der Fördermaßnahmen gerichtet, das Grundlage sein soll für die angestrebte Empfehlung. Es sind Art und Umfang des hörbehinderungsbedingten Förderbedarfs zu erheben; darüber hinaus sind im konkreten Einzelfall gegebenen und organisierbaren Formen der Förderung in der Schule abzuklären, die das Kind oder der Jugendliche besucht oder besuchen soll.
Für die Ermittlung sonderpädagogischen Förderbedarfs können Informationen aus folgenden Bereichen wichtig sein:
Beeinträchtigungen des peripheren und zentralen Hörvermögens,
Beeinträchtigungen durch eine Hörschädigung,
Beeinträchtigungen durch spätes Erkennen der Hörschädigung,
Berücksichtigung der besonderen Situation Cochlea-Implantierter,
neurogene Beeinträchtigungen beim Spracherwerb,
Erleben und Verhalten, Handlungskompetenzen und Aneignungsweisen,
Wahrnehmung und Wahrnehmungsverarbeitung, insbesondere im Bereich des Hörens, aber auch anderer Sinnesfunktionen,
Entwicklungs- und Leistungsstand,
soziale Einbindung,
pädoaudiologische Daten,
Hörgeräte oder Cochlea-Implantat-Anpassung,
Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit in lautsprachlichen und manuellen Kommunikationsformen, auch in der Schrift,
individuelle Erziehungs- und Lebensumstände,
schulisches Umfeld und Möglichkeit zu einer Veränderung,
berufliches Umfelds und erforderliche Fördermöglichkeiten.
Das Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs wird von den Erziehungsberechtigten, den volljährigen Schülern und Schülerinnen selbst, der Schule oder von anderen zuständigen Diensten beantragt und bezieht die Kompetenzen der an der Förderung und Unterrichtung beteiligten beziehungsweise zu beteiligenden Personen auf geeignete Weise ein. Die Erkenntnisse und Daten über den sonderpädagogischen Förderbedarf werden interdisziplinär gewichtet und abgestimmt sowie unter Berücksichtigung der Stellungnahme der Erziehungsberechtigten zu einer Empfehlung zusammengefasst, die in einen Förderplan einmündet. Die diagnostischen Ergebnisse von einschlägigen Fachärzten, gegebenenfalls auch Hörgeräteakustikern, Psychologen und anderen Fachpädagogen sind dabei zu berücksichtigen.