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3.2 Entscheidung über den Bildungsgang und den Förderort

Auf der Grundlage der Empfehlung und unter Beteiligung der Erziehungsberechtigten sowie unter Beachtung der jeweils gegebenen oder bereitstellbaren Rahmenbedingungen entscheiden Schulen und Schulaufsicht, ob der Schüler oder die Schülerin in die allgemeine Schule aufgenommen wird oder dort verbleibt, erforderlichenfalls mit Unterstützung sonderpädagogischer Dienste, oder Unterricht und Förderung in einer Schule für Gehörlose, in einer Schule für Schwerhörige, durch ein Förderzentrum, in einer Schule für Taubblinde oder in kooperativen Formen erhält. In diese Entscheidung kann auch die Inanspruchnahme von Einrichtungen mit ergänzenden Betreuungs- oder Ganztagesangeboten einbezogen werden.
Hörgeschädigte Schüler und Schülerinnen mit weiteren Behinderungen, die nach dem Lehrplan der Schule für Lernbehinderte1 oder dem Lehrplan der Schule für Geistigbehinderte11 unterrichtet werden, bedürfen einer erweiterten Förderung. Für sie sind die entsprechenden Förderschwerpunkte zur Sicherstellung grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten zu beachten.
Bei jeder einzelnen Entscheidung sind zu berücksichtigen:
Art und Umfang des Förderbedarfs,
Stellungnahme der Erziehungsberechtigten, gegebenenfalls beratender Gremien,
Fördermöglichkeiten der allgemeinen Schulen,
Verfügbarkeit des erforderlichen sonderpädagogischen Personals,
Verfügbarkeit technischer, apparativer Hilfsmittel sowie spezieller Lehr- und Lernmittel, gegebenenfalls baulich-räumliche Voraussetzungen,
Verfügbarkeit hörgeschädigtenspezifischer mobiler Dienste.
Für hörgeschädigte Schüler und Schülerinnen besteht die Notwendigkeit, Sprache vom Munde abzusehen. Sitzordnung und Raumgestaltung sollten es ermöglichen, dass die Sprache antlitzgerichtet und frei von akustischen Störfaktoren wahrgenommen werden kann und dass Benutzer manueller Kommunikationsmittel die sprachlichen Zeichen sehen können.
Vor diesem Hintergrund ist derjenige Förderort zu wählen, der auf bestmögliche Weise den Förderbedürfnissen des Kindes oder Jugendlichen, seiner Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung gerecht werden und auf die gesellschaftliche Eingliederung sowie auf berufliche Anforderungen vorbereiten kann. Die Entscheidung über den individuellen Förderbedarf erfordert eine sonderpädagogische Überprüfung in geeigneten Abständen.
4.
Erziehung und Unterricht

1 [Amtl. Anm.:] In den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Bezeichnungen.