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LwZAPO/mtD
Text gilt seit: 01.11.1994
Fassung: 11.01.1995
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Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst
(LwZAPO/mtD)
Vom 11. Januar 1995
(GVBl. S. 74)
BayRS 2038-3-7-1-L

Vollzitat nach RedR: Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst (LwZAPO/mtD) vom 11. Januar 1995 (GVBl. S. 74, BayRS 2038-3-7-1-L)
Auf Grund von Art. 19 Abs. 2, Art. 28 Abs. 2 und Art. 115 Abs. 2 Satz 2 des Bayerischen Beamtengesetzes erläßt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und dem Landespersonalausschuß folgende Verordnung:

Inhaltsübersicht

I. Allgemeines
§ 1 Geltungsbereich
II. Zulassung
§ 2 Zulassungsvoraussetzungen
§ 3 Dienstbezeichnung
III. Ausbildung
§ 4 Ziel des Vorbereitungsdienstes
§ 5 Dauer und Gestaltung des Vorbereitungsdienstes
§ 6 Dienst- und Fachaufsicht
IV. Anstellungsprüfung
§ 7 Zweck und Abschnitte der Prüfung
§ 8 Zulassung zur Prüfung
§ 9 Prüfungsausschuß
§ 10 Prüfungsgegenstände
§ 11 Schriftlicher Prüfungsabschnitt
§ 12 Mündlicher Prüfungsabschnitt
§ 13 Praktischer Prüfungsabschnitt
§ 14 Ermittlung der Gesamtprüfungsnote
§ 15 Nichtbestehen der Prüfung
§ 16 Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
§ 17 Wiederholung der Prüfung
V. Schlußbestimmungen
§ 18 Inkrafttreten

I. Allgemeines

§ 1
Geltungsbereich
(1) Diese Verordnung gilt für die Laufbahn des mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienstes in Bayern.
(2) Soweit diese Verordnung keine Regelung enthält, gelten die Vorschriften der Laufbahnverordnung (LbV) und der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) in der jeweils gültigen Fassung.
§ 2
Zulassungsvoraussetzungen
In den Vorbereitungsdienst für die Laufbahn des mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienstes der Fachrichtungen Allgemeine Landwirtschaft (AL), Tierische Erzeugung (TE), Ernährung und Hauswirtschaft (EH) kann eingestellt werden, wer
1.
die Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf erfüllt,
2.
die Berufsausbildung in einem landwirtschaftlichen oder im ländlich-hauswirtschaftlichen Ausbildungsberuf erfolgreich abgeschlossen
oder
eine vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Staatsministerium) als gleichwertig anerkannte praktische Ausbildung absolviert hat,
3.
die Abschlußprüfung an einer staatlichen Technikerschule für Agrarwirtschaft oder
der Staatlichen Fachakademie für Landwirtschaft oder
an einer Höheren Landbauschule oder
die Meisterprüfung für den Beruf Landwirt bzw. die Meisterprüfung in der Hauswirtschaft (Teilbereich ländliche Hauswirtschaft) oder
einen vom Staatsministerium als gleichwertig anerkannten Bildungsgang
mit Erfolg abgeschlossen hat.
§ 3
Dienstbezeichnung
Während des Vorbereitungsdienstes führen die Beamten auf Widerruf die Dienstbezeichnung „Anwärter für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst“ bzw. „Anwärterin für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst“ (Anwärter).
§ 4
Ziel des Vorbereitungsdienstes
Der Vorbereitungsdienst dient einer gründlichen Beamtenausbildung für die Aufgaben des mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienstes.
§ 5
Dauer und Gestaltung des Vorbereitungsdienstes
(1) 1Der Vorbereitungsdienst dauert zwölf Monate. 2Zeiten einer praktischen Tätigkeit, die nach Abschluß der in § 2 Nr. 3 vorgeschriebenen Ausbildung zurückgelegt wurden und dem Ziel des Vorbereitungsdienstes dienen, können auf Antrag bis zu sechs Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden.
(2) Während des Vorbereitungsdienstes nehmen die Anwärter an Ausbildungslehrgängen an der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten teil.
(3) Der Vorbereitungsdienst ist nach einem vom Staatsministerium erstellten Ausbildungsplan an folgenden Ausbildungsbehörden abzuleisten:
1.
Fachrichtung Allgemeine Landwirtschaft
Zwölf Monate Amt für Landwirtschaft und Ernährung;
2.
Fachrichtung Tierische Erzeugung
Vier Monate Tierzuchtamt oder Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Abteilungen bzw. Sachgebiete für Tierzucht
Zwei Monate Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung
Sechs Monate Amt für Landwirtschaft und Ernährung;
3.
Fachrichtung Ernährung und Hauswirtschaft
Zwölf Monate Amt für Landwirtschaft und Ernährung, Abteilung L 3, davon bis zu zwei Monate Abteilung L 1.
(4) Über die Ausbildung der Anwärter und die Beurteilung ihrer Leistungen sind Nachweise zu führen.
§ 6
Dienst- und Fachaufsicht
(1) Die Anwärter sind während ihrer Ausbildung der jeweiligen Ausbildungsbehörde dienstaufsichtlich unterstellt.
(2) Für die Ausbildung der Anwärter sind grundsätzlich die Personen, die die Ausbildungsbehörden leiten, verantwortlich; sie können geeignete Bedienstete mit der Ausbildung oder mit einzelnen Ausbildungsaufgaben beauftragen.
§ 7
Zweck und Abschnitte der Prüfung
(1) In der Anstellungsprüfung für die Laufbahn des mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienstes in Bayern soll festgestellt werden, ob die Anwärter auf Grund ihrer fachlichen und allgemeinen Kenntnisse und Fähigkeiten die Eignung für diese Laufbahn besitzen.
(2) Die Anstellungsprüfung besteht aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Abschnitt.
§ 8
Zulassung zur Prüfung
Zur Prüfung wird zugelassen, wer den nach dieser Verordnung vorgeschriebenen Vorbereitungsdienst voraussichtlich erfolgreich abschließen wird.
§ 9
Prüfungsausschuß
(1) 1Das Staatsministerium bestellt für die Dauer von drei Jahren einen Prüfungsausschuß, der die Bezeichnung „Prüfungsausschuß für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst in Bayern“ führt. 2Die Abberufung oder Neubestellung einzelner Mitglieder dieses Prüfungsausschusses ist jeweils nach Abschluß einer Anstellungsprüfung zulässig.
(2) 1Der Prüfungsausschuß setzt sich aus dem vorsitzenden Mitglied und sechs Mitgliedern zusammen. 2Das vorsitzende Mitglied muß dem höheren landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Beratungs- und Fachschuldienst angehören. 3Von den sechs Mitgliedern müssen mindestens drei dem mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst angehören. 4Für das vorsitzende Mitglied und alle Mitglieder ist je eine Stellvertretung der entsprechenden Laufbahn und Fachrichtung zu bestellen.
(3) Der Prüfungsausschuß bestellt zur Bewertung der schriftlichen Arbeiten weitere Prüfende.
(4) 1Zur Abnahme der mündlichen und praktischen Prüfungsabschnitte bildet der Prüfungsausschuß für jede Fachrichtung eine Kommission, bestehend aus fünf Prüfenden. 2Das vorsitzende Mitglied und seine Stellvertretung müssen dem höheren landwirtschaftlichen und hauswirtschaftlichen Beratungs- und Fachschuldienst angehören. 3Für die Prüfenden ist jeweils eine Stellvertretung zu bestimmen.
§ 10
Prüfungsgegenstände
Die Prüfung erstreckt sich auf folgende Prüfungsgegenstände:
1.
In allen Fachrichtungen
A
Verwaltungskunde und Staatsbürgerkunde
Landwirtschaftsverwaltung, Berufsbildung, Agrarpolitik
Grundzüge der Staatsbürgerkunde und des Verwaltungsverfahrensrechts
2.
In den Fachrichtungen
2.1
Allgemeine Landwirtschaft
L 1
Spezielle Förderungsmaßnahmen und Fachverwaltung
L 2
Grundlagen der tierischen Erzeugung mit einschlägigen Förderungsmaßnahmen
L 3
Grundlagen der pflanzlichen Erzeugung mit einschlägigen Förderungsmaßnahmen
L 4
Betriebs- und Arbeitswirtschaft, Markt
2.2
Tierische Erzeugung
T 1
Tierzucht und Haltung
T 2
Grundlagen der tierischen Erzeugung mit einschlägigen Förderungsmaßnahmen
T 3
Grundlagen der pflanzlichen Erzeugung mit einschlägigen Förderungsmaßnahmen
T 4
Betriebs- und Arbeitswirtschaft, Markt
2.3
Ernährung und Hauswirtschaft
H 1
Technik im Haushalt, Umweltschutz, einschlägige Förderungsmaßnahmen
H 2
Grundlagen der Ernährung und des Verbrauchs, Vorratshaltung, Vorratsschutz
H 3
Grundzüge der Haushaltsführung
H 4
Grundlagen der Aufbereitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse,
Hausgartenbau.
§ 11
Schriftlicher Prüfungsabschnitt
(1) 1Im allgemeinen Prüfungsgegenstand A sowie entsprechend der Fachrichtung in jedem der Prüfungsgegenstände L 2 bis L 4, T 2 bis T 4 und H 2 bis H 4 ist eine Aufgabe mit einer Arbeitszeit von zwei Stunden zu bearbeiten. 2Im Prüfungsgegenstand L 1, T 1, H 1 beträgt die Bearbeitungszeit vier Stunden (Doppelaufgabe).
(2) Aus dem Prüfungsgegenstand A ist eines von drei zur Auswahl gestellten Themen zu bearbeiten.
(3) Jede Aufgabe ist mit einer ganzen Note zu bewerten.
(4) Die Prüfungszeit soll an einem Tag vier Stunden nicht überschreiten.
(5) 1Zur Ermittlung der Note für den schriftlichen Prüfungsabschnitt werden alle Aufgaben einfach, die Doppelaufgabe zweifach gezählt. 2Die Summe hieraus wird durch sechs geteilt. 3Die dritte Dezimalstelle bleibt unberücksichtigt.
§ 12
Mündlicher Prüfungsabschnitt
(1) Der mündliche Prüfungsabschnitt erstreckt sich auf die gleichen Prüfungsgegenstände wie der schriftliche.
(2) Der mündliche Prüfungsabschnitt wird als Einzelprüfung durchgeführt, die etw 30 Minuten dauert.
(3) Die Ergebnisse des mündlichen Prüfungsabschnittes sind zusammenfassend mit einer ganzen Note zu bewerten.
§ 13
Praktischer Prüfungsabschnitt
(1) Der praktische Prüfungsabschnitt besteht aus
1.
einer Vorführung und
2.
einer Beurteilungsaufgabe.
(2) Der praktische Prüfungsabschnitt wird als Einzelprüfung durchgeführt, die etwa 30 Minuten dauert.
(3) Die Bewertung erfolgt mit einer ganzen Note je Aufgabe.
§ 14
Ermittlung der Gesamtprüfungsnote
(1) 1Bei der Ermittlung der Gesamtprüfungsnote zählen die Note des schriftlichen Prüfungsabschnitts sechsfach, die des mündlichen Prüfungsabschnitts zweifach, die der Vorführung sowie der Beurteilungsaufgabe je einfach. 2Die Notensumme hieraus, geteilt durch zehn, ergibt die Gesamtprüfungsnote.
(2) Die Noten sind auf zwei Dezimalstellen zu berechnen; die dritte Dezimalstelle bleibt unberücksichtigt.
§ 15
Nichtbestehen der Prüfung
Die Prüfung ist nicht bestanden, wenn die an der Prüfung Teilnehmenden
1.
im schriftlichen Prüfungsabschnitt eine schlechtere Note als „ausreichend“ (Note 4,50) oder in einem praktischen Prüfungsfach die Note „ungenügend“ (Note 6) erzielt haben; sie sind in diesem Fall von der Teilnahme an der weiteren Prüfung ausgeschlossen,
2.
eine schlechtere Gesamtprüfungsnote als „ausreichend“ (Note 4,50) erzielt haben.
§ 16
Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses
(1) 1Das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses erstellt das Zeugnis über die Anstellungsprüfung, das den Anwärtern zugestellt wird. 2Das Zeugnis weist die Fachrichtung, die Gesamtprüfungsnote nach dem Zahlenwert und der Notenstufe, die Einzelnoten sowie in der Regel die erreichte Platzziffer aus.
(2) Anwärter, die die Gesamtprüfungsnote „ausreichend“ erhalten haben, können auf Antrag ein Zeugnis über das Bestehen der Prüfung ohne Notenangabe und Platzziffer erhalten.
§ 17
Wiederholung der Prüfung
(1) Die Prüfung kann zum nächsten Prüfungstermin einmal wiederholt werden.
(2) Der Antrag ist spätestens einen Monat nach Erhalt des Zeugnisses (§ 16) oder der Mitteilung über das Ergebnis der Prüfung (§ 31 Abs. 3 APO) beim vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses einzureichen.

V. Schlußbestimmungen

§ 18
Inkrafttreten
(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. November 1994 in Kraft.
(2) Gleichzeitig tritt die Zulassungs-, Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den mittleren landwirtschaftlich-technischen Dienst in Bayern (LwZAPO/mtD) vom 15. Juli 1977 (BayRS 2038-3-7-1-E), geändert durch Verordnung vom 15. Juni 1987 (GVBl S. 207), außer Kraft.
(3) Bei Anwärtern, die den Vorbereitungsdienst vor Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen haben und ohne Unterbrechung oder Wiederholung fortsetzen, richten sich die Ausbildung und Prüfung nach der in Absatz 2 genannten Verordnung.
München, den 11. Januar 1995
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Reinhold Bocklet, Staatsminister