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in Kraft ab: 01.09.2003
Fassung: 17.08.1984
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Verordnung über die Führung der Bezeichnung Singschule und Musikschule
(Sing- und Musikschulverordnung)
Vom 17. August 1984
(GVBl. S. 290)
BayRS 2237-4-K

Vollzitat nach RedR: Sing- und Musikschulverordnung vom 17. August 1984 (GVBl. S. 290, BayRS 2237-4-K), die durch § 1 Nr. 80 des Gesetzes vom 7. August 2003 (GVBl. S. 497) geändert worden ist
Auf Grund des Art. 97 Abs. 2 Satz 2 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen erläßt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus folgende Verordnung:
§ 1
1Die Bezeichnung Singschule, Musikschule, Sing- und Musikschule darf nur ein Lehrgang führen, der die Mindestvoraussetzungen der §§ 2 bis 5 erfüllt. 2Die Bezeichnung kann mit einem Zusatz versehen werden.
§ 2
(1) 1Die Musikschule muß kontinuierlichen Unterricht in mindestens folgenden Bereichen anbieten:
1.
Musikalische Grundfächer (Musikalische Grundausbildung und/oder Musikalische Früherziehung),
2.
Instrumentalunterricht aus jedem der Bereiche
Streich- und Zupfinstrumente
Blas- und Schlaginstrumente
Tasteninstrumente,
3.
Ensemblefächer.
2Soweit die Musikschule auch Vokalunterricht anbietet, kann sie die Bezeichnung Sing- und Musikschule führen.
(2) Dem Instrumentalunterricht soll für Kinder im Grund- und Vorschulalter ein mindestens einjähriger Besuch eines Grundfaches vorausgehen.
§ 3
Die Singschule muß mindestens folgende Bereiche anbieten:
1.
Musikalische Grundfächer (Musikalische Grundausbildung und/oder Musikalische Früherziehung),
2.
Vokalunterricht (Singklassen),
3.
Ensemblefächer.
§ 4
(1) Die Musikschule/Singschule wird von einer musikpädagogischen Fachkraft geleitet.
(2) 1Der Unterricht in musikalischen Fächern darf nur von Lehrkräften mit musikpädagogischer Befähigung erteilt werden. 2Diese wird bei Musikschulen/Singschulen in der Regel durch das Zeugnis über die Diplommusiklehrerprüfung oder die staatliche Prüfung oder die staatliche Anerkennung als Musiklehrer nachgewiesen. 3Bei Singschulen oder bei Singklassen an Musikschulen kann der Nachweis auch durch das Zeugnis über die staatliche Prüfung als Singschullehrer erbracht werden. 4Als ausreichende Befähigung für eine Tätigkeit an einer Musikschule/Singschule gilt auch
1.
die erfolgreich abgeschlossene musikalische Ausbildung im Rahmen der Ordnung der Ersten Staatsprüfung für ein Lehramt an öffentlichen Schulen,
2.
der erfolgreiche Abschluß als hauptberuflicher Kirchenmusiker (A-Prüfung, B-Prüfung),
3.
der erfolgreiche Abschluß als Orchestermusiker oder Sänger (Diplommusikerprüfung, künstlerische Staatsprüfung, künstlerische Reifeprüfung), soweit eine pädagogische Befähigung anderweitig nachgewiesen wird.
5Für Lehrer bodenständiger Volksmusik kann der Nachweis musikpädagogischer Befähigung durch eine langjährige Praxis und Erfahrung geführt werden. 6Der Einsatz von Lehrkräften zu Ausbildungszwecken bleibt durch die Sätze 1 bis 5 unberührt.
(3) Die rechtliche und wirtschaftliche Stellung der hauptberuflichen Lehrkräfte muß genügend gesichert sein.
(4) Das Beschäftigungsverhältnis aller Lehrkräfte soll durch schriftlichen Arbeitsvertrag geregelt werden.
§ 5
(1) Für den inneren Betrieb der Musikschule/Singschule erläßt der Träger eine Ordnung.
(2) 1Zur Deckung der Kosten können Unterrichtsentgelte erhoben werden. 2Dabei sind soziale Gesichtspunkte zu berücksichtigen.
§ 6
Bei Musikschulen/Singschulen im Aufbau müssen die Voraussetzungen nach den §§ 2 bis 5 längstens nach Ablauf von vier Jahren erfüllt sein.
§ 7
1Soweit eine Musikschule/Singschule die Voraussetzungen nach den §§ 2 bis 5 nicht erfüllt, kann die Führung der Bezeichnung Musikschule, Singschule, Sing- und Musikschule von der zuständigen Aufsichtsbehörde untersagt werden. 2 § 6 bleibt unberührt.
§ 8
(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 1984 in Kraft.
(2) (aufgehoben)
München, den 17. August 1984
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
I.V. Dr. Mathilde Berghofer-Weichner
Staatssekretärin