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FakO LW
in Kraft ab: 01.09.2018
Fassung: 30.08.2001
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Schulordnung für die Staatliche Fachakademie für Landwirtschaft
(Fachakademie Landwirtschaft – FakO LW)
Vom 30. August 2001
(GVBl. S. 603)
BayRS 7803-15-L

Vollzitat nach RedR: Fachakademieordnung Landwirtschaft (FakO LW) vom 30. August 2001 (GVBl. S. 603, BayRS 7803-15-L), die zuletzt durch Verordnung vom 7. November 2018 (GVBl. S. 822) geändert worden ist
Auf Grund von Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 44 Abs. 2 Satz 1, Art. 45 Abs. 2 Satz 4, Art. 49 Abs. 1 Satz 2, Art. 52 Abs. 4, Art. 53 Abs. 4 Satz 2, Art. 58 Abs. 6, Art. 62 Abs. 8, Art. 89 und 128 Abs. 1 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Mai 2000 (GVBl S. 414, ber. S. 632, BayRS 2230-1-1-UK) erlässt das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten im Einvernehmen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus folgende Verordnung:
§ 1
Geltungsbereich
Diese Schulordnung gilt für die staatliche Fachakademie für Landwirtschaft, Fachrichtung Ernährungs- und Versorgungsmanagement.
§ 2
Fortbildungsziele
(1) 1Im Rahmen des gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrags aller Schulen (Art. 1 BayEUG) hat die Fachakademie das Ziel, die Studierenden zur Übernahme von Aufgaben als Fach- und Führungskräfte in hauswirtschaftlichen und landwirtschaftlich-hauswirtschaftlichen Betrieben und Dienstleistungsunternehmen sowie einer unternehmerischen Tätigkeit vorzubereiten. 2Sie schafft die fachlichen Voraussetzungen für die Laufbahn der landwirtschaft-hauswirtschaftlichen Fachlehrerinnen/Fachlehrer und Fachberaterinnen/ Fachberater sowie für die Laufbahn eines entsprechenden landwirtschaftlich-technischen öffentlichen Dienstes und für die Laufbahn Fachlehrerin/Fachlehrer für Hauswirtschaft an berufsbildenden Schulen oder vergleichbare Angestellte.
(2) 1Die Fachakademie dient der vertieften beruflichen Fortbildung und vermittelt auch die für ein Fachhochschulstudium erforderlichen Lern- und Arbeitstechniken. 2Mit dem Besuch der Fachakademie wird der Erwerb der Fachhochschulreife gemäß der Prüfungsordnung für die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife (ErgPOFHR) ermöglicht.
(3) Die Fachakademie hat zudem die Aufgabe, die Bereitschaft zum Einsatz für den freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu fördern und zur Wahrnehmung von Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft zu befähigen (Art. 2 BayEUG).
§ 3
Fortbildungsdauer
(1) Der Unterricht umfasst drei Schuljahre mit je 40 Unterrichtswochen in Vollzeitform.
(2) 1Der Unterricht wird durch Praktika in Betrieben und Einrichtungen außerhalb der Schule ergänzt. 2Die Auswahl dieser Betriebe und Einrichtungen trifft die Schulleitung. 3Die Praktika werden von der Schule überwacht. 4Um eine umfassende Ausbildung zu gewährleisten, ist ein Wechsel der Betriebe und Einrichtungen anzustreben.
(3) Beginn und Ende der Unterrichtszeiten sowie Ferienzeiten legt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Staatsministerium) fest.
§ 4
Anmeldung
1Aufnahmeanträge sind bis 1. April jeden Jahres bei der Fachakademie zu stellen. 2Mit dem Aufnahmeantrag sind die nach § 5 erforderlichen Zeugnisse und Nachweise vorzulegen. 3Aufnahmeanträge, die verspätet oder mit unvollständigen Unterlagen eingehen, können nur im Rahmen der noch vorhandenen Studienplätze berücksichtigt werden.
§ 5
Aufnahme
(1) Die Aufnahme in die Fachakademie setzt einen mittleren Schulabschluss und den Abschluss im Ausbildungsberuf „Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin“ voraus.
(2) Mit dem Aufnahmeantrag sind vorzulegen
1.
ein Lebenslauf und zwei Passbilder neuesten Datums,
2.
die Nachweise (Zeugnisse) gemäß Absatz 1,
3.
eine Bescheinigung des Gesundheitsamts nach § 43 Infektionsschutzgesetz,
4.
bei Bewerbern mit nichtdeutscher Muttersprache ein Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache.
(3) 1Soweit Studienplätze verfügbar sind, können „Staatlich geprüfte Wirtschafter/Wirtschafterinnen für Ernährung und Haushaltsmanagement“ sowie „Meister/Meisterinnen der Hauswirtschaft“ zu Beginn des zweiten Schuljahres, „Staatlich geprüfte Techniker/ Technikerinnen für Hauswirtschaft und Ernährung“ oder Bewerber mit vergleichbarem Schulabschluss zu Beginn des dritten Schuljahres in die Fachakademie aufgenommen werden. 2Die Voraussetzungen nach den Absätzen 1 und 2 müssen erfüllt sein; Absatz 4 Satz 2 gilt entsprechend.
(4) 1Über die Aufnahme entscheidet der Schulleiter durch schriftlichen Bescheid; ablehnende Entscheidungen sind zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. 2Als weitere Ausnahmen kann der Schulleiter im Rahmen noch verfügbarer Studienplätze Bewerber/Bewerberinnen mit einem anderen als dem in Abs. 1 genannten einschlägigen Berufsabschluss zulassen.
(5) 1Den zugelassenen Studierenden ist die Schulordnung auszuhändigen. 2Sofern ein Auswahlverfahren (§ 7 Abs. 2) durchgeführt wird, bestimmt die Fachakademie im Zulassungsbescheid einen Termin, bis zu dem zu erklären ist, ob der Studienplatz angenommen wird. 3Geht die Erklärung bis zu diesem Termin bei der Fachakademie nicht ein, wird ein Zulassungsbescheid unwirksam.
§ 6
Probezeit
(1) 1Die Probezeit beträgt sechs Monate; sie entfällt, sofern die Aufnahme nach § 5 Abs. 3 erfolgt ist. 2Bei der Anmeldung und im Zulassungsbescheid (§ 5 Abs. 4) ist gegebenenfalls auf diese Probezeit und ihre Bedeutung für die endgültige Zulassung hinzuweisen.
(2) 1Die Probezeit hat nicht bestanden, wer voraussichtlich das Bildungsziel der Fachakademie nicht erreicht. 2Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Leistungen am Ende der Probezeit in einem Pflichtfach der Note sechs oder in zwei Pflichtfächern mit der Note fünf oder schlechter zu bewerten sind und keine Umstände vorliegen, die bessere Leistungen wahrscheinlich machen; die Bestimmungen über den Notenausgleich (§ 21 Abs. 1) gelten entsprechend.
§ 7
Höchstzulassung, Mindestzulassung
(1) 1Der Schulleiter legt jeweils die Höchstzulassungszahl für das erste Schuljahr fest. 2Dabei sind die Raumverhältnisse, die für die Ausbildung verfügbaren Einrichtungen und die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebs mit dem Ziel einer erschöpfenden Nutzung der Ausbildungskapazität zugrunde zu legen.
(2) 1Übersteigt die Zahl der zulassungsfähigen Bewerber die Höchstzulassungszahl, findet ein Auswahlverfahren statt. 2Die Auswahl erfolgt in der Reihenfolge der in einer Aufnahmeprüfung in den Fächern Mathematik, Ernährung, Räume und Textilien erreichten Gesamtnote. 3Die Aufnahmeprüfung wird schriftlich durchgeführt und dauert insgesamt 90 Minuten; sie wird durch eine mündliche Prüfung von insgesamt höchstens 30 Minuten ergänzt, wenn diese für die eindeutige Beurteilung der Prüfungsleistung von Bedeutung ist.
(3) 1Eine Klasse wird nur bei mindestens 16 Studierenden eröffnet. 2In Ausnahmefällen kann das Staatsministerium Abweichungen zulassen.

Dritter Teil Inhalte des Unterrichts

§ 8
Stundentafel
(1) 1Für den Unterricht gilt die Stundentafel gemäß Anlage.
(2) Die erstmalige Einrichtung weiterer Wahlfächer ist unter Angabe von Fachbezeichnung, Inhalt und Zeitumfang dem Staatsministerium vor Unterrichtsbeginn anzuzeigen.
(3) Mit Genehmigung des Staatsministeriums kann der Unterricht gemäß Anlage ganz oder teilweise in ein anderes Schuljahr verlegt werden.
§ 9
Unterrichtsablauf
(1) Vor Schuljahresbeginn werden für die Klassen Stundenpläne und zu den einzelnen Unterrichtsfächern Unterrichtsplanungen erstellt und aufeinander abgestimmt.
(2) 1Im Lehrplan festgelegte Seminare sowie sonstige verbindliche Schulveranstaltungen sind Bestandteil des Unterrichts. 2Die durch die Teilnahme an verbindlichen Schulveranstaltungen entstehenden Auslagen müssen für alle zumutbar sein.
(3) Im Rahmen des Unterrichts können Seminare sowie ein Betriebspraktikum in geeigneten Privat- und Kommunalbetrieben durchgeführt werden.
§ 10
Lernmittel
1Im Unterricht sind nur Lernmittel zu verwenden, die vom Staatsministerium zugelassen sind. 2Über die Auswahl unter den zugelassenen Lernmitteln entscheidet die Lehrerkonferenz auf Vorschlag des Schulleiters.
§ 11
Unterrichtszeit
(1) 1Der Unterricht wird in der Regel von Montag bis Freitag erteilt. 2In Ausnahmefällen kann der Schulleiter auch bei Vollzeitunterricht in Einzelfällen Unterricht am Samstag genehmigen; dabei sind die Feiertage sowie die Ferienordnung zu beachten.
(2) 1Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. 2Der Schulleiter setzt für die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden geeignete Pausenlängen fest.
§ 12
Teilnahme am Unterricht und sonstigen Veranstaltungen
(1) 1Die Studierenden haben pünktlich und regelmäßig am Unterricht und an allen sonstigen Veranstaltungen der Fachakademie, deren Besuch nicht ausdrücklich als freiwillig erklärt wird, teilzunehmen. 2Die Teilnahme an Veranstaltungen der Studierendenvertretung ist freiwillig, ihre Durchführung bedarf der Genehmigung durch den Schulleiter. 3Dieser kann Veranstaltungen der Studierendenvertretung als Schulveranstaltungen anerkennen.
(2) 1Befreiungen von einzelnen Unterrichtsstunden bis zur Dauer eines Schultags können auf schriftlichen Antrag die Klassenleiter erteilen. 2Eine längere Unterrichtsbefreiung kann nur der Schulleiter gewähren.
(3) Der durch Abwesenheit versäumte Lehrstoff ist nachzuarbeiten.
(4) 1Wer die berufs- und arbeitspädagogische Eignung für die Berufsausbildung nach §§ 2 und 3 oder 6 Abs. 1 oder Abs. 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung nachweist, kann auf Antrag durch den Schulleiter von der Teilnahme am Pflichtunterricht sowie an den Leistungsnachweisen während des Schuljahres und an der staatlichen Abschlussprüfung im Fach Berufs- und Arbeitspädagogik befreit werden. 2Befreiung nach Satz 1 ist nur zu Beginn des jeweiligen Unterrichts möglich.
§ 13
Verhinderung am Schulbesuch
1Studierende, die wegen Erkrankung oder aus einem anderen zwingenden Grund am Schulbesuch verhindert sind, haben dies unverzüglich mitzuteilen. 2Bei einer länger als drei Tage dauernden Erkrankung ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen. 3Unabhängig von der Dauer der Abwesenheit kann die Fachakademie ein schulärztliches Zeugnis verlangen, wenn sich krankheitsbedingte Schulversäumnisse häufen oder an der Erkrankung berechtigte Zweifel bestehen.
§ 14
Recht der Studierenden auf Mitwirkung und Information
(1) Die Studierenden haben das Recht, im Rahmen der Lehrpläne an der Gestaltung des Unterrichts mitzuwirken.
(2) 1Studierende haben das Recht, den Schulleiter und die Lehrkräfte um Rat und Auskunft zu bitten; sie sollen sich zunächst an die jeweils zuständige Lehrkraft wenden. 2Dabei können sie die Vermittlung durch den Klassensprecher (§ 36) in Anspruch nehmen.
§ 15
Gesundheitsvorsorge
(1) 1Die Vorschriften zur Verhütung oder Bekämpfung übertragbarer Krankheiten sind zu beachten. 2Das Gesundheitsamt ist frühzeitig zu unterrichten.
(2) 1In der Hausordnung ist eine Regelung über das Rauchen im Schulbereich zu treffen. 2Der Konsum alkoholischer Getränke innerhalb der Schulanlage ist untersagt; über Ausnahmen entscheidet der Schulleiter im Einvernehmen mit der Studierendenvertretung.
(3) 1Das Mitbringen und Mitführen von gefährlichen Gegenständen ist den Studierenden untersagt. 2Die Schule hat solche Gegenstände wegzunehmen und sicherzustellen. 3In gleicher Weise kann die Schule bei sonstigen Gegenständen verfahren, die den Unterricht oder die Ordnung der Schule stören können oder stören. 4Über die Rückgabe derartiger Gegenstände entscheidet der Schulleiter.
§ 16
Schulaufgaben
(1) 1In allen Pflichtfächern mit mehr als einer Unterrichtswochenstunde sind in jedem Schuljahr mindestens zwei Leistungsnachweise in Form von Schulaufgaben zu erbringen. 2Abweichend von Satz 1 sind in Schuljahren, die mindestens 12 Wochen Praktikum enthalten, in Pflichtfächern mit weniger als sechs Unterrichtswochenstunden mindestens ein Leistungsnachweis in Form einer Schulaufgabe zu erbringen, in Pflichtfächern mit sechs oder mehr Unterrichtswochenstunden zwei Leistungsnachweise in Form von Schulaufgaben. 3In Fächern mit einer Unterrichtswochenstunde ist mindestens ein Leistungsnachweis in Form einer Schulaufgabe zu erbringen. 4Die Schulaufgaben können in schriftlicher, mündlicher oder praktischer Form durchgeführt werden. 5Bei Wahlfächern entscheidet der Schulleiter, ob schriftliche oder praktische Schulaufgaben stattfinden, die Schulaufgaben durch gleichwertige Arbeiten anderer Art ersetzt werden oder bei Wahlfächern auf Schulaufgaben und eine Benotung verzichtet wird.
(2) 1Inhalt und Dauer der Schulaufgabe sowie die zugelassenen Hilfsmittel bestimmt die zuständige Lehrkraft. 2Die Termine für Schulaufgaben müssen mindestens eine Woche vorher angekündigt werden. 3An einem Tag soll nicht mehr als eine Schulaufgabe angesetzt werden.
(3) Der Schulleiter kann nach Rücksprache mit der Lehrkraft eine schriftliche Schulaufgabe für ungültig erklären und die Anfertigung einer neuen anordnen, wenn die Anforderungen nicht angemessen waren.
(4) 1Die Schulaufgaben sind von der zuständigen Lehrkraft zu bewerten und mit den Studierenden zu besprechen. 2Bei Vortragserstattung und praktischen Aufgaben sind zur Benotung Bewertungsbögen zu verwenden. 3Die Schulaufgaben und Bewertungsbögen müssen drei Jahre aufbewahrt werden.
(5) 1Das Praktikum ist in einem Praktikumsbericht zu dokumentieren. 2Dieser wird in dem thematisch zugehörigen Unterrichtsfach des dritten Schuljahres wie eine Schulaufgabe gewertet.
(6) Haben sich Studierende einer Überprüfung ihres Leistungsstands unterzogen, so können nachträglich geltend gemachte gesundheitliche Gründe, denen zufolge die Arbeit nicht gewertet werden soll, nicht anerkannt werden.
(7) 1Versäumen Studierende ohne ausreichende Entschuldigung eine Schulaufgabe, wird die Note „ungenügend“ erteilt. 2Bei ausreichender Entschuldigung findet ein Nachtermin statt. 3Versäumen Studierende mehrere Schulaufgaben mit ausreichender Entschuldigung, so kann je Fach ein Nachtermin für mehrere Schulaufgaben angesetzt werden.
(8) 1Versäumen Studierende den Nachtermin mit ausreichender Entschuldigung, so kann eine Ersatzprüfung angesetzt werden. 2Eine Ersatzprüfung kann in jedem Fach nur einmal im Schulhalbjahr stattfinden. 3Sie kann sich über den gesamten bis dahin behandelten Unterrichtsstoff des Schuljahres erstrecken. 4Der Termin der Ersatzprüfung und der Unterrichtsstoff sind den Studierenden spätestens eine Woche vorher mitzuteilen.
(9) 1Nehmen Studierende an der Ersatzprüfung wegen Erkrankung nicht teil, so muss die Erkrankung durch ärztliches Attest nachgewiesen werden. 2Die Schule kann die Vorlage eines schulärztlichen Zeugnisses verlangen.
§ 17
Stegreifaufgabe
(1) 1Stegreifaufgaben werden in mündlicher Form oder als schriftliche bzw. praktische Stegreifaufgabe erbracht. 2In jedem Schuljahr sind in den Pflichtfächern mit mehr als einer Unterrichtswochenstunde mindestens je zwei Stegreifaufgaben zu fordern. 3In Pflichtfächern mit einer Unterrichtswochenstunde ist mindestens eine Stegreifaufgabe zu fordern. 4In Schuljahren, die mindestens 12 Wochen Praktikum enthalten, ist in den Pflichtfächern mit weniger als sechs Unterrichtswochenstunden mindestens eine Stegreifaufgabe zu fordern, in Pflichtfächern mit sechs oder mehr Unterrichtswochenstunden mindestens zwei Stegreifaufgaben. 5Die je Schuljahr in einem Pflichtfach geforderten Stegreifaufgaben können durch eine Einzelprüfung von mindestens 15 Minuten Dauer erbracht werden; die Lehrkraft gibt rechtzeitig vorher den Umfang der Prüfungsinhalte bekannt.
(2) 1Stegreifaufgaben haben im wesentlichen nur den Lerninhalt der letzten Unterrichtseinheit oder den aufgegebenen laufenden Lerninhalt zum Gegenstand. 2 § 16 Abs. 3 bis 5 gelten entsprechend.
§ 18
Bewertung von Leistungen
(1) 1Für die Bewertung von Leistungen sind folgende Noten zu verwenden:
sehr gut
(1)
=
eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße entspricht,
gut
(2)
=
eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht,
befriedigend
(3)
=
eine Leistung, die den Anforderungen im Allgemeinen entspricht,
ausreichend
(4)
=
eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht,
mangelhaft
(5)
=
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, aber erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können,
ungenügend
(6)
=
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und erkennen lässt, dass selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.
2Zwischennoten sind nicht zulässig. 3Der Begriff „Anforderungen“ bezieht sich auf den Umfang sowie auf die selbständige und richtige Anwendung des Wissens und auf die Art der Darstellung.
(2) 1Die Lehrkraft ermittelt die Noten aus mehreren Einzelleistungen oder Einzelnoten unter Wahrung der Gleichbehandlung aller Studierenden in pädagogischer Verantwortung, dabei wird in der Regel, sofern im Folgenden nichts anderes bestimmt ist, das arithmetische Mittel gebildet. 2Als Note ergibt sich bei einem arithmetischen Mittel von
1,00 bis 1,50 = Note 1,
1,51 bis 2,50 = Note 2,
2,51 bis 3,50 = Note 3,
3,51 bis 4,50 = Note 4,
4,51 bis 5,50 = Note 5,
5,51 bis 6,00 = Note 6.
§ 19
Unerlaubte Hilfe
(1) 1Wer sich beim Ablegen von Leistungsnachweisen unerlaubter Hilfe bedient oder den Versuch dazu macht, erhält hierfür die Note „ungenügend“. 2Als Versuch gilt auch die Bereithaltung nicht zugelassener Hilfsmittel. 3Ebenso kann verfahren werden, wenn zu fremdem Vorteil gehandelt wird.
(2) 1Absatz 1 gilt auch dann, wenn der Verstoß erst nachträglich bekannt und nachgewiesen wird. 2Das Prüfungsergebnis ist zu berichtigen.
§ 20
Jahreszeugnis
(1) 1Zum Abschluss des ersten und zweiten Schuljahres erhalten die Studierenden je ein Jahreszeugnis nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster. 2Es umfasst die Leistungen im ersten oder zweiten Schuljahr in den Pflichtfächern und den Wahlfächern, soweit diese benotet werden.
(2) 1Die Zeugnisnote eines Unterrichtsfachs wird auf Grund der Einzelnoten für Schulaufgaben und Stegreifaufgaben in pädagogischer Verantwortung festgesetzt.
(3) Die Zeugnisnoten werden von der Lehrerkonferenz (§ 35) festgestellt.
(4) Bemerkungen nach Art. 52 Abs. 3 Satz 3 BayEUG können in das Jahreszeugnis aufgenommen werden.
§ 21
Vorrücken und Wiederholen
(1) 1Das Jahreszeugnis enthält die Feststellung, ob die Berechtigung zum Vorrücken in das nächste Schuljahr erreicht ist. 2Die Berechtigung zum Vorrücken ist nicht erreicht, wenn in einem Pflichtfach die Note „ungenügend“ oder in zwei Pflichtfächern die Note „mangelhaft“ erteilt worden ist, ohne dass ein Notenausgleich stattfindet. 3Notenausgleich kann Studierenden gewährt werden, wenn sie bei der Note „ungenügend“ in einem Pflichtfach oder bei der Note „mangelhaft“ in zwei Pflichtfächern mindestens ausreichende Leistungen in allen übrigen Pflichtfächern erzielt haben und in mindestens einem Pflichtfach die Note „sehr gut“ oder in zwei Pflichtfächern die Note „gut“ aufweisen. 4Bei der Note „ungenügend“ in einem Pflichtfach, das mit dem ersten oder zweiten Schuljahr ausläuft, ist ein Notenausgleich ausgeschlossen. 5Dasselbe gilt, wenn beide Noten „mangelhaft“ auf auslaufende Pflichtfächer entfallen. 6Die Entscheidung über die Gewährung von Notenausgleich trifft die Lehrerkonferenz.
(2) 1Wurde die Berechtigung zum Vorrücken in das nächste Schuljahr nicht erreicht, kann das Schuljahr einmal wiederholt werden. 2 Art. 53 Abs. 3 und 5 Satz 1 BayEUG bleiben unberührt.
(3) 1Studierenden, die infolge nachgewiesener erheblicher Beeinträchtigungen ohne eigenes Verschulden wegen Leistungsminderungen die Voraussetzungen zum Vorrücken in das nächste Schuljahr nicht erfüllen (z.B. wegen Krankheit), kann das Vorrücken auf Probe gestattet werden, wenn zu erwarten ist, dass die entstandenen Lücken geschlossen werden können und das angestrebte Bildungsziel erreicht werden kann (Art. 53 Abs. 6 Satz 2 BayEUG).
(4) Über das Vorrücken, das Vorrücken auf Probe und die Dauer der Probezeit entscheidet die Lehrerkonferenz.
§ 22
Abschlussprüfung
1Das dritte Schuljahr der Fachakademie endet mit einer Abschlussprüfung. 2Den Zeitpunkt der Abschlussprüfung legt das Staatsministerium fest. 3Die Abschlussprüfung besteht aus einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung.
§ 23
Prüfungsausschuss
(1) 1Die Abschlussprüfung wird jeweils vor einem Prüfungsausschuss abgelegt. 2Dem Prüfungsausschuss gehören an
1.
eine vom Staatsministerium bestellte Person oder in deren Vertretung der Schulleiter als vorsitzendes Mitglied,
2.
der Schulleiter oder sein Vertreter und
3.
die Lehrkräfte, die in den Pflichtfächern unterrichten.
3Im Bedarfsfall kann der Schulleiter weitere Ausschussmitglieder und stellvertretende Mitglieder berufen.
(2) 1Der Prüfungsausschuss entscheidet mit einfacher Mehrheit und in Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Mitglieder. 2Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds. 3Stimmenthaltung ist nicht zulässig.
(3) Über den Verlauf und das Ergebnis der Abschlussprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen; die Niederschrift ist drei Jahre aufzubewahren.
§ 24
Prüfungsfächer
Es werden folgende Pflichtfächer geprüft:
1.
Ernährung und Gesundheit,
2.
Rechnungswesen und Controlling,
3.
Betriebslehre und Personalwirtschaft,
4.
Betriebsmanagement
5.
Berufs- und Arbeitspädagogik
§ 25
Schriftliche Prüfung
(1) 1In den Prüfungsfächern nach § 24 Nr. 1, 2, 3 und 5 wird schriftlich geprüft. 2Die schriftliche Prüfung dauert in jedem Fach 180 Minuten. 3Für die Durchführung der Abschlussprüfung im Prüfungsfach nach § 24 Abs. 1 Nr. 5 gilt § 4 Abs. 2 Satz 1 der Ausbilder-Eignungsverordnung entsprechend.
(2) 1Das Staatsministerium stellt die Prüfungsaufgaben und bestimmt die zugelassenen Hilfsmittel. 2Hierfür reicht der Schulleiter für die Prüfungsfächer je zwei Vorschläge ein.
(3) 1Die schriftlichen Prüfungsarbeiten werden von der zuständigen Lehrkraft als Erstprüfer und einem auf Vorschlag des Schulleiters vom vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses bestimmten Zweitprüfer bewertet. 2Bei abweichender Beurteilung sollen die beiden Prüfer eine Einigung über die Benotung versuchen. 3Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses oder ein von ihm bestellter dritter Prüfer.
§ 26
Mündliche Prüfung
(1) In einem oder mehreren Prüfungsfächern nach § 24 Nr. 1, 2 und 3 wird auf Antrag mündlich geprüft, wenn die Jahresfortgangsnote und die Note der schriftlichen Prüfung um mehr als eine Note auseinanderliegen.
(2) Die Prüfung dauert in jedem Fach in der Regel 15 Minuten.
(3) 1Die mündliche Prüfung wird von der zuständigen Lehrkraft und mindestens einem weiteren Mitglied des Prüfungsausschusses durchgeführt und bewertet, die sich auf eine Note einigen. 2Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses.
§ 27
Praktische Prüfung
(1) 1Im Prüfungsfach nach § 24 Nr. 5 wird eine praktische Prüfung nach den Bestimmungen der „Ausbilder-Eignungsverordnung“ durchgeführt, die eine Ausbildungseinheit und ein Prüfungsgespräch umfasst. 2Diese praktische Prüfung findet im zweiten Schuljahr statt. 3Die Prüfungsdauer der praktischen Prüfung einschließlich Prüfungsgespräch beträgt in der Regel 60 Minuten. 4Die Studierenden wählen je eine Ausbildungseinheit in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss aus. 5Im Prüfungsgespräch begründen die Studierenden die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungseinheit. 6Der Prüfungsausschuss legt die Dauer der Vorbereitungszeit und die zugelassenen Hilfsmittel fest.
(2) 1Im Prüfungsfach nach § 24 Nr. 4 findet eine praktische Prüfung mit Auszubildenden oder Mitarbeitern und 240 Minuten Dauer und einem anschließenden Prüfungsgespräch von 20 Minuten Dauer statt. 2Für die Ausarbeitung stehen vorher 240 Minuten zur Verfügung.
(3) 1Die praktische Prüfung wird von einer Lehrkraft und einem weiteren Mitglied des Prüfungsausschusses durchgeführt und bewertet, die sich auf eine Note einigen. 2Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses.
§ 28
Versäumnis, unerlaubte Hilfe
(1) Wer eine Prüfung versäumt und nicht nachweisen kann, dass ein zwingender Hinderungsgrund ohne eigenes Verschulden vorlag, erhält hierfür die Note „ungenügend“.
(2) Wer aus zwingenden Hinderungsgründen ohne eigenes Verschulden schriftliche, mündliche und praktische Teile der Abschlussprüfung oder die gesamte Abschlussprüfung versäumt, erhält einen Nachholtermin.
(3) Ob Versäumnisgründe zu vertreten sind, entscheidet der Prüfungsausschuss.
(4) § 16 Abs. 5 und § 19 gelten entsprechend.
§ 29
Festsetzung des Prüfungsergebnisses
(1) Vor Beginn der Abschlussprüfung setzt die Lehrerkonferenz entsprechend § 18 Abs. 2 die von den Lehrkräften vorgeschlagenen Fortgangsnoten (Zahlenwerte) des dritten Schuljahres der Prüfungsfächer und der übrigen Fächer fest.
(2) 1Nach Ende der Abschlussprüfung setzt der Prüfungsausschuss die Zeugnisnoten fest. 2Bei der Ermittlung der Zeugnisnote eines Prüfungsfachs wird die auf zwei Dezimalstellen berechnete Fortgangsnote (Zahlenwert), die Note der schriftlichen Prüfung und die Note der praktischen Prüfung je zweifach, die Note der mündlichen Prüfung je einfach gewertet. 3Bei den übrigen Fächern ist die Fortgangsnote zugleich die Zeugnisnote. 4Die Zeugnisnoten sind als ganze Noten auszuweisen.
(3) 1Neben den Zeugnisnoten nach Absatz 2 wird eine Gesamtnote errechnet. 2Diese ergibt sich aus dem arithmetischen Mittel der Zeugnisnoten (Zahlenwerte, ganze Noten) der Prüfungsfächer und der Zeugnisnoten (Zahlenwerte, ganze Noten) der sonstigen Pflichtfächer, wobei die Zeugnisnoten der Prüfungsfächer je zweifach, die Noten der sonstigen Pflichtfächer je einfach gewertet werden. 3Das Ergebnis wird auf zwei Dezimalstellen berechnet. 4Die Gesamtnote kann lauten:
sehr gut
= 1,00 – 1,50,
gut
= 1,51 – 2,50,
befriedigend
= 2,51 – 3,50,
ausreichend
= 3,51 – 4,50.
(4) 1Nach Vorliegen der Zeugnisnoten und der Gesamtnote entscheidet der Prüfungsausschuss über das Bestehen der Abschlussprüfung. 2Abgesehen von einer schlechteren Gesamtnote als „ausreichend“ ist die Abschlussprüfung nicht bestanden, wenn in einem Pflichtfach die Zeugnisnote „ungenügend“ oder in zwei Pflichtfächern die Zeugnisnote „mangelhaft“ erteilt worden ist. 3Bei der Zeugnisnote „mangelhaft“ in nur einem Prüfungsfach und in einem sonstigen Pflichtfach oder in zwei sonstigen Pflichtfächern ist das Schuljahr gleichwohl mit Erfolg abgeschlossen, wenn in einem anderen Prüfungsfach die Note „sehr gut“ oder in zwei Prüfungsfächern oder in einem Prüfungsfach und in einem sonstigen Pflichtfach jeweils wenigstens die Note „gut“ erzielt wurde.
(5) Für die Berechnung der Gesamtnote und für das Bestehen der Abschlussprüfung zählen alle Noten der Pflichtfächer im Abschlusszeugnis.
(6) 1Ist die Abschlussprüfung nicht bestanden, so kann sie nach nochmaligem Besuch des dritten Schuljahres einmal wiederholt werden. 2Mit Genehmigung des Staatsministeriums ist eine zweite Wiederholung möglich (Art. 54 Abs. 5 Satz 2 BayEUG).
(7) Absatz 6 Satz 1 gilt entsprechend, wenn die Abschlussprüfung zur Notenverbesserung wiederholt wird; die Studierenden haben die Wahl, welches Prüfungszeugnis sie gelten lassen wollen.
§ 30
Abschlusszeugnis
(1) 1Zum Abschluss des dritten Schuljahres erhalten Studierende, die die Abschlussprüfung bestanden haben, ein Abschlusszeugnis. 2Für das Abschlusszeugnis sind die Muster des Staatsministeriums zu verwenden.
(2) 1Im Abschlusszeugnis sind die Gesamtnote, der auf zwei Dezimalstellen errechnete Zahlenwert der Gesamtnote, die Zeugnisnoten der Pflicht- und Wahlfächer des dritten Schuljahres und die Zeugnisnoten der mit dem zweiten Schuljahr abgeschlossenen Pflichtfächer einzutragen. 2Daneben sind die Berufsbezeichnung und die Berechtigung, welche das Zeugnis verleiht, auszuweisen (Fachliche Ausbildereignung). 3 Sofern die Arbeitsunterweisung und die schriftliche Prüfungsnote im Fach Berufs- und Arbeitspädagogik (§ 24 Nr. 5) mindestens die Note „ausreichend“ aufweisen, wird folgender Satz ins Zeugnis aufgenommen:
„Die beruflichen sowie die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten im Sinn des § 30 des Berufsbildungsgesetzes bzw. nach § 6 Abs. 3 der Ausbilder-Eignungsverordnung sind nachgewiesen.“
4Soweit die nach der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt und geprüft wurden, enthält das Zeugnis den Zusatz „Der Sachkundenachweis für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist erbracht (Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung in der jeweils geltenden Fassung)“. 5Weitere Zusatzqualifikationen, in denen Zertifikate erworben wurden, werden aufgeführt.
(3) Studierende, die die Abschlussprüfung nicht bestanden haben, erhalten eine Bestätigung nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster mit den Zeugnisnoten und dem Vermerk über das Nichtbestehen.
(4) In das Abschlusszeugnis ist eine allgemeine Beurteilung nach Art. 54 Abs. 4 Satz 3 BayEUG nicht aufzunehmen.
§ 31
Berufsbezeichnung, Urkunden
Studierende, die die Abschlussprüfung bestanden haben, erhalten neben dem Abschlusszeugnis eine Urkunde nach dem Muster des Staatsministeriums; sie sind berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Betriebswirt für Ernährungs- und Versorgungsmanagement“ oder „Staatlich geprüfte Betriebswirtin für Ernährungs- und Versorgungsmanagement“ zu führen.
§ 32
Fachhochschulreife
Für den Erwerb der Fachhochschulreife gilt die Prüfungsordnung für die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife (ErgPOFHR).
§ 33
Fachliche Ausbildereignung
Die bestandene Abschlussprüfung ist eine gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 der Verordnung über die Anforderungen an die fachliche Eignung und die Anerkennung von Prüfungen zum Nachweis der fachlichen Eignung für die Berufsausbildung in den Berufen der Landwirtschaft und in der Hauswirtschaft vom 1. August 2005 (BGBl I S. 2284) für die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf Hauswirtschafter/Hauswirtschafterin anerkannte Prüfung.

Siebter Teil Fachakademiedirektor, Lehrkräfte, Lehrerkonferenz

§ 34
Fachakademiedirektor, Lehrkräfte
(1) Der Schulleiter (Direktor/Direktorin) und seine Vertretung werden vom Staatsministerium bestellt; sie müssen zugleich hauptamtliche Lehrkräfte sein.
(2) 1Der Unterricht wird von hauptamtlichen, hauptberuflichen, nebenamtlichen und nebenberuflichen Lehrkräften erteilt. 2Hauptamtliche Lehrkräfte sind in der Regel die Beamten des höheren agrarwirtschaftlichen bzw. agrarwirtschaftlich-hauswirtschaftlichen Dienstes einschließlich des höheren agrarwirtschaftlichen bzw. agrarwirtschaftlich-hauswirtschaftlichen Lehramts sowie landwirtschaftlich-hauswirtschaftliche Fachlehrerinnen und –beraterinnen oder vergleichbare Beamte. 3Nebenamtliche und nebenberufliche Lehrkräfte werden durch den Schulleiter berufen.
(3) Der Schulleiter bestimmt eine Beratungslehrkraft entsprechend Art. 78 Abs. 1 BayEUG, die auch die Aufgaben der Drogenkontaktlehrkraft wahrnimmt.
(4) Der Schulleiter bestimmt für jede Klasse eine hauptamtliche Lehrkraft als Klassenleiter.
(5) 1Der Schulleiter übt das Hausrecht in der Schulanlage aus. 2Der Schulleiter erlässt eine Hausordnung und gegebenenfalls eine Heimordnung.
§ 35
Lehrerkonferenz
(1) 1Die Lehrerkonferenz ist mindestens zweimal in jedem Schuljahr einzuberufen; ihre Sitzungen sind nicht öffentlich. 2Mitglieder der Lehrerkonferenz sind alle Lehrkräfte; sie sind verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen. 3Die nebenamtlichen und nebenberuflichen Lehrkräfte sowie unterweisende Fachkräfte sind zur Teilnahme nur verpflichtet, wenn dies das vorsitzende Mitglied für erforderlich hält.
(2) Den Klassensprechern ist Gelegenheit zu geben, an der Lehrerkonferenz teilzunehmen, wenn und soweit Angelegenheiten beraten werden, welche die Studierenden allgemein betreffen; die Entscheidung hierüber trifft das vorsitzende Mitglied.
(3) 1Alle Mitglieder der Lehrerkonferenz sind stimmberechtigt. 2Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. 3Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds. 4Die Lehrerkonferenz ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten zur Teilnahme verpflichteten Mitglieder anwesend ist. 5 § 40 Abs. 2 bleibt unberührt.
(4) 1Über Beratungen und Abstimmungen, die Angelegenheiten von Studierenden, Schulpersonal oder dritten Personen betreffen, ist Verschwiegenheit zu bewahren. 2Die Lehrerkonferenz kann auch die vertrauliche Behandlung anderer Beratungsgegenstände beschließen.
(5) 1Über den Ablauf jeder Lehrerkonferenz ist eine Niederschrift anzufertigen. 2Die Niederschrift muss enthalten:
1.
den Tag, Ort und Dauer der Sitzung,
2.
die Teilnehmer,
3.
die Tagesordnung,
4.
die Ergebnisse, bei Abstimmungen auch das Stimmverhältnis.
3Konferenzteilnehmer können abweichende Meinungen zu Protokoll geben.

Achter Teil Einrichtungen zur Mitgestaltung des schulischen Lebens

§ 36
Studierendenvertretung
(1) 1Die Studierenden jeder Klasse wählen zu Schuljahresbeginn aus dem Kreis der Studierenden jeweils eine Person zum Klassensprecher sowie eine weitere Person zu dessen Stellvertreter. 2Die Wahl erfolgt schriftlich und geheim. 3Erhält keine Person die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, so findet eine Stichwahl unter den beiden Personen statt, welche die höchste Zahl gültiger Stimmen erhalten haben. 4Auf Antrag der Mehrheit der Studierenden kann während des Schuljahres eine Neuwahl durchgeführt werden.
(2) 1Die Klassensprecher vertreten die Studierenden in Schulangelegenheiten (Art. 62 Abs. 1 BayEUG). 2Die Rechte der einzelnen Studierenden, insbesondere nach § 14 Abs. 1 und 2, bleiben unberührt.
(3) 1Die Klassensprecher und ihre Stellvertreter bilden die Studierendenvertretung der Fachakademie. 2Die Studierendenvertretung nimmt die Aufgaben nach Art. 62 Abs. 4 BayEUG wahr. 3Die Mitglieder der Studierendenvertretung wählen aus ihrer Mitte ein vorsitzendes Mitglied und einen Stellvertreter. 4Diese nehmen die Aufgaben und Rechte nach Art. 62 Abs. 5 BayEUG wahr. 5Für die Wahl gilt Absatz 1 entsprechend.
(4) Der Schulleiter unterrichtet die Studierendenvertretungen über deren Aufgaben und laufend über Angelegenheiten, die für die Fachakademie von allgemeiner Bedeutung sind, wie Beschlüsse der Lehrerkonferenz oder Rechts- und Verwaltungsvorschriften, soweit sie Angelegenheiten der Studierenden betreffen.
§ 37
Beirat
(1) 1Bei der Fachakademie ist ein Beirat für die Dauer von vier Jahren zu bilden. 2Dem Beirat gehören an
1.
eine Person des Staatsministeriums,
2.
der Schulleiter,
3.
der stellvertretende Schulleiter,
4.
eine Person in Vertretung des Schulaufwandsträgers,
5.
eine Person des Absolventenverbands.
3Der Vertreter des Staatsministeriums führt den Vorsitz (vorsitzendes Mitglied), dem Schulleiter obliegt die Stellvertretung.
(2) 1Der Beirat wirkt bei grundsätzlichen und wichtigen Fragen des Schulbetriebs beratend mit. 2Er fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. 3Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds.
(3) 1Der Beirat ist jährlich mindestens einmal durch das vorsitzende Mitglied einzuberufen. 2Er muss einberufen werden, wenn ein Drittel der Mitglieder dies unter Angabe des Beratungsgegenstands schriftlich beantragt.
(4) 1Die Tätigkeit im Beirat ist ehrenamtlich. 2Die Leistung von Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder nach Absatz 1 Satz 2 Nrn. 4 und 5 regelt das Staatsministerium.

Neunter Teil Tätigkeiten von nicht zur Schule gehörigen Personen

§ 38
Sammlung, Werbung
(1) 1Die Durchführung von Sammlungen in der Fachakademie für außerschulische Zwecke und die Aufforderung an die Studierenden in der Schule, sich an Sammlungen in der Öffentlichkeit zu beteiligen, sind unzulässig. 2Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Staatsministeriums. 3Unterrichtszeit darf jedoch für Sammlungstätigkeit nicht verwendet werden.
(2) Für die kommerzielle und politische Werbung gilt Art. 84 BayEUG.
§ 39
Erhebungen
Erhebungen durch nicht zur Schule gehörige Personen und Organisationen einschließlich Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen sind in der Fachakademie nur mit Zustimmung des Staatsministeriums zulässig.

Zehnter Teil Ordnungsmaßnahmen, Aufsicht, Haftung

§ 40
Ordnungsmaßnahmen
(1) 1Studierende haben sich so zu verhalten, dass der Zweck des Unterrichts erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. 2In diesem Rahmen ist den Anordnungen des Schulleiters, der Lehrkräfte und derjenigen Personen zu folgen, denen bestimmte Aufgaben in der Fachakademie übertragen sind.
(2) 1Eine Bindung an die Reihenfolge der Ordnungsmaßnahmen nach Art. 86 Abs. 2 BayEUG besteht nicht. 2In der Fachakademie kommen in der Regel folgende Ordnungsmaßnahmen in Frage:
1.
der schriftliche Verweis durch die Klassenleiter,
2.
der verschärfte Verweis durch den Schulleiter,
3.
die Androhung der Entlassung durch die Lehrerkonferenz,
4.
die Entlassung durch die Lehrerkonferenz.
3Bei der Anwendung von Ordnungsmaßnahmen wird auf Art. 86 bis 88 BayEUG verwiesen.
(3) Ordnungsmaßnahmen werden dem Studierenden schriftlich unter Angabe des zu Grunde liegenden Sachverhalts mitgeteilt.
(4) 1Bei Entlassung kann die Wiederaufnahme in die Fachakademie frühestens zu Beginn des nächsten gleichen Schuljahres erfolgen. 2Studierende, die bereits zweimal entlassen wurden, können nicht wieder aufgenommen werden.
§ 41
Aufsicht
1Die Aufsichtspflicht der Fachakademie erstreckt sich auf die Zeit, in der die Studierenden am Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen teilnehmen. 2Der Schulleiter regelt die Aufsicht während des Schulbetriebs.
§ 42
Haftung
(1) In Schadensfällen haftet der Freistaat Bayern als Schulträger im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.
(2) 1Für Schäden, die Studierende schuldhaft verursachen, sind diese dem Schulträger gegenüber nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich. 2Die Haftung bezieht sich auch auf das den Studierenden anvertraute Schuleigentum. 3Die Studierenden sind verpflichtet, eine ausreichende Haftpflichtversicherung für Schule und Praktika abzuschließen.
§ 43
(aufgehoben)
§ 44
(aufgehoben)
§ 45
In-Kraft-Treten, Übergangsregelung
(1) Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. September 2001 in Kraft.
(2) 1Für Studierende, die im Schuljahr 2018/2019 das zweite oder dritte Schuljahr besuchen, gilt bis zum Abschluss des Schulbesuchs, für Studierende, die die Abschlussprüfung wiederholen, längstens bis 2022 die Schulordnung in der bis 31. August 2018 geltenden Fassung. 2Abweichend von Satz 1 können Studierende auf Antrag die Abschluss- und Wiederholungsprüfung in der ab 1. September 2018 geltenden Fassung ablegen.
München, den 30. August 2001
Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten
Josef Miller, Staatsminister
Anlage (zu § 8)
Stundentafel für die Fachrichtung Ernährungs- und Versorgungsmanagement

1. Schuljahr
2. Schuljahr
3. Schuljahr

Wochenstunden
Wochenstunden
Wochenstunden
Pflichtfächer



Allgemeinbildende Grundlagen



1.1 Deutsch
2
2
1.2 Englisch
2
2
2
1.3 Mathematik
2
1.4 Sozialkunde und Verbraucherbildung
2
1.5 Informationstechnik und EDV-Anwendungen
2
1
Leistungsbereiche



2.1 Ernährung und Gesundheit
8
8
2
2.2 Marketing und Kundenservice
1
2
2.3 Objektgestaltung und Gerätetechnik
1
2
2.4 Objektreinigung
5
2
2.5 Textilien und Wäscheversorgung
4
4
2.6 Garten und Lebensmittelproduktion
2
2
2
Betriebswirtschaft und Führung



3.1 Rechnungswesen und Controlling
4
4
3.2 Qualitätsmanagement und Zertifizierung
1
2
3.3 Existenzgründung und Diversifizierung
2
3.4 Betriebslehre und Personalwirtschaft
3
5
3.5 Berufs- und Arbeitspädagogik
5
3.6 Projektmanagement
2
3
3.7 Vertiefungsbereich Betriebsmanagement
8
Mindeststundenzahl:
34
35
32
Zusatzfächer für den Erwerb der Fachhochschulreife



4.1 Englisch
1
4.2 Mathematik
2
2
Wahlfächer



5.1 Informationstechnik – Vertiefung
1
1
5.2 Musische Bildung
2
5.3 Mode und textiles Gestalten
2
5.4 Garten – Vertiefung
2
Zusatzfächer und Wahlfächer gesamt
4
5
4
6.1 Rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation
1
Pflichtfächer + Wahlfächer
38
40
36
Praktikum (Halbjahresblock im zweiten Schuljahr) 1)
6 Monate
Unterrichtswochen pro Schuljahr
38
19
33

1) [Amtl. Anm.:] Inhalte und Umfang des Praktikums erfolgen nach den Vorgaben des Staatsministeriums.