Text gilt seit: 01.09.2011
Fassung: 19.07.2001

Schulordnung für die staatlichen Höheren Landbauschulen
Vom 19. Juli 2001
(GVBl. S. 395)
BayRS 7803-8-L

Vollzitat nach RedR: Schulordnung für die staatlichen Höheren Landbauschulen vom 19. Juli 2001 (GVBl. S. 395, BayRS 7803-8-L), die zuletzt durch Verordnung vom 8. September 2011 (GVBl. S. 493) geändert worden ist
Auf Grund von Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 44 Abs. 2 Satz 1, Art. 45 Abs. 2 Satz 1, Art. 49 Abs. 1 Satz 2, Art. 52 Abs. 4 , Art. 54 Abs. 2 und 3 , Art. 58 Abs. 6, Art. 62 Abs. 8 , Art. 84 Abs. 1 , Art. 89 und 128 Abs. 1 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) in der Fassung der Bekanntmachung vom 31. Mai 2000 (GVBl S. 414, her. S. 632, BayRS 2230-1-1- UK) erlässt das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten folgende Verordnung:

Inhaltsübersicht

Erster Teil Allgemeine Vorschriften
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Ausbildungsziele
§ 3 Ausbildungsdauer
Zweiter Teil Aufnahme
§ 4 Anmeldung
§ 5 Aufnahme
§ 6 Höchstzulassung, Mindestzulassung
§ 7 Wohnheim für Studierende
Dritter Teil Inhalte des Unterrichts
§ 8 Stundentafel
§ 9 Gestaltung des Unterrichts
§ 10 Lernmittel
Vierter Teil Grundsätze des Schulbetriebs
§ 11 Unterrichtszeit
§ 12 Teilnahme am Unterricht und sonstigen Veranstaltungen
§ 13 Verhinderung am Schulbesuch
§ 14 Recht der Studierenden auf Mitwirkung und Information
§ 15 Gesundheitsvorsorge
Fünfter Teil Leistungsnachweise
§ 16 Schulaufgaben
§ 17 Stegreifaufgaben
§ 18 Bewertung von Leistungen
§ 19 Unerlaubte Hilfe
Sechster Teil Schulabschluss
§ 20 Abschlussprüfung
§ 21 Prüfungsausschuss
§ 22 Prüfungsfächer
§ 23 Schriftliche Prüfung
§ 24 Mündliche Prüfung
§ 25 Facharbeit
§ 26
§ 27 Versäumnis, unerlaubte Hilfe
§ 28 Festsetzung des Prüfungsergebnisses
§ 29 Abschlusszeugnis
§ 30 Berufsbezeichnung, Urkunden
§ 31 Fachliche Ausbildereignung
Siebter Teil Schulleiter, Lehrkräfte, Lehrerkonferenz
§ 32 Schulleiter, Lehrkräfte
§ 33 Lehrerkonferenz
Achter Teil Einrichtungen zur Mitgestaltung des schulischen Lebens
§ 34 Studierendenvertretung
§ 35 Beirat
Neunter Teil Tätigkeiten von nicht zur Schule gehörigen Personen
§ 36 Sammlung, Werbung
§ 37 Erhebungen
Zehnter Teil Ordnungsmaßnahmen, Aufsicht, Haftung
§ 38 Ordnungsmaßnahmen
§ 39 Aufsicht
§ 40 Haftung
Elfter Teil Schlussvorschriften
§ 41
§ 42
§ 43 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten

Erster Teil Allgemeine Vorschriften

§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Ausbildungsziele
§ 3 Ausbildungsdauer
§ 1
Geltungsbereich
Diese Schulordnung gilt für die staatlichen Höheren Landbauschulen.
§ 2
Ausbildungsziele
(1) 1Im Rahmen des gemeinsamen Bildungs- und Erziehungsauftrags aller Schulen (Art. 1 BayEUG) hat die Höhere Landbauschule die Aufgabe, die Studierenden, aufbauend auf dem in der Landwirtschaftsschule erworbenen Wissen und Können, auf eine spätere Tätigkeit als Unternehmer und Leiter landwirtschaftlicher Betriebe sowie für verwandte Tätigkeiten im Agrarbereich vorzubereiten. 2Für die Unternehmerqualifikation wird insbesondere das Wissen in Finanz-, Rechts- und Managementfragen vertieft. 3Im Unterricht wird mit den Grundsätzen Anwenden und Beurteilen die Handlungs- und Entscheidungskompetenz wesentlich gefördert. 4Die fachlichen Voraussetzungen für die Ausbildereignung nach dem Berufsbildungsgesetz werden vermittelt.
(2) Die Höhere Landbauschule hat zudem die Aufgabe, die Bereitschaft zum Einsatz für den freiheitlichdemokratischen und sozialen Rechtsstaat zu fördern und zur Wahrnehmung von Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft zu befähigen (Art. 2 BayEUG).
§ 3
Ausbildungsdauer
(1) Der Unterricht umfasst ein Schuljahr mit 40 Unterrichtswochen in Vollzeitform.
(2) Beginn und Ende der Unterrichtszeiten sowie Ferienzeiten legt das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (im Folgenden: Staatsministerium) fest.

Zweiter Teil Aufnahme

§ 4 Anmeldung
§ 5 Aufnahme
§ 6 Höchstzulassung, Mindestzulassung
§ 7 Wohnheim für Studierende
§ 4
Anmeldung
1Aufnahmeanträge sind bis 30. April jeden Jahres bei der Höheren Landbauschule zu stellen. 2Mit dem Aufnahmeantrag sind die nach § 5 erforderlichen Zeugnisse und Nachweise vorzulegen. 3Aufnahmeanträge, die verspätet oder bis zu diesem Termin mit unvollständigen Unterlagen eingehen, können nur im Rahmen der noch vorhandenen Studienplätze berücksichtigt werden.
§ 5
Aufnahme
(1) 1Die Aufnahme in die Höhere Landbauschule setzt die fachschulische Vorbildung „Staatlich geprüfter Wirtschafter/staatlich geprüfte Wirtschafterin“ voraus. 2Diese ist durch das Schulschlusszeugnis einer Landwirtschaftsschule oder einen gleichwertigen Abschluss nachzuweisen. 3Die Aufnahme in die Höhere Landbauschule setzt ferner die erfolgreiche Abschlussprüfung in einem landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf und eine spätere einschlägige Berufstätigkeit in der Landwirtschaft von mindestens einem Jahr voraus.
(2) Mit dem Aufnahmeantrag sind vorzulegen
1.
ein Lebenslauf und zwei Passbilder neuesten Datums,
2.
die Nachweise (Zeugnisse) gemäß Absatz 1,
3.
bei Bewerbern mit einer anderen Muttersprache als Deutsch ein Nachweis über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache.
(3) 1Über die Aufnahme entscheidet der Schulleiter durch schriftlichen Bescheid; ablehnende Entscheidungen sind zu begründen und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen. 2In Ausnahmefällen kann der Schulleiter im Rahmen noch verfügbarer Studienplätze von einzelnen Aufnahmevoraussetzungen befreien. 3Bei der Entscheidung über die Aufnahme ist Art. 44 Abs. 2 BayEUG zu beachten.
(4) 1Den zugelassenen Studierenden ist die Schulordnung auszuhändigen. 2Sofern ein Auswahlverfahren (§ 6 Abs. 2) durchgeführt wird, bestimmt die Höhere Landbauschule im Zulassungsbescheid einen Termin, bis zu dem zu erklären ist, ob der Studienplatz angenommen wird. 3Geht die Erklärung bis zu diesem Termin bei der Höheren Landbauschule nicht ein, wird ein Zulassungsbescheid unwirksam.
§ 6
Höchstzulassung, Mindestzulassung
(1) 1Die Schulleiter legen jeweils die Höchstzulassungszahlen für das Schuljahr fest. 2Dabei sind die Raumverhältnisse, die für die Ausbildung verfügbaren Einrichtungen und die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebs mit dem Ziel einer erschöpfenden Nutzung der Ausbildungskapazität zu Grunde zu legen. 3Die Eröffnung von Parallelklassen kann mit Zustimmung des Staatsministeriums erfolgen.
(2) 1Übersteigt die Zahl der ordnungsgemäß angemeldeten Bewerber die Höchstzulassungszahl, findet ein Auswahlverfahren statt. 2Es sind zunächst Studienplätze auf Antrag an die Bewerber zu vergeben, bei denen im Fall der Nichtzulassung unter Zugrundelegung eines strengen Maßstabs eine außergewöhnliche, insbesondere soziale und familiäre Härte gegeben ist. 3Anschließend werden die Bewerber in der Reihenfolge der auf zwei Dezimalstellen berechneten Durchschnittsnote des Abschlusszeugnisses der Landwirtschaftsschule aufgenommen. 4Bei gleicher Durchschnittsnote entscheidet die Gesamtnote in der Abschlussprüfung nach § 37 Berufsbildungsgesetz in den Ausbildungsberufen nach § 5 Abs. 1 Satz 3 dieser Schulordnung.
(3) 1Eine Klasse wird nur bei mindestens 16 Studierenden eröffnet. 2In Ausnahmefällen kann das Staatsministerium Abweichungen zulassen. 3Kann ein Jahrgang nicht geführt werden oder übersteigt die Zahl der ordnungsgemäß angemeldeten Bewerber die Höchstzulassungszahl, so weist die Höhere Landbauschule auf andere Höhere Landbauschulen hin.
§ 7
Wohnheim für Studierende
(1) 1Der Höheren Landbauschule kann ein Wohnheim für Studierende angeschlossen sein. 2Studierende, die außerhalb des Wohnheims wohnen, haben die Anschrift ihrer Wohnung mitzuteilen.
(2) 1Der Betrieb des Wohnheims wird in einer Heimordnung geregelt. 2Die Schulleiter üben das Hausrecht aus.

Dritter Teil Inhalte des Unterrichts

§ 8 Stundentafel
§ 9 Gestaltung des Unterrichts
§ 10 Lernmittel
§ 8
Stundentafel
(1) 1Für den Unterricht gilt die Stundentafel nach Anlage. 2Die Fächer, in denen unterrichtet wird, sind entweder Pflichtfächer oder Wahlfächer.
(2) 1Im Rahmen ihres Bildungsauftrags entscheiden die Schulen darüber, welche Wahlfächer sie anbieten. 2Die erstmalige Einrichtung von Wahlfächern ist unter Angabe von Fachbezeichnung, Inhalt und Zeitumfang dem Staatsministerium vor Unterrichtsbeginn anzuzeigen.
§ 9
Gestaltung des Unterrichts
(1) Vor Schuljahresbeginn werden für die Klassen Stundenpläne und zu den einzelnen Unterrichtsfächern Unterrichtsplanungen erstellt und aufeinander abgestimmt.
(2) 1Im Lehrplan festgelegte Seminare sowie sonstige verbindliche Schulveranstaltungen sind Bestandteil des Unterrichts. 2Die durch die Teilnahme an verbindlichen Schulveranstaltungen entstehenden Auslagen müssen für alle zumutbar sein.
§ 10
Lernmittel
1Im Unterricht sind Lernmittel zu verwenden, die vom Staatsministerium zugelassen sind. 2Über die Auswahl unter den zugelassenen Lernmitteln entscheidet die Lehrerkonferenz auf Vorschlag der Schulleiter.

Vierter Teil Grundsätze des Schulbetriebs

§ 11 Unterrichtszeit
§ 12 Teilnahme am Unterricht und sonstigen Veranstaltungen
§ 13 Verhinderung am Schulbesuch
§ 14 Recht der Studierenden auf Mitwirkung und Information
§ 15 Gesundheitsvorsorge
§ 11
Unterrichtszeit
(1) Der Unterricht wird in der Regel von Montag bis Freitag erteilt.
(2) 1Eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten. 2Die Schulleiter setzen für die Zeit zwischen den Unterrichtsstunden geeignete Pausenlängen fest. 3Die Mittagspause ist mit mindestens einer Stunde festzusetzen.
§ 12
Teilnahme am Unterricht und sonstigen Veranstaltungen
(1) 1Die Studierenden haben pünktlich und regelmäßig am Unterricht und an allen sonstigen Veranstaltungen der Höheren Landbauschule, deren Besuch nicht ausdrücklich als freiwillig erklärt wird, teilzunehmen. 2Die Teilnahme an Veranstaltungen der Studierendenvertretung ist freiwillig, ihre Durchführung bedarf der Genehmigung durch den Schulleiter. 3Die Schulleiter können Veranstaltungen der Studierendenvertretung als Schulveranstaltungen anerkennen.
(2) 1Befreiungen von einzelnen Unterrichtsstunden bis zur Dauer eines Schultags können auf schriftlichen Antrag die Klassenleiter erteilen. 2Eine längere Unterrichtsbefreiung können nur die Schulleiter gewähren.
(3) Der durch Abwesenheit versäumte Lehrstoff ist nachzuarbeiten.
§ 13
Verhinderung am Schulbesuch
1Studierende, die wegen Erkrankung oder aus einem anderen zwingenden Grund am Schulbesuch verhindert sind, haben dies unverzüglich mitzuteilen. 2Bei einer länger als drei Tage dauernden Erkrankung ist ein ärztliches Zeugnis vorzulegen. 3Unabhängig von der Dauer der Abwesenheit kann die Höhere Landbauschule ein schulärztliches Zeugnis verlangen, wenn sich krankheitsbedingte Schulversäumnisse häufen oder an der Erkrankung berechtigte Zweifel bestehen.
§ 14
Recht der Studierenden auf Mitwirkung und Information
(1) Die Studierenden haben das Recht, im Rahmen der Lehrpläne an der Gestaltung des Unterrichts mitzuwirken.
(2) 1Studierende haben das Recht, die Schulleiter und die Lehrkräfte um Rat und Auskunft zu bitten; sie sollen sich zunächst an die jeweils zuständige Lehrkraft wenden. 2Dabei können sie die Vermittlung durch den Klassensprecher(§ 34) in Anspruch nehmen.
§ 15
Gesundheitsvorsorge
1Die Vorschriften zur Verhütung oder Bekämpfung übertragbarer Krankheiten sind zu beachten. 2Das Gesundheitsamt ist frühzeitig zu unterrichten. 3In der Hausordnung und gegebenenfalls der Heimordnung (§§ 7 und 32) ist eine Regelung über das Rauchen im Schulbereich bzw. im Wohnheimbereich zu treffen.

Fünfter Teil Leistungsnachweise

§ 16 Schulaufgaben
§ 17 Stegreifaufgaben
§ 18 Bewertung von Leistungen
§ 19 Unerlaubte Hilfe
§ 16
Schulaufgaben
(1) 1In allen Pflichtfächern sind im Schuljahr mindestens zwei Leistungsnachweise in Form von Schulaufgaben zu erbringen. 2Im Fach Produktion und Betriebsführung werden jährlich mindestens 8 Schulaufgaben zum Abschluss einzelner Seminareinheiten durchgeführt. 3Die Schulaufgaben können in schriftlicher, mündlicher oder praktischer Form durchgeführt werden.
(2) Bei Wahlfächern entscheidet der Schulleiter, ob ebenfalls Schulaufgaben nach Absatz 1 Satz 3 stattfinden, ob die Schulaufgaben durch gleichwertige Arbeiten anderer Art ersetzt werden oder ob auf Schulaufgaben und eine Benotung verzichtet wird.
(3) 1Inhalt und Dauer der Schulaufgabe sowie die zugelassenen Hilfsmittel bestimmt die zuständige Lehrkraft. 2Die Termine für Schulaufgaben müssen mindestens eine Woche vorher angekündigt werden. 3An einem Tag soll nicht mehr als eine Schulaufgabe angesetzt werden.
(4) Die Schulleiter können nach Rücksprache mit der Lehrkraft eine Schulaufgabe für ungültig erklären und die Anfertigung einer neuen anordnen, wenn die Anforderungen nicht angemessen waren.
(5) 1Die Schulaufgaben sind von der zuständigen Lehrkraft zu bewerten und mit den Studierenden zu besprechen. 2Bei Vortragserstattung und praktischen Aufgaben sind zur Benotung Bewertungsbögen zu verwenden. 3Die Schulaufgaben und Bewertungsbögen müssen drei Jahre aufbewahrt werden.
(6) Haben sich Studierende einer Überprüfung ihres Leistungsstands unterzogen, so können nachträglich geltend gemachte gesundheitliche Gründe, denen zufolge die Arbeit nicht gewertet werden soll, nichtanerkannt werden.
(7) 1Versäumen Studierende ohne ausreichende Entschuldigung eine Schulaufgabe, wird die Note „ungenügend“ erteilt. 2Bei ausreichender Entschuldigung findet ein Nachtermin statt. 3Versäumt ein Studierender mehrere Schulaufgaben mit ausreichender Entschuldigung, so kann je Fach ein Nachtermin für mehrere Schulaufgaben angesetzt werden.
(8) 1Versäumt ein Studierender den Nachtermin mit ausreichender Entschuldigung, so kann eine Ersatzprüfung angesetzt werden. 2Eine Ersatzprüfung kann in jedem Fach nur einmal im Schulhalbjahr stattfinden. 3Sie kann sich über den gesamten bis dahin behandelten Unterrichtsstoff des Schuljahrs erstrecken. 4Der Termin der Ersatzprüfung und der Unterrichtsstoff sind dem Studierenden spätestens eine Woche vorher mitzuteilen.
(9) 1Nimmt ein Studierender an der Ersatzprüfung wegen Erkrankung nicht teil, so muss die Erkrankung durch ärztliches Attest nachgewiesen werden. 2Die Schule kann die Vorlage eines schulärztlichen Zeugnisses verlangen.
§ 17
Stegreifaufgaben
(1) 1Stegreifaufgaben werden in mündlicher Form oder als schriftliche bzw. praktische Stegreifaufgabe erbracht. 2Als Stegreifaufgaben können auch schriftliche Aufzeichnungen anlässlich praktischer Übungen gefordert werden. 3In jedem Schuljahr sind in den Pflichtfächern mindestens zwei Stegreifaufgaben zu fordern. 4Im Fach Produktion und Betriebsführung entfallen die Stegreifaufgaben.
(2) 1Stegreifaufgaben haben im Wesentlichen nur den Lerninhalt der letzten Unterrichtseinheit oder den aufgegebenen laufenden Lerninhalt zum Gegenstand. 2 § 16 Abs. 4 bis 9 gelten entsprechend.
§ 18
Bewertung von Leistungen
(1) 1Für die Bewertung von Leistungen sind folgende Noten zu verwenden:
sehr gut
(1)
=
eine Leistung, die den Anforderungen in besonderem Maße entspricht
gut
(2)
=
eine Leistung, die den Anforderungen voll entspricht,
befriedigend
(3)
=
eine Leistung, die den Anforderungen im Allgemeinen entspricht
ausreichend
(4)
=
eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht
mangelhaft
(5)
=
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, aber erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können
ungenügend
(6)
=
eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und erkennen lässt, dass selbst die Grundkenntnisse so lückenhaft sind, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können.
2Zwischennoten sind nicht zulässig. 3Der Begriff „Anforderungen“ bezieht sich auf den Umfang sowie auf die selbstständige und richtige Anwendung des Wissens und auf die Art der Darstellung.
(2) 1Die Lehrkraft ermittelt die Noten aus mehreren Einzelleistungen oder Einzelnoten unter Wahrung der Gleichbehandlung aller Studierenden in pädagogischer Verantwortung; dabei wird in der Regel das arithmetische Mittel gebildet. 2Als Note ergibt sich bei einem arithmetischen Mittel von
1,00
bis
1,50
= Note 1,
1,51
bis
2,50
= Note 2,
2,51
bis
3,50
= Note 3,
3,51
bis
4,50
= Note 4,
4,51
bis
5,50
= Note 5,
5,51
bis
6,00
= Note 6.
§ 19
Unerlaubte Hilfe
(1) 1Wer sich beim Ablegen von Leistungsnachweisen unerlaubter Hilfe bedient oder den Versuch dazu macht, erhält hierfür die Note „ungenügend“. 2Als Versuch gilt auch die Bereithaltung nicht zugelassener Hilfsmittel. 3Ebenso kann verfahren werden, wenn zu fremdem Vorteil gehandelt wird.
(2) 1Absatz 1 gilt auch dann, wenn der Verstoß erst nachträglich bekannt und nachgewiesen wird. 2Die Prüfungsergebnisse sind zu berichtigen.

Sechster Teil Schulabschluss

§ 20 Abschlussprüfung
§ 21 Prüfungsausschuss
§ 22 Prüfungsfächer
§ 23 Schriftliche Prüfung
§ 24 Mündliche Prüfung
§ 25 Facharbeit
§ 26 (aufgehoben)
§ 27 Versäumnis, unerlaubte Hilfe
§ 28 Festsetzung des Prüfungsergebnisses
§ 29 Abschlusszeugnis
§ 30 Berufsbezeichnung, Urkunden
§ 31 Fachliche Ausbildereignung
§ 20
Abschlussprüfung
1Die Abschlussprüfung findet zum Ende des Schuljahrs statt. 2Den Zeitpunkt der Abschlussprüfung legt das Staatsministerium fest. 3Die Abschlussprüfung besteht aus einer Facharbeit sowie der schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfung.
§ 21
Prüfungsausschuss
(1) 1Zur Durchführung der Abschlussprüfung wird ein Prüfungsausschuss gebildet. 2Dem Prüfungsausschuss gehören an
1.
eine vom Staatsministerium bestellte Person oder in deren Vertretung der Schulleiter als vorsitzendes Mitglied,
2.
der Schulleiter oder sein Vertreter,
3.
die Lehrkräfte, die in den Pflichtfächern unterrichten,
4.
zwei vom Schulleiter berufene Praktiker mit Ausbildereignung.
3Im Bedarfsfall kann der Schulleiter weitere Ausschussmitglieder und stellvertretende Mitglieder berufen.
(2) 1Der Prüfungsausschuss entscheidet mit einfacher Mehrheit und in Anwesenheit von mindestens der Hälfte der Mitglieder. 2Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds. 3Stimmenthaltung ist nicht zulässig.
(3) Über den Verlauf und das Ergebnis der Abschlussprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen; die Niederschrift ist drei Jahre aufzubewahren.
§ 22
Prüfungsfächer
Es werden folgende Pflichtfächer geprüft:
1.
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit,
2.
Betriebswirtschaft und Finanzmanagement,
3.
Steuern und Recht,
4.
Produktion und Betriebsführung.
§ 23
Schriftliche Prüfung
(1) 1Die schriftliche Prüfung dauert in den Prüfungsfächern nach § 22 Nrn. 2 bis 4 jeweils 120 Minuten. 2Im Prüfungsfach nach § 22 Nr. 3 erfolgt die schriftliche Prüfung nur im Bereich Steuern. 3Im Prüfungsfach nach § 22 Nr. 4 wählen die Studierenden für die schriftliche Prüfung zwischen den Schwerpunkten Tierhaltung oder Pflanzenbau.
(2) Das Staatsministerium stellt die Prüfungsaufgaben nach Vorschlägen der Höheren Landbauschulen und bestimmt die zugelassenen Hilfsmittel.
(3) 1Die schriftlichen Prüfungsarbeiten werden von der zuständigen Lehrkraft und einem weiteren Mitglied des Prüfungsausschusses bewertet. 2Bei abweichender Beurteilung sollen sich die beiden Prüfer auf eine Note einigen. 3Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses oder ein von ihm bestellter dritter Prüfer.
§ 24
Mündliche Prüfung
(1) 1In den Prüfungsfächern nach § 22 Nrn. 1 und 4 wird mündlich geprüft. 2Die Prüfung dauert im Prüfungsfach nach § 22 Nr. 1 etwa 30 Minuten und im Prüfungsfach nach § 22 Nr. 4 etwa 45 Minuten.
(2) 1Die Studierenden reichen ein Thema für die Präsentation ein; im Einvernehmen mit der zuständigen Lehrkraft wird das endgültige Thema festgelegt. 2Für die Präsentation steht ein Tag Vorbereitung zur Verfügung.
(3) 1Die mündliche Prüfung im Prüfungsfach nach § 22 Nr. 4 findet in Form eines Kolloquiums statt. 2Im Kolloquium prüfen mindestens eine Lehrkraft und ein Praktiker, die jeweils Mitglied des Prüfungsausschusses sind.
(4) Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses.
§ 25
Facharbeit
(1) Die Facharbeit in Form eines Geschäftsplans umfasst die Darstellung und Weiterentwicklung eines Unternehmens oder Teils eines Unternehmens mit Finanzierung, Risikoanalyse sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau.
(2) 1Die Aufgabe wird von der Lehrkraft für Betriebswirtschaft und Finanzmanagement im Benehmen mit den Lehrkräften in Produktion und Betriebsführung gestellt; Vorschläge der Studierenden sollen dabei berücksichtigt werden. 2Die Bearbeitungszeit beträgt zehn Wochen.
(3) 1Inhalt und Ergebnisse der Facharbeit sind in einer Präsentation und einem Prüfungsgespräch zu erläutern. 2Die Präsentation und das Prüfungsgespräch dauern insgesamt etwa 45 Minuten.
(4) 1Die Facharbeit ist von einer Lehrkraft und einem weiteren Mitglied des Prüfungsausschusses zu bewerten, die sich auf eine Note einigen. 2Kommt eine Einigung nicht zustande, entscheidet das vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses.
(5) Das vom zuständigen Meisterprüfungsausschuss für die schriftliche Meisterarbeit gestellte Thema kann abweichend von den Absätzen 1 und 2 als Aufgabe für die Facharbeit übernommen werden.
§ 26
(aufgehoben)
§ 27
Versäumnis, unerlaubte Hilfe
(1) Wer eine Prüfungsarbeit versäumt und nicht nachweisen kann, dass ein zwingender Hinderungsgrund ohne eigenes Verschulden vorlag, erhält hierfür die Note „ungenügend“.
(2) Wer aus zwingenden Hinderungsgründen ohne eigenes Verschulden schriftliche, mündliche und praktische Teile der Abschlussprüfung oder den überwiegenden Teil der Abschlussprüfung versäumt hat, erhält einen Nachholtermin.
(3) Ob Versäumnisgründe zu vertreten sind, entscheidet der Prüfungsausschuss.
(4) § 16 Abs. 6 und § 19 gelten entsprechend.
§ 28
Festsetzung des Prüfungsergebnisses
(1) 1Vor Beginn der Abschlussprüfung setzt die Lehrerkonferenz die von den Lehrkräften vorgeschlagenen Fortgangsnoten (Zahlenwerte) der Prüfungsfächer und der übrigen Fächer fest. 2Die Jahresfortgangsnote eines Prüfungsfachs bzw. die Zeugnisnote eines sonstigen Fachs wird auf Grund der Einzelnoten für Schulaufgaben und Stegreifaufgaben unter Wahrung der Gleichbehandlung aller Studierenden in pädagogischer Verantwortung der Lehrkraft ermittelt, wobei in der Regel das arithmetische Mittel der Noten (Zahlenwerte) aus den Schulaufgaben zweifach und das arithmetische Mittel der Noten (Zahlenwerte) aus den Stegreifaufgaben einfach zählen. 3Das arithmetische Mittel für die Schulaufgaben und für die Stegreifaufgaben wird auf zwei Dezimalstellen berechnet. 4Die dritte Dezimalstelle bleibt unberücksichtigt. 5Die sich ergebende Zeugnisnote ist als ganze Note auszuweisen.
(2) 1Nach Ende der Abschlussprüfung setzt der Prüfungsausschuss die Zeugnisnoten fest. 2Bei der Ermittlung der Zeugnisnoten werden gewertet:
im Fach nach § 22 Nr. 1 die Fortgangsnote und die mündliche Prüfung je einfach;
im Fach nach § 22 Nr. 2 die Fortgangsnote und die schriftliche Prüfung je einfach;
im Fach nach § 22 Nr. 3 die Fortgangsnote und die schriftliche Prüfung je einfach;
im Fach nach § 22 Nr. 4 die Fortgangsnote zweifach, die schriftliche Prüfung und die mündliche Prüfung je einfach.
3Bei den übrigen Fächern ist die Fortgangsnote zugleich die Zeugnisnote. 4Die Zeugnisnoten sind als ganze Noten auszuweisen.
(3) 1Neben den Zeugnisnoten nach Absatz 2 wird eine Gesamtnote errechnet. 2Bei der Berechnung der Gesamtnote werden die Zeugnisnoten des Prüfungsfachs Produktion und Betriebsführung und der Facharbeit je dreifach, die Zeugnisnoten der sonstigen Prüfungsfächer je zweifach und die Zeugnisnoten der sonstigen Pflichtfächer einfach gewertet. 3Das Ergebnis wird auf zwei Dezimalstellen berechnet. 4Die Gesamtnote kann lauten:
Sehr gut
= 1,00
– 1,50,
gut
= 1,51
– 2,50,
befriedigend
= 2,51
– 3,5 0,
ausreichend
= 3,51
– 4,50.
(4) 1Nach Vorliegen der Zeugnisnoten und der Gesamtnote entscheidet der Prüfungsausschuss über das Bestehen der Abschlussprüfung. 2Die Abschlussprüfung ist nicht bestanden, wenn in der Facharbeit eine schlechtere Note als „ausreichend“ oder in einem Prüfungsfach oder einem sonstigen Pflichtfach die Zeugnisnote „ungenügend“ oder in zwei Fächern die Zeugnisnote „mangelhaft“ erteilt worden ist. 3Notenausgleich ist nicht möglich.
(5) 1Ist die Abschlussprüfung nicht bestanden, so kann sie nach nochmaligem Besuch des Schuljahrs einmal wiederholt werden. 2Hat ein Prüfungsteilnehmer die Abschlussprüfung deshalb nicht bestanden, weil er in der Facharbeit keine ausreichende Leistung erzielt hat, kann er abweichend von Satz 1 die Facharbeit im darauf folgenden Schuljahr ohne Teilnahme am Unterricht einmal wiederholen; das Thema der Facharbeit erhält er bei Schuljahresbeginn. 3Mit Genehmigung des Staatsministeriums ist eine zweite Wiederholung möglich (Art. 54 Abs. 5 Satz 2 BayEUG).
(6) Absatz 5 Satz 1 gilt entsprechend, wenn die Abschlussprüfung zur Notenverbesserung wiederholt wird; die Studierenden haben die Wahl, welches Prüfungszeugnis sie gelten lassen wollen.
§ 29
Abschlusszeugnis
(1) 1Zum Abschluss des Schuljahrs erhalten Studierende, die die Abschlussprüfung bestanden haben, ein Abschlusszeugnis; Studierende, die das Schuljahr nichtbestanden haben, erhalten eine Bestätigung. 2Für Abschlusszeugnisse und Bestätigungen sind die Muster des Staatsministeriums zu verwenden.
(2) 1Im Abschlusszeugnis sind die Gesamtnote, der auf zwei Dezimalstellen errechnete Zahlenwert der Gesamtnote, die Zeugnisnoten der Pflicht- und Wahlfächer sowie die Note der Facharbeit einzutragen. 2Daneben sind die Berufsbezeichnung und die Berechtigung, welche das Zeugnis verleiht, auszuweisen.
(3) Wer die Abschlussprüfung nicht bestanden hat, erhält eine Bestätigung nach dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster mit den Zeugnisnoten und dem Vermerk über das Nichtbestehen.
§ 30
Berufsbezeichnung, Urkunden
Studierende, die die Abschlussprüfung bestanden haben, erhalten neben dem Abschlusszeugnis eine Urkunde nach dem Muster des Staatsministeriums; sie sind berechtigt, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt“ oder „Staatlich geprüfte Agrarbetriebswirtin“ zu führen.
§ 31
Fachliche Ausbildereignung
1Studierende, die die Abschlussprüfung bestanden haben, besitzen die für die fachliche Eignung erforderlichen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach § 30 Abs. 2 Nr. 2 des Berufsbildungsgesetzes; für die berufs- und arbeitspädagogische Eignung ist ein Nachweis nach § 4 oder § 6 Abs. 2 der Ausbilder-Eignungsverordnung vorzulegen. 2Der Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung wird im Abschlusszeugnis eingetragen.

Siebter Teil Schulleiter, Lehrkräfte, Lehrerkonferenz

§ 32 Schulleiter, Lehrkräfte
§ 33 Lehrerkonferenz
§ 32
Schulleiter, Lehrkräfte
(1) Die Schulleiter und die Vertreter der Schulleiter werden vom Staatsministerium bestellt; sie müssen zugleich hauptamtliche Lehrkräfte sein.
(2) 1Der Unterricht wird von hauptamtlichen, hauptberuflichen, nebenamtlichen und nebenberuflichen Lehrkräften erteilt. 2Hauptamtliche Lehrkräfte sind in der Regel die Beamten des höheren landwirtschaftlichen bzw. landwirtschaftlich-hauswirtschaftlichen Dienstes einschließlich des höheren landwirtschaftlichen bzw. landwirtschaftlich-hauswirtschaftlichen Lehramts. 3Nebenamtliche und nebenberufliche Lehrkräfte werden durch die Schulleiter berufen.
(3) Die Schulleiter bestimmen für jede Klasse eine hauptamtliche Lehrkraft als Klassenleiter.
(4) 1Die Schulleiter üben das Hausrecht in der Schulanlage aus. 2Sie erlassen eine Hausordnung und gegebenenfalls eine Heimordnung.
§ 33
Lehrerkonferenz
(1) 1Die Lehrerkonferenz ist mindestens zweimal in jedem Schuljahr einzuberufen; ihre Sitzungen sind nicht öffentlich. 2Mitglieder der Lehrerkonferenz sind alle Lehrkräfte; sie sind verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen. 3Nebenamtliche und nebenberufliche Lehrkräfte sind nur zur Teilnahme verpflichtet, wenn dies das vorsitzende Mitglied für erforderlich hält.
(2) Den Klassensprechern ist Gelegenheit zu geben, an der Lehrerkonferenz teilzunehmen, wenn und soweit Angelegenheiten beraten werden, welche die Studierenden allgemein betreffen; die Entscheidung hierüber trifft das vorsitzende Mitglied.
(3) 1Soweit die Lehrerkonferenz mit bindender Wirkung entscheidet, sind alle Lehrkräfte stimmberechtigt. 2Bei der Beschlussfassung entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen. 3Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds. 4Die Lehrerkonferenz ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten zur Teilnahme verpflichteten Mitglieder anwesend ist. s§ 38 Abs. 3 (Ordnungsmaßnahmen) bleibt unberührt.
(4) 1Über Beratungen und Abstimmungen, die Angelegenheiten von Studierenden, Schulpersonal oder dritten Personen betreffen, ist Verschwiegenheit zu bewahren. 2Die Lehrerkonferenz kann auch die vertrauliche Behandlung anderer Beratungsgegenstände beschließen.
(5) 1Über den Ablauf jeder Lehrerkonferenz ist eine Niederschrift anzufertigen. 2Die Niederschrift muss enthalten:
1.
den Tag, Ort und Dauer der Sitzung,
2.
die Teilnehmer,
3.
die Tagesordnung,
4.
die Ergebnisse, bei Abstimmungen auch das Stimmverhältnis.
3Konferenzteilnehmer können abweichende Meinungen zu Protokollgehen.

Achter Teil Einrichtungen zur Mitgestaltung des schulischen Lebens

§ 34 Studierendenvertretung
§ 35 Beirat
§ 34
Studierendenvertretung
(1) 1Die Studierenden jeder Klasse wählen zu Schuljahresbeginn aus dem Kreis der Studierenden jeweils eine Person zum Klassensprecher sowie eine weitere Person zu dessen Stellvertreter. 2Die Wahl erfolgt schriftlich und geheim. 3Erhält keine Person die Mehrheit der abgegebenen Stimmen, so findet eine Stichwahl unter den Personen statt, welche die höchste Zahlgültiger Stimmen erhalten haben. 4Auf Antrag der Mehrheit der Studierenden kann während des Schuljahrs eine Neuwahl durchgeführt werden.
(2) 1Die Klassensprecher vertreten die Studierenden in Schulangelegenheiten (Art. 62 Abs. 1 BayEUG). 2Die Rechte der einzelnen Studierenden, insbesondere nach § 14 Abs. 1 und 2, bleiben unberührt.
(3) 1Die Klassensprecher und ihre Stellvertreter bilden die Studierendenvertretung der Höheren Landbauschule. 2Die Studierendenvertretung nimmt die Aufgaben nach Art. 62 Abs. 4 BayEUG wahr. 3Die Mitglieder der Studierendenvertretung wählen aus ihrer Mitte ein vorsitzendes Mitglied und einen Stellvertreter. 4Diese nehmen die Aufgaben und Rechte nach Art. 62 Abs. 5 BayEUG wahr. 5Für die Wahl gilt Absatz 1 entsprechend.
(4) Die Schulleiter unterrichten die Studierendenvertretungen über deren Aufgaben und laufend über Angelegenheiten, die für die Höhere Landbauschule von allgemeiner Bedeutung sind, wie Beschlüsse der Lehrerkonferenz oder Rechts- und Verwaltungsvorschriften, soweit sie Angelegenheiten der Studierenden betreffen.
§ 35
Beirat
(1) 1Bei der Höheren Landbauschule ist ein Beirat für die Dauer von vier Jahren zu bilden. 2Dem Beirat gehören an:
1.
eine Person des Staatsministeriums,
2.
der Schulleiter,
3.
der stellvertretende Schulleiter,
4.
eine Person in Vertretung des Schulaufwandsträgers,
5.
eine Person des Absolventenverbands,
6.
ein Vertreter des Bayerischen Bauernverbands.
3Der Vertreter des Staatsministeriums führt den Vorsitz (vorsitzendes Mitglied), den Schulleitern obliegt die Stellvertretung. 4Sie berufen je nach Bedarf weitere Personen auf Vorschlag einschlägiger Berufsorganisationen.
(2) 1Der Beirat wirkt bei grundsätzlichen und wichtigen Fragen des Schulbetriebs beratend mit. 2Er fasst seine Beschlüsse mit einfacher Mehrheit. 3Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des vorsitzenden Mitglieds.
(3) 1Der Beirat ist jährlich mindestens einmal durch das vorsitzende Mitglied einzuberufen. 2Er muss einberufen werden, wenn ein Drittel der Mitglieder dies unter Angabe des Beratungsgegenstands schriftlich beantragt.
(4) 1Die Tätigkeit im Beirat ist ehrenamtlich. 2Die Leistung von Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder nach Absatz 1 Satz 2 Nrn. 5 und 6 regelt das Staatsministerium.
(5) Der Studierendenvertretung ist Gelegenheit zu geben, an den Sitzungen des Beirats teilzunehmen.

Neunter Teil Tätigkeiten von nicht zur Schule gehörigen Personen

§ 36 Sammlung, Werbung
§ 37 Erhebungen
§ 36
Sammlung, Werbung
(1) 1Die Durchführung von Sammlungen in der Höheren Landbauschule für außerschulische Zwecke und die Aufforderung an die Studierenden in der Schule, sich an Sammlungen in der Öffentlichkeit zu beteiligen, sind unzulässig. 2Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Staatsministeriums. 3Unterrichtszeit darf jedoch für Sammlungstätigkeit nicht verwendet werden.
(2) Für die kommerzielle und politische Werbung gilt Art. 84 BayEUG.
§ 37
Erhebungen
Erhebungen durch nicht zur Schule gehörige Personen und Organisationen einschließlich Umfragen und wissenschaftliche Untersuchungen sind in der Höheren Landbauschule nur mit Zustimmung des Staatsministeriums zulässig.

Zehnter Teil Ordnungsmaßnahmen, Aufsicht, Haftung

§ 38 Ordnungsmaßnahmen
§ 39 Aufsicht
§ 40 Haftung
§ 38
Ordnungsmaßnahmen
(1) 1Studierende haben sich so zu verhalten, dass der Zweck des Unterrichts erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. 2In diesem Rahmen ist den Anordnungen des Schulleiters, der Lehrkräfte und derjenigen Personen zu folgen, denen bestimmte Aufgaben in der Höheren Landbauschule übertragen sind.
(2) 1Die Studierenden haben ihre schulischen Verpflichtungen unter Beachtung der Schul- und Hausordnung zu erfüllen. 2Ihr Verhalten unterliegt der Würdigung durch die Höhere Landbauschule, das außerschulische Verhalten nur soweit es unmittelbar in die Höhere Landbauschule zurückwirkt.
(3) 1Eine Bindung an die Reihenfolge der Ordnungsmaßnahmen nach Art. 86 Abs. 2 BayEUG besteht nicht. 2Bei den Höheren Landbauschulen kommen in der Regel folgende Ordnungsmaßnahmen in Frage:
1.
der schriftliche Verweis durch die Klassenleiter,
2.
der verschärfte Verweis durch die Schulleiter,
3.
die Androhung der Entlassung durch die Lehrerkonferenz
4.
die Entlassung durch die Lehrerkonferenz.
3Bei der Anwendung von Ordnungsmaßnahmen wird auf Art. 86 bis 88 BayEUG verwiesen.
(4) 1Bei Entlassung kann die Wiederaufnahme in die Höhere Landbauschule frühestens zu Beginn des nächsten Schuljahrs erfolgen. 2Studierende, die bereits zweimal entlassen wurden, können nur mit Genehmigung des Staatsministeriums wieder aufgenommen werden.
§ 39
Aufsicht
1Die Aufsichtspflicht der Höheren Landbauschule erstreckt sich auf die Zeit, in der die Studierenden am Unterricht oder an sonstigen Schulveranstaltungen teilnehmen. 2Die Schulleiter regeln die Aufsicht während des Schulbetriebs.
§ 40
Haftung
(1) In Schadensfällen haftet der Freistaat Bayern als Schulträger im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.
(2) 1Für Schäden, die Studierende schuldhaft verursachen, sind diese dem Schulträger gegenüber nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen verantwortlich. 2Die Haftung bezieht sich auch auf das den Studierenden anvertraute Schuleigentum. 3Die Höhere Landbauschule schließt für die Studierenden eine angemessene Haftpflichtversicherung ab; die Studierenden sind verpflichtet, die Beiträge für die Haftpflichtversicherung rechtzeitig an die Höhere Landbauschule zu entrichten.

Elfter Teil Schlussvorschriften

§ 41 (aufgehoben)
§ 42 (aufgehoben)
§ 43 In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
§ 41
(aufgehoben)
§ 42
(aufgehoben)
§ 43
In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten
1Diese Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. August 2001 in Kraft. 2Mit Ablauf des 31. Juli 2001 tritt die Schulordnung für die staatlichen Höheren Landbauschulen vom 23. September 1985 (GVBl S. 213, BayRS 7803-8-L), zuletzt geändert durch Verordnung vom 15. Februar 1999 (GVBl S. 79), außer Kraft.
München, den 19. Juli 2001
Bayerisches Staatsministerium
für Landwirtschaft und Forsten
Josef Miller, Staatsminister
Anlage (zu § 8 Abs. 1)
Stundentafel für die staatlichen Höheren Landbauschulen

Wochenstunden im Schuljahr
1.
PFLICHTFÄCHER

1.1
Unternehmerpersönlichkeit

1.1.1
Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
3
1.1.2
Informationsmanagement
3
1.1.3
Politik und Gesellschaft
2
1.2
Unternehmensführung

1.2.1
Betriebswirtschaft und Finanzmanagement
5
1.2.2
Steuern und Recht
4
1.2.3
Wirtschaft und Agrarmärkte
2
1.2.4
Produktion und Betriebsführung
15

Mindestpflichtstunden
34
2.
Wahlfächer
Werden schulspezifisch angeboten