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BFSO HeilB
in Kraft ab: 01.08.2016
Fassung: 18.01.1993
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Schulordnung für die Berufsfachschulen für Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Massage und Orthoptik (Berufsfachschulordnung nichtärztliche Heilberufe
– BFSO HeilB)
Vom 18. Januar 1993
(GVBl. S. 35)
BayRS 2236-4-1-4-K

Vollzitat nach RedR: Berufsfachschulordnung nichtärztliche Heilberufe (BFSO HeilB) vom 18. Januar 1993 (GVBl. S. 35, BayRS 2236-4-1-4-K), die zuletzt durch § 12 der Verordnung vom 1. Juli 2016 (GVBl. S. 193) geändert worden ist
Auf Grund von Art. 23 Abs. 2 Satz 1, Art. 24 Abs. 2, Art. 28 Sätze 2 und 3, Art. 30 Abs. 3, Art. 31 Abs. 4, Art. 32 Abs. 4 Satz 2, Art. 34 Abs. 1 Nr. 6, Art. 37 Abs. 6, Art. 40 Abs. 8, Art. 41 Abs. 4, Art. 61 Abs. 1 Satz 2, Art. 63 Abs. 9, Art. 66, Art. 93 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 und Art. 97 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) sowie Art. 13 und 17 Abs. 1 des Gesetzes über das berufliche Schulwesen (GbSch) erläßt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst folgende Verordnung:

Inhaltsübersicht

Erster Teil Allgemeines
§ 1 Geltungsbereich
§ 2 Ausbildungsziele
§ 3 Ausbildungsdauer
Zweiter Teil Aufnahme
§ 4 Aufnahmevoraussetzungen
§ 5 Anmeldung
§ 6 Zeitpunkt der Aufnahme
§ 7 Probezeit
§ 8 Übertritt
Dritter Teil Inhalte des Unterrichts, Grundsätze des Schulbetriebs
§ 9 Stundentafeln, Lehrpläne
§ 10 Praktische Ausbildung außerhalb der Berufsfachschule
§ 11 (aufgehoben)
§ 12 Klassen und andere Unterrichtsgruppen an öffentlichen Berufsfachschulen
§ 13 Stundenpläne, Unterrichtszeit
§ 14 Schuljahr und Ferien
§ 15 Teilnahme
§ 16 Verhinderung
§ 17 Befreiung
§ 18 Beurlaubung
§ 19 Beendigung des Schulbesuchs
Vierter Teil Hausaufgaben, Leistungsnachweise, Vorrücken und Wiederholen, Zeugnisse
§ 20 Hausaufgaben
§ 21 Nachweise des Leistungsstands
§ 22 Schulaufgaben, Kurzarbeiten
§ 23 Stegreifaufgaben, mündliche Leistungsnachweise
§ 24 Besprechung
§ 25 Nachholung von Leistungsnachweisen
§ 26 Bewertung der Leistungen
§ 27 Bildung der Jahresfortgangsnoten
§ 28 Entscheidung über das Vorrücken
§ 29 Notenausgleich
§ 30 Vorrücken auf Probe
§ 31 Verbot des Wiederholens
§ 32
§ 33 Jahreszeugnisse, Teilnahmebescheinigungen
§ 34 Bescheinigung über die Dauer des Schulbesuchs
§ 35
Fünfter Teil Prüfungen
§ 36 Staatliche Prüfungen
§ 36a Abschlusszeugnis
§ 36b Mittlerer Schulabschluss
Sechster Teil Schulleiter, Lehrerkonferenz, Klassenkonferenz
§ 37 Schulleiter
§ 38 Aufgaben der Lehrerkonferenz
§ 39 Sitzungen
§ 40 Einberufung
§ 41 Teilnahmepflicht
§ 42 Tagesordnung
§ 43 Beschlußfähigkeit
§ 44 Stimmberechtigung
§ 45 Beschlußfassung
§ 46 Niederschrift
§ 47 Klassenkonferenz
Siebter Teil Einrichtungen zur Mitgestaltung des schulischen Lebens
Abschnitt I Schülermitverantwortung
§ 48 Allgemeines
§ 49 Klassensprecher, Klassensprecherversammlung
§ 50 Schülersprecher, Schülerausschuß
§ 51 Geschäftsordnung
§ 52 Finanzierung und finanzielle Abwicklung von Veranstaltungen der SMV
§ 53 (aufgehoben)
§ 54 Abschluß von Rechtsgeschäften
Abschnitt II Elternvertretung
§ 55 Elternvertretung
Achter Teil Veranstaltungen und Tätigkeiten nicht zur Schule gehöriger Personen, Erhebungen
§ 56 Veranstaltungen nicht zur Schule gehöriger Personen, Informationsbesuche
§ 57 Sammlungen
§ 58 Pausenverkauf, Sammelbestellungen
§ 59 Druckschriften, Plakate
§ 60 Bild-, Film-, Fernseh- und Tonaufnahmen
§ 61 Erhebungen
Neunter Teil Folgen von Pflichtverletzungen
§ 62 Verfehlungen während der fachpraktischen Ausbildung
§ 63 (aufgehoben)
Zehnter Teil Schlußvorschriften
§ 64 Schulaufsicht
§ 65 Haftpflichtversicherung
§ 66 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Anlagen 1 bis 5

Erster Teil Allgemeines (vgl. Art. 1 bis 3 BayEUG)*)


*) [Amtl. Anm.:] Diese Hinweise auf Artikel des BayEUG sind lediglich redaktioneller Art.
§ 1
Geltungsbereich
(1) Diese Schulordnung gilt für die öffentlichen Berufsfachschulen für Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Massage und Orthoptik und die staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, Krankengymnastik, Logopädie, Massage und Orthoptik mit dem Charakter einer öffentlichen Schule.
(2) Für Ersatzschulen gilt diese Schulordnung im Rahmen der Art. 90, 92 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 5 Sätze 1 und 2 sowie Art. 93 BayEUG, für staatlich anerkannte Ersatzschulen gilt sie darüber hinaus im Rahmen des Art. 100 Abs. 2 BayEUG.
§ 2
Ausbildungsziele
(1) Die Berufsfachschule für Ergotherapie dient der Ausbildung nach § 4 Abs. 1, § 5 des Gesetzes über den Beruf der Ergotherapeutin und des Ergotherapeuten (Ergotherapeutengesetz –ErgThG) vom 25. Mai 1976 (BGBl I S. 1246) in der jeweils geltenden Fassung.
(2) Die Berufsfachschule für Physiotherapie dient der Ausbildung nach § 9 des Gesetzes über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG) vom 26. Mai 1994 (BGBl I S. 1084) in der jeweils geltenden Fassung.
(3) Die Berufsfachschule für Logopädie dient der Ausbildung nach § 4 Abs. 1, § 5 des Gesetzes über den Beruf des Logopäden (LogG) vom 7. Mai 1980 (BGBl I S. 529) in der jeweils geltenden Fassung.
(4) Die Berufsfachschule für Massage dient der Ausbildung nach § 4 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über die Berufe in der Physiotherapie (MPhG) vom 26. Mai 1994 (BGBl I S. 1084) in der jeweils geltenden Fassung.
(5) Die Berufsfachschule für Orthoptik dient der Ausbildung nach § 4 des Orthoptistengesetzes (OrthoptG) vom 28. November 1989 (BGBl I S. 2061) in der jeweils geltenden Fassung.
§ 3
Ausbildungsdauer
1Die Ausbildung in der Ergotherapie, in der Physiotherapie und in der Logopädie dauert unbeschadet § 4 Abs. 4 ErgThG, § 12 MPhG, § 4 Abs. 4 LogG drei Schuljahre. 2Die Ausbildung an der Berufsfachschule für Massage dauert zwei Schuljahre. 3Die Ausbildung in der Orthoptik dauert drei Schuljahre.
§ 4
Aufnahmevoraussetzungen
(1) 1Die Aufnahme setzt die gesundheitliche Eignung für den angestrebten Beruf voraus. 2Sie setzt ferner voraus
1.
bei der Berufsfachschule für Ergotherapie einen mittleren Schulabschluß oder eine nach Hauptschulabschluß abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer (§ 4 Abs. 2 ErgThG);
2.
bei der Berufsfachschule für Physiotherapie einen mittleren Schulabschluß oder eine nach dem Hauptschulabschluß oder einem gleichwertigen Abschluß abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer sowie in der Regel die Vollendung des 17. Lebensjahres (§ 10 MPhG);
3.
bei der Berufsfachschule für Logopädie einen mittleren Schulabschluß oder eine nach Hauptschulabschluß abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer sowie in der Regel die Vollendung des 18. Lebensjahres (§ 4 Abs. 2 LogG);
4.
bei der Berufsfachschule für Massage den Hauptschulabschluß oder eine gleichwertige Schulbildung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens einjähriger Dauer sowie in der Regel die Vollendung des 16. Lebensjahres (§ 5 MPhG);
5.
bei der Berufsfachschule für Orthoptik einen mittleren Schulabschluß oder eine nach Hauptschulabschluß oder einem gleichwertigen Abschluß abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer (§ 5 Nr. 2 OrthoptG).
(2) 1Die Entscheidung über die Aufnahme trifft der Schulleiter. 2Die Aufnahme ist zu versagen, wenn
1.
das Vorliegen der allgemeinen Aufnahmevoraussetzungen nicht vollständig nachgewiesen ist,
2.
der Bewerber die staatliche Prüfung an einer Berufsfachschule der gleichen Ausbildungsrichtung bereits abgelegt hat, nicht bestanden hat und nicht mehr wiederholen darf,
3.
der Bewerber die Probezeit an einer Berufsfachschule der gleichen Ausbildungsrichtung bereits zweimal nicht bestanden hat,
4.
Tatsachen vorliegen, die nach Feststellung der zuständigen Regierung gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 ErgThG, § 2 Abs. 1 Nr. 2 MPhG, § 2 Abs. 1 Nr. 2 LogG oder § 2 Abs. 1 Nr. 2 OrthoptG die Versagung der Erlaubnis rechtfertigen würden.
3Mit Zustimmung der Regierung können Schüler ausnahmsweise zugelassen werden, wenn die festgestellten Tatsachen zwar zum Zeitpunkt der Entscheidung die Versagung der Erlaubnis rechtfertigen würden, das Hindernis für die Zukunft jedoch behebbar erscheint und es unverhältnismäßig wäre, seinetwegen die Ausbildung zu verhindern.
§ 5
Anmeldung
(1) 1Die Schule gibt die Termine für die Anmeldung örtlich in geeigneter Weise bekannt. 2Die Termine dürfen nicht früher als ein Jahr vor Schuljahresbeginn angesetzt werden.
(2) Anmelden können sich Bewerber, die zum Anmeldetermin die Aufnahmevoraussetzungen erfüllen oder glaubhaft machen, daß sie sie bis zum Unterrichtsbeginn des ersten Schuljahres erfüllen werden.
(3) 1Dem Antrag auf Aufnahme sind beizufügen:
1.
ein Lebenslauf,
2.
die Nachweise über die geforderte Vorbildung,
3.
ein amtliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate sein soll,
4.
ein ärztliches Zeugnis, das nicht älter als drei Monate sein soll und das bestätigt, daß der Bewerber nicht wegen eines körperlichen Gebrechens, wegen Schwäche seiner geistigen oder körperlichen Kräfte oder wegen einer Sucht zur Ausübung des angestrebten Berufs unfähig oder ungeeignet ist.
2Die Schule kann für die Vorlage der Nachweise zu Nummern 3 und 4 einen späteren, aber vor Beginn des Unterrichts liegenden Termin bestimmen. 3Die Schule kann die Vorlage der Geburtsurkunde verlangen.
§ 6
Zeitpunkt der Aufnahme
1Die Aufnahme erfolgt grundsätzlich in das erste Schuljahr. 2Ein Bewerber, dem eine Verkürzung der Ausbildungsdauer gewährt worden ist (§ 4 Abs. 4 ErgThG, § 6 Abs. 2, § 12 Abs. 2 und 3 MPhG, § 4 Abs. 4 LogG, § 7 OrthoptG), wird bei einer Verkürzung um 12 oder 24 Monate zum Beginn des zweiten bzw. dritten Schuljahres aufgenommen. 3Bei einer geringeren oder längeren Verkürzung kann er auch in ein bereits begonnenes Schuljahr aufgenommen werden, wenn der Unterrichtsbetrieb und die Erreichung des Ausbildungsziels dadurch nicht gefährdet werden; für die Dauer der Probezeit gilt § 7 Abs. 2 entsprechend.
§ 7
Probezeit
(1) 1Die endgültige Aufnahme ist abhängig vom Bestehen der Probezeit. 2In der Probezeit wird festgestellt, ob der Schüler den Anforderungen der Berufsfachschule gewachsen ist.
(2) 1Probezeit ist die erste Hälfte der Unterrichtswochen des Schuljahres. 2War der Schüler aus besonderen Gründen, insbesondere durch nachgewiesene längere Erkrankung, in seiner Leistungsfähigkeit beeinträchtigt, so kann die Probezeit längstens um bis zu drei Monate verlängert werden.
(3) 1Über das Bestehen der Probezeit und die Verlängerung der Probezeit entscheidet der Schulleiter auf der Grundlage einer Empfehlung der Klassenkonferenz. 2Die Probezeit ist nicht bestanden, wenn bei einer Gesamtwürdigung der Leistungen des Schülers nicht damit gerechnet werden kann, daß er das Ziel der Berufsfachschule erreicht.
(4) Endet nach bestandener Probezeit das Schulverhältnis, so unterliegt der Schüler bei einem Wiedereintritt erneut den Probezeitbestimmungen.
§ 8
Übertritt
1Ein Schüler, der ein Schuljahr mit Erfolg besucht hat, kann in das nächsthöhere Schuljahr einer anderen Berufsfachschule derselben Ausbildungsrichtung übertreten, wenn er im wesentlichen den gleichen Ausbildungsstand erreicht hat, den die Schüler der Jahrgangsstufe besitzen, in die er eintreten würde, und wenn sich die Ausbildungsdauer für ihn durch den Übertritt nicht verkürzt. 2Während des Schuljahres ist ein Übertritt nur aus wichtigem Grund möglich.
§ 9
Stundentafeln, Lehrpläne
(1) Für die Berufsfachschule für Ergotherapie gilt die Stundentafel nach Anlage 1 (vgl. Anlage 1 zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (Ergotherapeuten – Ausbildungs- und Prüfungsverordnung – ErgThAPrV) vom 2. August 1999 (BGBl I S. 1731) in der jeweils geltenden Fassung).
(2) 1Für die Berufsfachschule für Physiotherapie gilt die Stundentafel nach Anlage 2.1 (vgl. Anlage 1 zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten (PhysTh-APrV) vom 6. Dezember 1994, BGBl I S. 3786). 2Für die auf 18 Monate verkürzte Ausbildung nach § 12 Abs. 1 Sätze 1 und 2 MPhG gilt die Stundentafel nach Anlage 2.2 (vgl. Anlage 2 zur PhysTh-APrV). 3Bewerber, deren Ausbildung nach § 12 Abs. 1 Satz 3 MPhG auf 12 Monate verkürzt wurde, treten in das zweite Halbjahr der Ausbildung nach Satz 2 ein. 4Bei der verkürzten Ausbildung nach den Sätzen 2 und 3 gelten die für das Schuljahr getroffenen Regelungen entsprechend für das Schulhalbjahr; d.h. insbesondere
1.
daß Vorrückungsfächer alle Pflichtfächer sind, in denen im Halbjahr planmäßig mindestens 20 Stunden Unterricht erteilt wird,
2.
daß Vorrückungsentscheidungen je Halbjahr getroffen werden und
3.
daß Jahreszeugnisse am letzten Schultag jedes Halbjahres ausgestellt werden.
(3) Für die Berufsfachschule für Logopädie gilt die Stundentafel nach Anlage 3 (vgl. Anlagen 1 und 2 zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Logopäden (LogAPrO) vom 1. Oktober 1980 (BGBl I S. 1892) in der jeweils geltenden Fassung).
(4) Für die Berufsfachschule für Massage gilt die Stundentafel nach Anlage 4 (vgl. Anlage 1 zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Masseure und medizinische Bademeister (MB-APrV) vom 6. Dezember 1994, BGBl I S. 3770).
(5) Die Stundentafel für die Berufsfachschule für Orthoptik sind die Anlagen 1 und 2 zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Orthoptistinnen und Orthoptisten (OrthoptAPrV) vom 21. März 1990 (BGBl I S. 563) in ihrer jeweils gültigen Fassung (Anlage 5).
(6) Soweit das Staatsministerium nichts anderes bestimmt, können im Schuljahresdurchschnitt bis zu 80 weitere Stunden allgemeinbildender Unterricht einschließlich Datenverarbeitung oder fachlicher Unterricht erteilt werden.
(7) Im Rahmen der Stundentafel erteilen die Schulen auch berufsbezogenen allgemeinbildenden Unterricht gemäß den vom Staatsministerium erlassenen Lehrplänen.
§ 10
Praktische Ausbildung außerhalb der Berufsfachschule
(1) 1Soweit bei den Berufsfachschulen für Ergotherapie, für Physiotherapie, für Logopädie und für Massage die praktische Ausbildung in außerschulischen Einrichtungen durchgeführt wird, ist sie in der Verantwortung der Schule zu gestalten. 2Auch die Hospitationen bei der Berufsfachschule für Logopädie und die praktische Ausbildung bei der Berufsfachschule für Orthoptik in den ersten beiden Schuljahren ist durch die Berufsfachschule zu lenken. 3Die praktische Ausbildung und der sonstige Unterricht sind aufeinander abzustimmen. 4Die praktische Ausbildung gilt als ein Pflichtfach.*
(2) 1Bei der Berufsfachschule für Orthoptisten soll die praktische Ausbildung (nach Anlage 2 zu § 1 OrthoptAPrV) mit mindestens 1 400 Stunden im dritten Ausbildungsjahr durchgeführt werden. 2Sie ist insoweit als Berufspraktikum durchzuführen, durch den Schulträger als Träger der Ausbildung sicherzustellen und durch die Schule zu lenken und zu betreuen.

* [Amtl. Anm.:] vgl. § 2 Satz 2 V v. 5.9.2006, 741: Tritt für das zweite Schuljahr am 1. August 2007 und für das dritte Schuljahr am 1. August 2008 in Kraft.
§ 12
Klassen und andere Unterrichtsgruppen an öffentlichen Berufsfachschulen
(1) 1Die Zahl der Schüler in einer Klasse darf zu Beginn des Unterrichts bei bis zu zwei parallelen Klassen im Durchschnitt nicht weniger als 16, bei drei parallelen Klassen im Durchschnitt nicht weniger als 21 und bei mehr als drei parallelen Klassen im Durchschnitt nicht weniger als 24 betragen. 2Die Zahl der Schüler einer Klasse soll nicht mehr als 32 betragen. 3Abweichend von Satz 1 beträgt bei den Berufsfachschulen für Logopädie die Zahl der Schüler in einer Klasse mindestens 15.
(2) 1Nach Maßgabe näherer Bestimmungen des Staatsministeriums entscheidet die Schule nach pädagogischem Ermessen und nach den personellen, sachlichen und organisatorischen Gegebenheiten über die Teilung von Klassen in Gruppen und die Einrichtung von Unterricht in Wahlfächern. 2Der Besuch eines Wahlfachs darf während des Schuljahres nur mit Genehmigung des Schulleiters abgebrochen werden. 3Bestehen an einem Ort mehrere Schulen, für die ein Wahlunterricht gleicher Art in Betracht kommt, so kann er gemeinsam erteilt werden. 4Die Schulleiter entscheiden gemeinsam über die Verteilung des Wahlunterrichts auf die einzelnen Schulen und stellen das Einvernehmen mit dem Aufwandsträger her.
(3) 1Die Schulaufsichtsbehörde kann aus organisatorischen Gründen anordnen, daß Klassen verschiedener Ausbildungsrichtungen in Fächern mit gleichen Lehrplänen gemeinsam unterrichtet werden. 2Bei staatlichen Schulen kann die Schulaufsichtsbehörde von den in Abs. 1 festgelegten Mindeststärken aus besonderen Gründen Ausnahmen zulassen.
(4) § 1 Abs. 2 Satz 3 der Verordnung über die Zulassung zu den öffentlichen Berufsfachschulen für Logopädie (ZulLogV) vom 19. Dezember 2005 (GVBl 2006 S. 46, BayRS 2236-4-4-1-UK) bleibt unberührt.
§ 13
Stundenpläne, Unterrichtszeit
(1) Der Stundenplan wird von dem Schulleiter zu Beginn jedes Schuljahres festgelegt; die Festlegung kann auch zweimal für je ein halbes Schuljahr vorgenommen werden.
(2) 1Der Unterricht wird in der Regel an fünf Werktagen in der Woche erteilt. 2Er soll acht Unterrichtsstunden täglich und 40 Unterrichtsstunden in der Woche nicht überschreiten. 3Der Vormittagsunterricht soll in der Regel um acht Uhr beginnen.
(3) 1Eine Unterrichtsstunde sowie eine Stunde der praktischen Ausbildung dauern 45 Minuten. 2Ausreichende Pausen sind vorzusehen.
(4) Zu den grundsätzlichen Fragen des Unterrichtsbeginns, der zeitlichen Anordnung des Unterrichts sowie der Zahl und Länge der Pausen soll der Schulleiter die Lehrerkonferenz und den Schülerausschuß hören.
§ 14
Schuljahr und Ferien
(1) 1Der Schuljahresbeginn kann unter den Voraussetzungen des Art. 122 Abs. 1 Satz 1 BayEUG vom Schulträger mit Zustimmung der Regierung abweichend von Art. 5 Abs. 1 Satz 1 BayEUG festgelegt werden. 2Er muß mit dem Unterrichtsbeginn nicht übereinstimmen.
(2) 1Die Gesamtdauer der Ferien während eines Schuljahres beträgt mindestens 36 und höchstens 75 Werktage. 2Mindestens einmal im Jahr muß für jede Klasse eine zusammenhängende Ferienzeit von mindestens drei Wochen vorgesehen werden. 3Die fachpraktische Ausbildung gemäß § 10 Abs. 1 Satz 2 kann auch während der Ferien der Schule durchgeführt werden, soweit dadurch 36 Ferientage nicht unterschritten werden. 4Die Ferienzeiten legt der Schulleiter im Einvernehmen mit dem Schulträger fest; er soll dazu die Lehrerkonferenz und den Schülerausschuß hören.
§ 15
Teilnahme
(1) 1Die Schüler sind zur pünktlichen und regelmäßigen Teilnahme am Unterricht und an den sonstigen verbindlichen Schulveranstaltungen verpflichtet. 2Die durch die Teilnahme an verbindlichen Schulveranstaltungen entstehenden Auslagen müssen für alle zumutbar sein.
(2) Die Entscheidung über Durchführung und Verbindlichkeit sonstiger Schulveranstaltungen trifft unbeschadet § 38 Nr. 2 der Schulleiter.
(3) 1Während der Teilnahme an der praktischen Ausbildung in außerschulischen Einrichtungen (§ 10) haben die Schüler auch den Anordnungen derjenigen Personen Folge zu leisten, die der Schulleiter mit der Praxisbetreuung und praktischen Unterweisung beauftragt hat. 2Die Schüler unterliegen unbeschadet § 203 Abs. 3 StGB der Schweigepflicht und haben das Wohl von Patienten und anderen zu betreuenden Personen besonders zu beachten.
§ 16
Verhinderung
(1) 1Ist ein Schüler aus zwingenden Gründen verhindert, am Unterricht oder an einer sonstigen verbindlichen Schulveranstaltung teilzunehmen, so ist die Schule und gegebenenfalls die außerschulische Einrichtung unverzüglich unter Angabe des Grundes schriftlich zu verständigen. 2Der Schulleiter kann die Vorlage geeigneter Nachweise für das Vorliegen eines zwingenden Grundes verlangen.
(2) 1Bei Erkrankung von mehr als drei Unterrichtstagen kann die Schule die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen. 2Häufen sich krankheitsbedingte Schulversäumnisse oder bestehen an der Erkrankung Zweifel, so kann die Schule die Vorlage eines ärztlichen oder schulärztlichen Zeugnisses verlangen. 3Wird das Zeugnis nicht vorgelegt, so gilt das Fernbleiben als unentschuldigt.
(3) Ein ärztliches oder schulärztliches Zeugnis kann in der Regel nur dann als genügender Nachweis für die geltend gemachte Erkrankung anerkannt werden, wenn es auf Feststellungen beruht, die der Arzt während der Zeit der Erkrankung getroffen hat.
§ 17
Befreiung
(1) 1Die Befreiung vom Unterricht in Pflichtfächern ist nicht zulässig. 2Abweichend hiervon ist bei der verkürzten Ausbildung in der Physiotherapie nach § 9 Abs. 2 Sätze 2 und 3 auf Antrag vom theoretischen Unterricht zu befreien, wenn dieser in Form von Fernunterricht nach Maßgabe der Anlage 2 bzw. 3 der PhysTh-APrV erteilt wird. 3Auf Antrag ist außerdem vom Pflichtunterricht für jeweils ein Schulhalbjahr zu befreien, wenn eine entsprechende Anrechnungsbescheinigung der Regierung nach § 12 Abs. 1 Sätze 4 und 5 MPhG vorliegt. 4Von der Teilnahme an sonstigen Unterrichtsveranstaltungen kann der Schulleiter in begründeten Ausnahmefällen befreien.
(2) Über die Befreiung von einzelnen Unterrichtsstunden oder Schulveranstaltungen wegen körperlicher Beeinträchtigung entscheidet der Schulleiter, in eiligen Fällen der zuständige Lehrer.
§ 18
Beurlaubung
(1) 1Schüler können in dringenden Ausnahmefällen auf schriftlichen Antrag beurlaubt werden. 2Die Entscheidung trifft der Schulleiter.
(2) 1Den Schülern ist ausreichende Gelegenheit zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten zu geben. 2Zur Teilnahme an Einkehrtagen und Rüstzeiten können Schüler bis zu zwei Schultage im Schuljahr beurlaubt werden, wenn nicht besondere schulische Gründe entgegenstehen.
(3) (aufgehoben)
§ 19
Beendigung des Schulbesuchs
(1) Der Schüler kann entlassen werden, wenn Tatsachen eintreten oder bekannt werden, die nach Feststellung der zuständigen Regierung die Versagung der Erlaubnis nach § 2 Abs. 1 Nrn. 2 oder 3 ErgThG, § 2 Abs. 1 Nrn. 2 oder 3 MPhG, § 2 Abs. 1 Nrn. 2 oder 3 LogG oder § 2 Abs. 1 Nrn. 2 oder 3 OrthoptG rechtfertigen würden.
(2) 1Die Höchstausbildungsdauer einschließlich möglicher Unterbrechungen beträgt an den Berufsfachschulen für Ergotherapie, für Physiotherapie, für Logopädie und für Orthoptik fünf Jahre und an der Berufsfachschule für Massage vier Jahre ab dem Eintritt in das erste Schuljahr. 2Bei einer mit einer Ausbildung von Gymnastiklehrern im freien Beruf verbundenen Ausbildung in der Physiotherapie beträgt die Höchstausbildungsdauer sechs Jahre.
(3) 1Im Fall einer Verkürzung der Ausbildung auf Grund von § 4 Abs. 4 ErgThG, § 12 MPhG, § 4 Abs. 4 LogG oder § 7 OrthoptG verkürzt sich die Höchstausbildungsdauer um den entsprechenden Zeitraum. 2Im Fall einer Wiederholung der Abschlußprüfung verlängert sich die Höchstausbildungsdauer um den Zeitraum einer erforderlichen weiteren Ausbildung gemäß der Entscheidung des Prüfungsvorsitzenden (§ 9 Abs. 4 ErgThAPrV, § 7 Abs. 4 PhysTh-APrV, § 10 Abs. 4 LogAPrO, § 10 Abs. 4 MB-APrV, § 10 Abs. 4 OrthoptAPrV).
(4) Die Höchstausbildungsdauer gilt auch dann als überschritten, wenn feststeht, daß der Abschluß der Ausbildung in der Schule nicht mehr innerhalb der Höchstausbildungsdauer erreicht werden kann.
§ 20
Hausaufgaben
Um den Lehrstoff einzuüben und die Schüler zu eigener Tätigkeit anzuregen, werden Hausaufgaben gestellt, die von einem Schüler mit durchschnittlichem Leistungsvermögen in angemessener Zeit erledigt werden können.
§ 21
Nachweise des Leistungsstands
(1) 1Leistungsnachweise im Sinn von Art. 52 Abs. 1 BayEUG sind Schulaufgaben, Stegreifaufgaben, Kurzarbeiten, Berichte sowie mündliche und praktische Leistungen. 2Sie sind möglichst gleichmäßig über das Schuljahr zu verteilen.
(2) 1In allen Fächern werden in angemessenem Umfang Leistungsnachweise erhoben. 2Art und Zahl der Leistungsnachweise legt der Schulleiter im Benehmen mit der Klassenkonferenz fest, soweit nichts Näheres bestimmt ist.
(3) 1In fachtheoretischen Fächern mit bis zu 40 Jahresstunden sind im Schuljahr mindestens zwei Kurzarbeiten zu schreiben.*2In fachtheoretischen Fächern mit höherer Stundenzahl sind im Schuljahr mindestens zwei Schulaufgaben und zwei mündliche Leistungsnachweise zu erheben. 3Eine der Schulaufgaben kann durch zwei Kurzarbeiten, eine der mündlichen Leistungen kann durch eine Stegreifaufgabe ersetzt werden. 4Lerninhalte des berufsbezogenen allgemeinbildenden Unterrichts sind in angemessenem Umfang zu berücksichtigen.
(4) 1In fachpraktischen Fächern sind im Schuljahr mindestens zwei Leistungsnachweise, davon ein praktischer, zu erheben. 2In der praktischen Ausbildung ist über jeden Praxisabschnitt ein Bericht zu fertigen und pro Schuljahr sind mindestens zwei praktische Leistungsnachweise zu erheben.*

* [Amtl. Anm.:] vgl. § 2 Satz 2 V v. 5.9.2006, 741: Tritt für das zweite Schuljahr am 1. August 2007 und für das dritte Schuljahr am 1. August 2008 in Kraft.
§ 22
Schulaufgaben, Kurzarbeiten
(1) 1Schulaufgaben und Kurzarbeiten werden spätestens eine Woche vorher angekündigt. 2An einem Tag soll nicht mehr als eine Schulaufgabe gehalten werden. 3An Tagen, an denen eine Schulaufgabe gehalten wird, sollen Kurzarbeiten in der Regel nicht gehalten werden.
(2) 1Schulaufgaben können sich auf den gesamten bisher behandelten Lehrstoff beziehen. 2Kurzarbeiten erstrecken sich auf den Inhalt von höchstens sechs unmittelbar vorangegangenen Unterrichtsstunden einschließlich der Grundkenntnisse des Fachs; die Bearbeitungszeit soll nicht mehr als 30 Minuten betragen.
(3) Der Schulleiter kann nach Rücksprache mit dem Lehrer und dem Fachbetreuer der Schule eine Schulaufgabe oder Kurzarbeit für ungültig erklären und die Anfertigung einer neuen anordnen, wenn die Anforderungen nicht angemessen waren oder der Lehrstoff nicht genügend vorbereitet war.
§ 23
Stegreifaufgaben, mündliche Leistungsnachweise
(1) 1Stegreifaufgaben werden nicht angekündigt. 2Sie beschränken sich auf den Inhalt der vorangegangenen Unterrichtsstunde einschließlich der Grundkenntnisse des Fachs; die Bearbeitungszeit soll nicht mehr als 20 Minuten betragen. 3Stegreifaufgaben können in allen Fächern gehalten werden. 4Hat ein Schüler die vorangegangene Unterrichtsstunde versäumt, so entscheidet der Lehrer, ob dem Schüler die Bearbeitung zugemutet werden kann. 5 § 22 Abs. 3 gilt entsprechend.
(2) Mündliche Leistungsnachweise sind Rechenschaftsablagen und Unterrichtsbeiträge.
(3) An Tagen, an denen die Klasse eine Schulaufgabe schreibt, sollen Stegreifaufgaben in der Regel nicht gegeben werden.
§ 24
Besprechung
(1) Schulaufgaben sollen innerhalb von drei Wochen, Stegreifaufgaben und Kurzarbeiten innerhalb von zwei Wochen zurückgegeben und mit den Schülern besprochen werden.
(2) 1Schulaufgaben und Kurzarbeiten werden den Schülern auf Antrag mit nach Hause gegeben. 2Sie sind innerhalb einer Woche unverändert an die Schule zurückzugeben; andernfalls kann die Hinausgabe weiterer Leistungsnachweise des Schülers unterbleiben.
§ 25
Nachholung von Leistungsnachweisen
(1) 1Versäumt ein Schüler einen angekündigten Leistungsnachweis mit ausreichender Entschuldigung, so erhält er einen Nachtermin. 2Versäumt ein Schüler mehrere angekündigte Leistungsnachweise mit ausreichender Entschuldigung, so kann je Fach ein Nachtermin für mehrere Leistungsnachweise angesetzt werden.
(2) 1Versäumt der Schüler den Nachtermin mit ausreichender Entschuldigung, so kann eine schriftliche beziehungsweise praktische Ersatzprüfung angesetzt werden. 2Eine schriftliche Ersatzprüfung kann auch angesetzt werden, wenn in einem Fach ohne Schulaufgaben und Kurzarbeiten keine hinreichenden Leistungen durch Stegreifaufgaben vorliegen und der Schüler wegen seiner Versäumnisse nicht hinreichend beurteilt werden konnte. 3Eine mündliche Ersatzprüfung kann angesetzt werden, wenn in einem Fach mit Schulaufgaben oder Kurzarbeiten die mündlichen Leistungen des Schülers nicht beurteilt werden konnten, weil vorgesehene mündliche Leistungsnachweise wegen seiner Versäumnisse nicht erhoben werden konnten.
(3) 1Eine Ersatzprüfung kann in einem Fach nur einmal im Schulhalbjahr stattfinden. 2Sie kann sich über den gesamten bis dahin behandelten Unterrichtsstoff des Schuljahres erstrecken. 3Der Termin der Ersatzprüfung ist dem Schüler spätestens eine Woche vorher mitzuteilen. 4Mit dem Termin ist dem Schüler der Prüfungsstoff bekanntzugeben.
(4) 1Nimmt der Schüler an der Ersatzprüfung wegen Erkrankung nicht teil, so muß die Erkrankung durch ärztliches Zeugnis nachgewiesen werden. 2Die Schule kann die Vorlage eines schulärztlichen Zeugnisses verlangen.
§ 26
Bewertung der Leistungen
(1) Der Begriff „Anforderungen“ in Art. 52 Abs. 2 Satz 1 BayEUG bezieht sich auf den Umfang sowie auf die selbstständige und richtige Anwendung der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie auf die Art der Darstellung.
(2) 1Zwischennoten werden nicht erteilt. 2Erläuterungen einschließlich eventueller Notentendenzen und Schlußbemerkungen können auf den Arbeiten angebracht werden.
(3) 1Bei der Bewertung einer schriftlichen Arbeit kann die äußere Form mit berücksichtigt werden. 2Hat sich die Form auf die Benotung ausgewirkt, so ist dies in einer Bemerkung zum Ausdruck zu bringen. 3Bei schriftlichen Arbeiten sind Verstöße gegen die Sprachrichtigkeit sowie schwerere Ausdrucksmängel zu kennzeichnen, im Fach Deutsch und in den Fremdsprachen zu bewerten.
(4) Versäumt ein Schüler ohne ausreichende Entschuldigung einen angekündigten Leistungsnachweis, verweigert er eine Leistung oder gibt er die Berichte nicht termingerecht ab, so wird die Note 6 erteilt.
(5) Hat sich ein Schüler dem Leistungsnachweis oder einem Teil des Leistungsnachweises unterzogen, so können nachträglich gesundheitliche Gründe, denen zufolge die Leistung nicht gewertet werden soll, nicht anerkannt werden.
(6) 1Bedient sich der Schüler bei der Anfertigung einer zu benotenden schriftlichen oder praktischen Arbeit unerlaubter Hilfe (Unterschleif), so wird die Arbeit abgenommen und mit der Note 6 bewertet. 2Bei Versuch kann ebenso verfahren werden. 3Als Versuch gilt auch die Bereithaltung nicht zugelassener Hilfsmittel.
§ 27
Bildung der Jahresfortgangsnoten
(1) 1Die Jahresfortgangsnote eines Fachs wird aufgrund der Einzelnoten für schriftliche, mündliche und gegebenenfalls praktische Leistungsnachweise in pädagogischer Verantwortung festgesetzt. 2Die Jahresfortgangsnote der praktischen Ausbildung wird aufgrund
1.
der schriftlichen Äußerung der Ausbildungseinrichtung über Leistung und Verhalten des Schülers,
2.
der Noten für die Berichte und
3.
der Noten für die praktischen Leistungsnachweise in pädagogischer Verantwortung festgesetzt.*
(2) 1Zur Wahrung der Gleichbehandlung der Schüler kann der Schulleiter im Benehmen mit der Lehrerkonferenz Richtlinien für die Bildung der Jahresfortgangsnoten festsetzen. 2Diese haben für die Lehrer unbeschadet ihrer pädagogischen Verantwortung bindende Wirkung.

* [Amtl. Anm.:] vgl. § 2 Satz 2 V v. 5.9.2006, 741: Tritt für das zweite Schuljahr am 1. August 2007 und für das dritte Schuljahr am 1. August 2008 in Kraft.
§ 28
Entscheidung über das Vorrücken
1Die Grundlage für die Entscheidung über das Vorrücken bilden die Leistungen in den Pflichtfächern. 2Vom Vorrücken ist ausgeschlossen, wer im Jahreszeugnis in zwei Pflichtfächern die Note 5 oder in einem Pflichtfach die Note 6 oder an Stelle einer Note eine Bemerkung gemäß § 33 Abs. 2 erhalten hat, sofern nicht unter den Voraussetzungen des § 29 ein Notenausgleich zugebilligt oder des Art. 53 Abs. 6 Satz 2 BayEUG und des § 30 ein Vorrücken auf Probe gestattet wird. 3Die Entscheidung über das Vorrücken trifft unbeschadet § 33 Abs. 6 die Klassenkonferenz.*

* [Amtl. Anm.:] vgl. § 2 Satz 2 V v. 5.9.2006, 741: Tritt für das zweite Schuljahr am 1. August 2007 und für das dritte Schuljahr am 1. August 2008 in Kraft.
§ 29
Notenausgleich
(1) 1Schülern, deren Jahreszeugnis in zwei Pflichtfächern die Note 5 oder in einem Pflichtfach die Note 6 aufweist und die in keinem anderen Pflichtfach eine schlechtere Note als 4 erhalten haben, kann durch die Lehrerkonferenz Notenausgleich zugebilligt werden, wenn sie mindestens
1.
in einem Pflichtfach die Note 1,
2.
in zwei Pflichtfächern die Note 2 oder
3.
in drei Pflichtfächern die Note 3
erzielt haben. 2Noten in fachtheoretischen Fächern können nur durch Noten in anderen fachtheoretischen Fächern ausgeglichen werden; das gleiche gilt für fachpraktische Fächer.*
(2) Notenausgleich ist ausgeschlossen
1.
wenn die Note 6 oder die beiden Noten 5 in Pflichtfächern erzielt wurden, die mit dem besuchten Schuljahr abschließen,
2.
bei Schülern, die das besuchte Schuljahr bereits zum zweiten Mal ohne Erfolg (§ 28 Satz 2) besuchen,
3.
bei Schülern, deren schlechte Leistungen auf ungenügende Mitarbeit zurückzuführen sind,
4.
im Schuljahr, das der Prüfung unmittelbar vorangeht, wenn wahrscheinlich ist, daß der Schüler die staatliche Abschlußprüfung nicht besteht.
(3) Eine Bemerkung nach § 33 Abs. 2 wird bei Anwendung dieser Bestimmung der Note 6 gleichgestellt.

* [Amtl. Anm.:] vgl. § 2 Satz 2 V v. 5.9.2006, 741: Tritt für das zweite Schuljahr am 1. August 2007 und für das dritte Schuljahr am 1. August 2008 in Kraft.
§ 30
Vorrücken auf Probe
(1) Wird einem Schüler das Vorrücken auf Probe nach Art. 53 Abs. 6 Satz 2 BayEUG gestattet, so wird in das Jahreszeugnis folgende Bemerkung aufgenommen:
„Die Erlaubnis zum Vorrücken in die Jahrgangsstufe … hat er/sie auf Probe erhalten.“.
(2) 1Die Klassenkonferenz entscheidet, ob der Schüler die Probezeit bestanden hat oder zurückverwiesen wird. 2Die Probezeit endet mit dem letzten Schultag der zwölften Unterrichtswoche nach Beginn des Schuljahres; eine Verlängerung ist nicht möglich. 3Im übrigen gelten die Bestimmungen über die Probezeit gemäß § 7 entsprechend.
(3) Zurückverwiesene Schüler gelten nicht als Wiederholungsschüler.
§ 31
Verbot des Wiederholens
(1) Ist das Wiederholen nach Art. 53 Abs. 3 BayEUG nicht zulässig, so wird in das Jahreszeugnis folgende Bemerkung eingetragen:
„Der Schüler/Die Schülerin darf nach Art. 53 Abs. 3 BayEUG die Jahrgangsstufe … dieser Berufsfachschule nicht wiederholen.“.
(2) Über eine Befreiung von den Folgen des Art. 53 Abs. 3 BayEUG entscheidet die Lehrerkonferenz von Amts wegen.
(3) Werden für einen Schüler, der nach der Entscheidung der Lehrerkonferenz nicht mehr wiederholen darf, nachträglich Umstände geltend gemacht, die bei der ersten Entscheidung nicht bekannt waren, so entscheidet die Lehrerkonferenz zu Beginn des folgenden Schuljahres erneut.
§ 33
Jahreszeugnisse, Teilnahmebescheinigungen
(1) Über die erzielten Leistungen werden am letzten Unterrichtstag des Schuljahres Jahreszeugnisse ausgestellt, die dem vom Staatsministerium herausgegebenen Muster entsprechen müssen.
(2) Hat ein Schüler in einem Fach keine hinreichenden Leistungsnachweise erbracht und mit ausreichender Entschuldigung weder an Nachterminen noch an einer Ersatzprüfung teilgenommen, so wird an Stelle einer Note eine entsprechende Bemerkung mit der Folge des § 28 Satz 2 aufgenommen.
(3) 1Von Bemerkungen im Sinn des Art. 52 Abs. 3 Satz 3 BayEUG über Anlagen, Mitarbeit und Verhalten des Schülers im Jahreszeugnis kann abgesehen werden. 2Ordnungsmaßnahmen werden nur aus besonderem Anlaß erwähnt. 3Auf Wunsch des Schülers sind Tätigkeiten in der Schülermitverantwortung oder sonstige freiwillige Tätigkeiten für die Schulgemeinschaft zu vermerken.
(4) Im Jahreszeugnis jedes Schuljahres, das nicht unmittelbar der Prüfung vorangeht, muß die Entscheidung über das Vorrücken vermerkt sein.
(5) 1Das Zeugnis wird von der Klassenkonferenz festgesetzt. 2In den Fällen des Nichtvorrückens, der Gewährung von Notenausgleich oder des Vorrückens auf Probe entscheidet die Lehrerkonferenz auf Empfehlung der Klassenkonferenz. 3Gleiches gilt, wenn der Vorsitzende der Klassenkonferenz oder ein Drittel ihrer Mitglieder dies beantragt oder der Schulleiter dies aus besonderen Gründen für erforderlich hält.
(6) 1Gegen Ende des letzten Schuljahres wird gleichzeitig mit der Beschlußfassung über das Jahreszeugnis über die Erteilung der Teilnahmebescheinigung entschieden. 2Wenn die Voraussetzungen vorliegen, die nach § 27 Abs. 1 einem Vorrücken entgegenstünden, und kein Notenausgleich zugebilligt wird, kann bei den Berufsfachschulen für Ergotherapie und Logopädie die Bescheinigung über die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den vorgeschriebenen Ausbildungsveranstaltungen (§ 1 Abs. 2 ErgThAPrV, § 1 Abs. 2 LogAPrO) bzw. bei den Berufsfachschulen für Orthoptik an dem theoretischen und praktischen Unterricht (§ 4 Abs. 2 Nr. 1 OrthoptAPrV) nicht erteilt werden. 3Unter den gleichen Voraussetzungen kann bei den Berufsfachschulen für Physiotherapie und für Massage die Bescheinigung über die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen (§ 1 Abs. 4 PhysTh-APrV bzw. § 1 Abs. 3 MBAPrV) nicht erteilt werden. 4Absatz 5 Satz 2 gilt entsprechend.
(7) Die Schule kann ein Jahreszeugnis, eine Teilnahmebescheinigung oder eine Bescheinigung über die Dauer des Schulbesuchs zurückbehalten, wenn ein vom Schüler zurückzugebendes Lernmittel trotz wiederholter Mahnung weder zurückgegeben noch zu seinem Zeitwert ersetzt wird.
§ 34
Bescheinigung über die Dauer des Schulbesuchs
Verlassen Schüler während eines Schuljahres die Schule oder werden sie entlassen, so erhalten sie auf Antrag eine Bescheinigung über die Dauer des Schulbesuchs und die bis zum Ausscheiden erzielten Leistungen.
§ 36
Staatliche Prüfungen
(1) An der Berufsfachschule für Ergotherapie wird die staatliche Prüfung nach den Bestimmungen der Ergotherapeuten-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung in ihrer jeweils geltenden Fassung durchgeführt.
(2) An der Berufsfachschule für Physiotherapie wird die staatliche Prüfung nach den Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten in ihrer jeweils geltenden Fassung durchgeführt.
(3) An der Berufsfachschule für Massage wird die staatliche Prüfung nach den Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Masseure und für Masseure und medizinische Bademeister in ihrer jeweils geltenden Fassung durchgeführt.
(4) An der Berufsfachschule für Logopädie wird die staatliche Prüfung nach den Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden in ihrer jeweils geltenden Fassung durchgeführt.
(5) An der Berufsfachschule für Orthoptik wird die staatliche Prüfung nach den Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Orthoptisten in ihrer jeweils geltenden Fassung durchgeführt.
§ 36a
Abschlusszeugnis
(1) 1Wer die staatliche Prüfung am Ende des letzten Schuljahres bestanden hat, erhält ein Abschlusszeugnis. 2Schüler, die sich der Prüfung ohne Erfolg unterzogen haben, erhalten ein Jahreszeugnis, das die Jahresfortgangsnoten der Fächer des letzten Schuljahres enthält.
(2) 1Das Abschlusszeugnis enthält die Jahresfortgangsnoten der Fächer des letzten Schuljahres sowie die Jahresfortgangsnoten der Fächer, die in einem früheren Schuljahr abgeschlossen wurden. 2Die Abschlusszeugnisse müssen den vom Staatsministerium herausgegebenen Mustern entsprechen.
(3) Über das Abschlusszeugnis und über das Jahreszeugnis gemäß Abs. 1 Satz 2 beschließt die Lehrerkonferenz.
(4) Eine allgemeine Beurteilung nach Art. 54 Abs. 4 Satz 3 BayEUG wird nicht aufgenommen.
§ 36b
Mittlerer Schulabschluss
1Das Abschlusszeugnis verleiht in Verbindung mit dem Zeugnis über die staatliche Prüfung in der jeweiligen Ausbildungsrichtung den mittleren Schulabschluss, wenn in den Pflichtfächern eine Durchschnittsnote von mindestens 2,50 erzielt wurde und befriedigende Kenntnisse in Englisch nachgewiesen werden. 2Diese Berechtigung wird in das Abschlusszeugnis aufgenommen. 3Schüler, die bereits einen mittleren Schulabschluss (Art. 25 BayEUG) besitzen, und Hochschulzugangsberechtigte können auf die Eintragung durch Antrag verzichten. 4Die geforderten Englischkenntnisse werden nachgewiesen durch die Note „befriedigend“ in diesem Fach
1.
im Abschlusszeugnis einer Hauptschule (erfolgreicher oder qualifizierender Hauptschulabschluss) oder
2.
im Jahreszeugnis der Jahrgangsstufe 9 oder 10 eines Gymnasiums (Englisch als erste Fremdsprache), einer Realschule, einer Wirtschaftsschule oder einer Schule besonderer Art oder
3.
im Zeugnis über den Nachweis erforderlicher Englischkenntnisse für den mittleren Schulabschluss der Berufsschule und Berufsfachschule und für den qualifizierten beruflichen Bildungsabschluss (§ 41 Abs. 5 der Volksschulordnung) oder
4.
im Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder Berufsfachschule im Pflichtfach oder Wahlfach; dem Abschlusszeugnis der Berufsfachschule steht das Jahreszeugnis des letzten Schuljahres der Berufsfachschule gleich.
5Schüler, die die geforderten Englischkenntnisse erst nach Abschluss der Ausbildung nachweisen, erhalten auf Antrag ein Zeugnis über den mittleren Schulabschluss, das dem vom Staatsministerium herausgegebenem Muster entsprechen muss.
§ 37
Schulleiter
(1) 1Der Schulleiter erfüllt die ihm durch Rechts- und Verwaltungsvorschriften sowie durch Weisungen der Schulaufsichtsbehörden übertragenen Aufgaben. 2Er führt die Verwaltungsgeschäfte, sorgt für die Sicherheit im Bereich der Schulanlage und übt das Hausrecht in der Schulanlage aus. 3Der Schulleiter erläßt unter Mitwirkung der Personalvertretung und des Aufwandsträgers eine Hausordnung.
(2) Soweit keine andere Zuständigkeit festgelegt ist, entscheidet in Angelegenheiten dieser Schulordnung der Schulleiter.
§ 38
Aufgaben der Lehrerkonferenz
Die Lehrerkonferenz beschließt im Rahmen ihrer Aufgaben nach Art. 58 Abs. 3 und 4 BayEUG auch über
1.
Beschwerden von grundsätzlicher Bedeutung gegen allgemeine Unterrichts- und Erziehungsmaßnahmen der Schule mit Ausnahme von Aufsichtsbeschwerden gegen die Schule und von Dienstaufsichtsbeschwerden,
2.
Veranstaltungen, die die gesamte Schule betreffen.
§ 39
Sitzungen
(1) 1Die Sitzungen der Lehrerkonferenz sind nicht öffentlich. 2Sie sind außerhalb der regelmäßigen Unterrichtszeit durchzuführen.
(2) 1Die Lehrerkonferenz kann beschließen, daß bei der Beratung einzelner Tagesordnungspunkte Klassensprecher, Schülersprecher, Vertreter von Behörden und Kirchen sowie der Schularzt Gelegenheit zur Äußerung erhalten. 2 Art. 62 Abs. 5 Satz 3 Halbsatz 2 BayEUG bleibt unberührt.
§ 40
Einberufung
(1) Der Schulleiter beruft die Lehrerkonferenz bei Bedarf, mindestens jedoch zweimal im Schuljahr, ein.
(2) Die Lehrerkonferenz muß innerhalb von 14 Tagen einberufen werden, wenn mindestens ein Viertel der Mitgleider oder die Schulaufsichtsbehörde unter Angabe der zu beratenden Gegenstände dies verlangt.
(3) 1Der Vorsitzende hat Ort, Zeit und Tagesordnung der Sitzung den Mitgliedern mindestens eine Woche vor Beginn schriftlich bekanntzugeben. vor Beginn schriftlich bekanntzugeben. 2Die schriftliche Bekanntgabe kann durch Aushang in der an der Schule üblichen Weise erfolgen. 3In dringenden Fällen ist der Vorsitzende an die Frist nicht gebunden.
§ 41
Teilnahmepflicht
(1) 1Die Mitglieder der Lehrerkonferenz sind verpflichtet, an den Sitzungen teilzunehmen. 2Mit weniger als der Hälfte der Unterrichtspflichtzeit beschäftigte Lehrer sind hierzu nur in dem Umfang verpflichtet, in dem ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem von ihnen erteilten Unterricht besteht.
(2) Der Vorsitzende kann in Ausnahmefällen von der Teilnahme an einzelnen Sitzungen befreien.
§ 42
Tagesordnung
(1) Der Vorsitzende setzt die Tagesordnung fest.
(2) 1Jedes Mitglied kann die Behandlung zusätzlicher Tagesordnungspunkte beantragen. 2Widerspricht ein Drittel der Mitglieder der Behandlung eines zusätzlichen Tagesordnungspunkts, so ist die Angelegenheit auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu setzen.
§ 43
Beschlußfähigkeit
(1) Die Lehrerkonferenz ist beschlußfähig, wenn sämtliche Mitglieder ordnungsgemäß geladen sind und die Mehrheit der zur Teilnahme verpflichteten Mitglieder anwesend ist.
(2) 1Wird die Lehrerkonferenz zum zweitenmal zur Behandlung desselben Gegenstands zusammengerufen, so ist sie insoweit ohne Rücksicht auf die Zahl der Erschienenen Beschlußfähig. 2Bei der zweiten Einladung muß auf diese Bestimmung hingewiesen werden.
(3) In Entlassungs- und Ausschlußverfahren richtet sich die Beschlußfähigkeit nach Art. 87 Abs. 1 Satz 2 und Art. 88 Abs. 1 Satz 3 BayEUG.
§ 44
Stimmberechtigung
(1) Stimmberechtigt sind alle Mitglieder der Lehrerkonferenz.
(2) 1Ein Mitglied darf an der Beratung und Abstimmung nicht teilnehmen, wenn der Beschluß ihm selbst, seinem Ehegatten, einem Verwandten oder Verschwägerten bis zum dritten Grad oder einer von ihm kraft Gesetzes oder Vollmacht vertretenen natürlichen oder juristischen Person einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil bringen kann. 2Ob diese Voraussetzungen vorliegen, entscheidet die Lehrerkonferenz ohne Mitwirkung des Betroffenen.
§ 45
Beschlußfassung
(1) 1Jeder anwesende stimmberechtigte Lehrer ist bei Abstimmungen zur Stimmabgabe verpflichtet. 2Dies gilt nicht für nach § 64 Abs. 2 BayEUG von der Abstimmung ausgeschlossene Lehrer und für nach Art. 86 Abs. 8 Satz 2 BayEUG eingeschaltete Lehrer.
(2) 1Beschlüsse werden in offener Abstimmung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefaßt; in Entlassungs- und Ausschlußverfahren richtet sich die Beschlußfassung nach Art. 87 Abs. 1 Satz 1 und Art. 88 Abs. 1 Satz 2 BayEUG. 2Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag.
§ 46
Niederschrift
(1) 1Über jede Sitzung ist eine Niederschrift anzufertigen. 2Der Vorsitzende bestimmt den Schriftführer.
(2) Die Niederschrift muß Datum, Beginn und Ende der Sitzung, die Namen der Anwesenden, die behandelten Gegenstände und das Abstimmungsergebnis, bei wichtigen Entscheidungen ferner die maßgebenden Gründe enthalten.
(3) 1Die Niederschrift ist vom Vorsitzenden und vom Schriftführer zu unterzeichnen und zu Beginn der nächsten Sitzung zu genehmigen. 2Einsprüche gegen die Niederschrift sind zu vermerken.
(4) 1Die Mitglieder der Lehrerkonferenz haben das Recht, die Niederschrift einzusehen. 2Die Niederschrift ist zehn Jahre aufzubewahren.
§ 47
Klassenkonferenz
Für die Sitzungen der Klassenkonferenz gelten § 39 Abs. 1, §§ 41 und 42 Abs. 1, § 43 Abs. 1 und 2 und §§ 44 bis 46 entsprechend.
§ 48
Allgemeines
(1) 1Die Aufgaben und Rechte der Schülermitverantwortung (SMV) erstrecken sich auf Angelegenheiten der Schüler in der praktischen Ausbildung nur insoweit, als die Schule dafür Verantwortung trägt und als das Wohl der Patienten und anderer zu betreuender Personen und die Schweigepflicht nicht entgegenstehen.
(2) 1Zur Durchführung einzelner Aufgaben der SMV gebildete Arbeitsgruppen müssen allen Schülern offenstehen. 2Die Arbeitsgruppen dürfen keine einseitigen politischen oder weltanschaulichen Ziele verfolgen. 3Jede Arbeitsgruppe soll einen beratenden Lehrer wählen.
(3) 1Die Durchführung einer Veranstaltung und die Bildung einer Arbeitsgruppe sind unter Angabe des Zwecks, der Beteiligten und der Leitung dem Schulleiter rechtzeitig anzuzeigen. 2Dieser soll die erforderlichen Räume und Einrichtungen der Schule zur Verfügung stellen.
(4) 1Die Verbreitung schriftlicher Mitteilungen im Rahmen der SMV an die Schüler ist nur dem Schülerausschuß gestattet. 2Sie bedarf der Genehmigung des Schulleiters.
(5) 1Veranstaltungen im Rahmen der SMV unterliegen der Aufsicht der Schule. 2Wenn der Schulleiter einen Schüler mit der Sicherstellung des geordneten Ablaufs einer Veranstaltung betraut, haben die Teilnehmer die Anordnungen dieses Schülers zu befolgen.
(6) Ein Mitglied der Schülervertretung scheidet bei Verlust der Wählbarkeitsvoraussetzungen, bei schriftlichem Verlangen seiner Erziehungsberechtigten und bei Rücktritt aus seinem Amt aus.
§ 49
Klassensprecher, Klassensprecherversammlung
(1) 1Der Klassensprecher und sein Stellvertreter werden jeweils für ein Schuljahr gewählt. 2Wahlleiter ist der Klassenleiter.
(2) 1Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhält. 2Wird die Mehrheit im ersten Wahlgang nicht erreicht, so findet eine Stichwahl unter den beiden Bewerbern mit den höchsten Stimmenzahlen statt. 3Bei Stimmengleichheit in der Stichwahl entscheidet das Los.
(3) 1Scheidet ein Klassensprecher oder ein Stellvertreter aus seinem Amt aus, so findet für den Rest des Schuljahres eine Neuwahl statt. 2Gleiches gilt, wenn mindestens zwei Drittel der Wahlberechtigten eine Neuwahl verlangen.
(4) 1Die Klassensprecherversammlung tritt bei Bedarf zusammen. 2Der Antrag ist rechtzeitig unter Beifügung der Tagesordnung vom Schülersprecher beim Schulleiter zu stellen. 3Die Klassensprecherversammlungen sind so zu legen, daß Klassensprecher, die sich im fachpraktischen Übungsbereich befinden, an den Versammlungen teilnehmen können, ohne daß die fachpraktischen Übungen unterbrochen werden müssen.
§ 50
Schülersprecher, Schülerausschuß
(1) 1Die Schülersprecher werden jeweils für ein Schuljahr von den Klassensprechern und ihren Stellvertretern schriftlich und geheim in getrennten Wahlgängen gewählt. 2Wahlleiter ist der Schulleiter oder ein von ihm beauftragter Lehrer.
(2) 1Die Wahl findet innerhalb von zwei Wochen nach der Wahl der Klassensprecher statt. 2Die Gültigkeit der Wahl setzt die Anwesenheit von mindestens zwei Dritteln der Wahlberechtigten voraus. 3 § 49 Abs. 2 gilt entsprechend. 4(aufgehoben)
(3) Die drei Schülersprecher sollen nach Möglichkeit aus verschiedenen Klassen und mehreren Jahrgangsstufen sein.
(4) 1Scheidet ein Schülersprecher aus seinem Amt aus, so findet für den Rest des Schuljahres eine Neuwahl statt. 2Gleiches gilt, wenn mindestens zwei Drittel der Wahlberechtigten eine Neuwahl verlangen.
(5) Für Besprechungen des Schülerausschusses gilt § 49 Abs. 4 Satz 3 entsprechend.
§ 51
Geschäftsordnung
1Die Klassensprecherversammlung und der Schülerauschuß können sich jeweils eine Geschäftsordnung geben. 2Diese bedarf der Genehmigung des Schulleiters und ist in der Schule bekanntzugeben.
§ 52
Finanzierung und finanzielle Abwicklung von Veranstaltungen der SMV
(1) 1Die notwendigen Kosten der SMV trägt der Aufwandsträger im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. 2Aufwendungen der SMV können ferner durch Zuwendungen Dritter oder durch Einnahmen aus Veranstaltungen finanziert werden.
(2) Finanzielle Zuwendungen an die Schule für Zwecke der SMV dürfen nur entgegengenommen werden, wenn sie nicht mit Bedingungen verknüpft sind, die der Aufgabe der SMV widersprechen.
(3) 1Über die aus Zuwendungen Dritter sowie die aus Veranstaltungen zur Verfügung stehenden Einnahmen und deren Verwendung ist ein Nachweis zu führen. 2In dem Nachweis sind alle Einzahlungen und Auszahlungen einzeln und getrennt voneinander darzustellen und zu belegen. 3Die Verwaltung der Gelder und die Führung des Nachweises obliegen dem Schülerausschuß gemeinsam mit einem Lehrer. 4Die Schule kann ein Konto einrichten, das ein Schülersprecher und ein Lehrer gemeinsam verwalten; der Schulleiter erteilt diesen insoweit eine Gesamtzeichnungsbefugnis. 5Die Verwaltung der Gelder einschließlich der Kontenführung unterliegt der jederzeit möglichen Prüfung durch den Schulleiter oder einen von ihm beauftragten Lehrer im Benehmen mit der Klassensprecherversammlung. 6Im Schuljahr findet mindestens eine Prüfung statt.
§ 54
Abschluß von Rechtsgeschäften
(1) 1Soweit im Rahmen von Veranstaltungen der SMV Handlungen notwendig werden, die Verpflichtungen rechtsgeschäftlicher Art mit sich bringen, bedarf der handelnde Schüler zum Abschluß des Rechtsgeschäfts der schriftlichen Vollmacht durch den Schulleiter oder einen von diesem beauftragten Lehrer. 2Dies gilt für Rechtsgeschäfte im Zusammenhang mit der Vorbereitung einer Schülerzeitung nur insoweit, als die Arbeitsgruppe nicht über Geldmittel in der erforderlichen Höhe verfügt.
(2) Klassensprecher und Schülersprecher dürfen ihre Funktionsbezeichnung nur im Rahmen ihrer schulischen Arbeit verwenden.

Abschnitt II Elternvertretung (vgl. Art. 122 i. V. m. Art. 64 BayEUG)

§ 55
Elternvertretung
An den Berufsfachschulen für Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Massage und Orthoptik wird eine Elternvertretung nicht eingerichtet.
§ 56
Veranstaltungen nicht zur Schule gehöriger Personen, Informationsbesuche
(1) 1Veranstaltungen (z.B. Vorträge, Lichtbild- und Filmvorführungen, Theateraufführungen) nicht zur Schule gehöriger Personen in der Schule bedürfen der Genehmigung des Schulleiters. 2Die Genehmigung kann erteilt werden, wenn der Veranstaltung eine unterrichtliche oder erzieherische Bedeutung zukommt. 3Mit der Genehmigung ist die Veranstaltung zur verbindlichen oder nicht verbindlichen schulischen Veranstaltung zu erklären. 4Sätze 1 bis 3 gelten für den von der Schule durchgeführten Besuch solcher Veranstaltungen außerhalb der Schulanlage entsprechend.
(2) 1Informationsbesuche nicht zur Schule gehöriger Personen im Unterricht sind nicht zulässig. 2Über Ausnahmen entscheidet der Schulleiter.
§ 57
Sammlungen
(1) 1In der Schule sind Sammlungen für außerschulische Zwecke und die Aufforderung an die Schüler, sich an Sammlungen in der Öffentlichkeit zu beteiligen, unzulässig. 2Ausnahmen kann der Schulleiter genehmigen. 3Unterrichtszeit darf für Sammlungstätigkeiten nicht verwendet werden.
(2) 1Spenden der Schüler oder Schülereltern für schulische Zwecke dürfen von Schulleitern und Lehrern nicht angeregt werden. 2Soweit solche Spenden durch Schüler oder Schülereltern selbst veranlaßt werden, ist eine Einflußnahme durch die Schule zu vermeiden.
(3) 1Wird durch erhebliche Zuwendungen Dritter die Schule bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt oder die Herstellung oder Anschaffung für Erziehung und Unterricht förderlicher Gegenstände ermöglicht, so kann auf Antrag des Dritten hierauf in geeigneter Weise hingewiesen werden. 2Unzulässig ist eine über die Nennung des Zuwenders, der Art und des Umfangs der Zuwendung hinausgehende Produktwerbung. 3Die Entscheidung trifft der Schulleiter nach Anhörung des Schülerausschusses.
§ 58
Pausenverkauf, Sammelbestellungen
(1) 1Während der Pausen ist der Verkauf von einfachen Speisen und alkoholfreien Getränken erlaubt. 2Die Einzelheiten regelt der Schulleiter. 3Die Aufstellung von Warenautomaten in der Schulanlage setzt voraus, daß der Aufwandsträger mit der Aufstellerfirma einen jederzeit kündbaren Mietvertrag abschließt, in dem ein Verzicht auf Schadensersatzansprüche gegen den Freistaat Bayern und seine Bediensteten enthalten ist, und daß der Schulleiter unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs zustimmt.
(2) Sammelbestellungen sind nur zulässig, wenn besondere schulische Gründe sie erfordern.
§ 59
Druckschriften, Plakate
(1) 1Druckschriften dürfen in der Schulanlage an die Schüler nur verteilt werden, wenn sie für Erziehung und Unterricht förderlich sind und keine kommerzielle oder politische Werbung enthalten. 2Über die Verteilung entscheidet der Schulleiter. 3Die Vorschriften über die Berufsberatung in den Schulen bleiben unberührt.
(2) 1Plakate, die sich an Schüler wenden, dürfen ausgehängt werden, wenn sie auf Veranstaltungen hinweisen oder sich auf Gegenstände beziehen, die für Erziehung und Unterricht förderlich sind. 2Die Genehmigung erteilt der Schulleiter.
§ 60
Bild-, Film-, Fernseh- und Tonaufnahmen
(1) 1Bild-, Film-, Fernseh- und Tonaufnahmen in der Schule sind, soweit sie nicht zum Unterricht gehören, nur nach Zustimmung des Schulleiters zulässig. 2Die Zustimmung setzt voraus
1.
bei Bild-, Film- und Fernsehaufnahmen in der Schulanlage das schriftliche Einverständnis des Schulträgers,
2.
für die Mitwirkung minderjähriger Schüler das schriftliche Einverständnis der Erziehungsberechtigten, die über das Vorhaben zu unterrichten sind.
3Satz 2 gilt nicht für Aufnahmen von Klassenbildern und Bildern von besonderen schulischen Veranstaltungen.
(2) Die Beteiligung der Lehrer und Schüler ist freiwillig.
§ 61
Erhebungen
(1) 1Erhebungen einschließlich Umfragen und wissenschaftlicher Untersuchungen sind in den Schulen nur nach Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde zulässig. 2Bezieht sich die Erhebung auch auf Schulen, die der unmittelbaren Schulaufsicht des Staatsministeriums unterstehen, oder auch auf Schulen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Schulaufsichtsbehörde, trifft die Entscheidung das Staatsministerium.
(2) 1Die Genehmigung kann erteilt werden, wenn an der Erhebung ein erhebliches pädagogisch-wissenschaftliches Interesse anzuerkennen ist und sich die Belastung der Schule in zumutbarem Rahmen hält. 2Sie kann mit Auflagen und Bedingungen verbunden werden. 3Durch Auflagen ist insbesondere sicherzustellen, daß
1.
aus der Erhebung keine Rückschlüsse auf einzelne Schüler, Erziehungsberechtigte oder Lehrer gezogen werden können und die Anonymität der Betroffenen gewahrt bleibt,
2.
die Erhebung außerhalb der Unterrichtszeit durchgeführt wird, es sei denn, daß der Zweck der Erhebung ihre Verlegung in die Unterrichtszeit gebietet.
4Mit der Genehmigung wird festgelegt, ob Schüler und Lehrer zur Mitwirkung bei der Erhebung verpflichtet sind oder ob die Erhebung auf freiwilliger Grundlage nur nach Zustimmung der Betroffenen durchgeführt werden darf.
(3) Keiner Genehmigung bedürfen Erhebungen der Schulaufsichtsbehörden, des Landesamts für Statistik und im Rahmen seiner Aufgaben des jeweiligen Schulträgers.

Neunter Teil Folgen von Pflichtverletzungen

§ 62
Verfehlungen während der fachpraktischen Ausbildung
1Wird einem Schüler wegen Verletzung seiner Pflichten aus Art. 56 Abs. 4 BayEUG oder § 15 Abs. 3 die Fortsetzung der fachpraktischen Ausbildung verweigert, so hat dieser keinen Anspruch, an einer anderen Stelle ausgebildet zu werden. 2Unabhängig davon können Ordnungsmaßnahmen und Sicherungsmaßnahmen gemäß den Art. 86 und 87 BayEUG getroffen werden.
§ 64
Schulaufsicht
(1) Soweit diese Verordnung Zuständigkeiten festlegt, bleibt das Weisungsrecht der Schulaufsichtsbehörden unberührt.
(2) Das Staatsministerium oder die von ihm beauftragte Stelle kann von einzelnen Bestimmungen dieser Verordnung Ausnahmen gewähren, wenn die Anwendung der Bestimmung im Einzelfall zu einer unbilligen Härte führen würde und die Abweichung auch unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung unbedenklich erscheint.
(3) 1Staatsministerium im Sinn dieser Verordnung ist das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. 2Schulaufsichtsbehörde im Sinn dieser Verordnung ist die örtlich zuständige Regierung.
§ 65
Haftpflichtversicherung
1Für die Schüler ist für die Zeit der fachpraktischen Ausbildung in außerschulischen Einrichtungen vom Schulträger eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, soweit nicht bereits auf Grund anderer Rechtsvorschriften eine mindestens gleichwertige Versicherung besteht. 2Die Schüler sind verpflichtet, die Beiträge für die Haftpflichtversicherung innerhalb eines Monats nach Unterrichtsbeginn, bei späterem Eintritt innerhalb eines Monats nach dem Eintritt in die Schule, zu entrichten.
§ 66
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(1) 1Diese Verordnung tritt am 1. April 1993 in Kraft. 2Abweichend hiervon treten die §§ 27, 28, 29, 30, 31 und 33 an jeder Schule zu Beginn des Schuljahres in Kraft, das nach dem 31. März 1993 begonnen wird.
(2) 1Gleichzeitig treten alle Vorschriften außer Kraft, die dieser Verordnung entgegenstehen oder entsprechen. 2Insbesondere treten mit dem allgemeinen Inkrafttreten dieser Verordnung außer Kraft
1.
die Verordnung über ergänzende Bestimmungen zur Allgemeinen Schulordnung für Berufsfachschulen für Krankengymnastik (EBASchOBFS Krankengymnastik) vom 12. Juni 1980 (KMBl I S. 488, BayRS 2236-4-1-4-K),
2.
die Verordnung über ergänzende Bestimmungen zur Allgemeinen Schulordnung für Berufsfachschulen für Massage (EBASchOBFS Massage) vom 26. Januar 1981 (KMBl I S. 134, BayRS 2236-4-1-5-K).
München, den 18. Januar 1993
Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst
Hans Zehetmair, Staatsminister
Anlage 1
Stundentafel für die Berufsfachschule für Ergotherapie
Pflichtfächer
1. Schuljahr
2. Schuljahr
3. Schuljahr
Gesamtstunden
Theoretischer Unterricht




Berufs- und Staatskunde
40
0
20
60
Fachenglisch
40
0
0
40
Deutsch und Dokumentation
60
0
0
60
Gesundheitslehre und Hygiene
40
0
0
40
Biologie, Anatomie und Physiologie
180
0
20
200
Krankheitslehre und Arbeitsmedizin
160
140
80
380
Arzneimittellehre
0
20
0
20
Psychologie und Pädagogik
160
60
40
260
Medizinsoziologie und Gerontologie
60
0
20
80
Grundlagen der Ergotherapie
120
0
20
140
Prävention und Rehabilitation
0
40
0
40
Ergotherapeutische Verfahren (Fachtheorie)

40
80
80
200
Summe theoretischer Unterricht


900
340
280
1520
Fachpraktischer Unterricht




Ergotherapeutische Verfahren
80
160
60
300
Adaptierende Verfahren
0
40
0
40
Handwerkliche und gestalterische Techniken
340
120
80
540
Spiele, Hilfsmittel und technische Medien
140
60
0
200
Erste Hilfe

20
0
0
20
Summe fachpraktischer Unterricht
580
380
140
1100
Zur Verteilung auf obige Fächer




80
Summe theoretischer und fachpraktischer Unterricht





2700
Praktische Ausbildung 1)





im psychosozialen Bereich
0


425
im motorisch-funktionellen, neurophysiologischen oder neuropsychologischen Bereich
0


425
im arbeitstherapeutischen Bereich
0


425
Ergotherapeutische Arbeit mit Kindern oder Jugendlichen, mit Erwachsenen und mit älteren Menschen

0


425
Summe praktische Ausbildung

0
850 2)
850 2)
1 700
Gesamtstundenzahl der Ausbildung
1 480
1 570
1 270
4 400

1) [Amtl. Anm.:] Jeweils mit Kindern oder Jugendlichen, mit Erwachsenen und mit älteren Menschen.
2) [Amtl. Anm.:] Die Verteilung der Stundenzahl der praktischen Ausbildung auf die Bereiche liegt in der Verantwortung der Schule.
Anlage 2
aufgehoben
Anlage 2.1
Stundentafel für die Berufsfachschule für Physiotherapie
Fächer
1. Schuljahr
2. Schuljahr
3. Schuljahr
Gesamtstunden
Theoretischer Unterricht









Berufs- und Staatskunde
40
40
Anatomie und Physiologie
240
80
60
380
Krankheitslehre und Hygiene
120
180
120
420
Angewandte Physik
40
40
Sozialwissenschaften
40
20
60
Prävention und Rehabilitation
40
40
Trainings- und Bewegungslehre
60
40
100
Physikalische Therapie (Fachtheorie)
60
60
Physiotherapeutische Anwendungen (Fachtheorie)
40
40
40
120










Fachpraktischer Unterricht









Erste Hilfe
40
40
Bewegungserziehung
40
40
40
120
Krankengymnastische Behandlungstechniken
360
140
500
Physikalische Therapie
60
60
Physiotherapeutische Anwendungen
40
300
240
580
Befunderhebung
100
100
Massagetherapie
120
40
160





Zur Verteilung auf obige Fächer
20
20
40
801)
Summe theoretischer und fachpraktischer Unterricht
1 420
940
540
2 900










Praktische Ausbildung









Chirurgie



240
Innere Medizin



240
Orthopädie



240
Neurologie



240
Pädiatrie



160
Psychiatrie



80
Gynäkologie



80





Zur Verteilung auf obige Fachgebiete



240
Sonstige Einrichtungen



80





Summe praktische Ausbildung

1202)
5202)
9602)
1 600
Gesamtstundenzahl der Ausbildung
1 500
1 500
1 500
4 500

1) [Amtl. Anm.:] Dem Lehrplan ist zu entnehmen, welchen Fächern der Lernbereich „Sprache und Schrifttum“ jeweils zugeordnet ist.
2) [Amtl. Anm.:] Die Verteilung der Stundenzahlen der praktischen Ausbildung auf die Fachgebiete und die Schuljahre liegt in der Verantwortung der Schule; die praktische Ausbildung erfolgt erst ab dem zweiten Halbjahr des ersten Schuljahres.
Anlage 2.2
Stundentafel für die Berufsfachschule für Physiotherapie – verkürzte Ausbildung nach § 9 Abs. 2 Sätze 2 und 3
Fächer
1. Halbjahr
2. Halbjahr
3. Halbjahr
Stunden gesamt
Anatomie und Physiologie
50
50
100
Spezielle Krankheitslehre
30
30
60
Angewandte Physik
20
20
Befunderhebung
20
25
25
70
Trainings- und Bewegungslehre
100
100
Physiotherapeutische Anwendungen (Fachtheorie)
60
60
120
Bewegungserziehung
25
25
50
Krankengymnastische Behandlungstechniken
100
200
200
500
Physiotherapeutische Anwendungen
190
190
380
Summe theoretischer und fachpraktischer Unterricht
240
580
580
1 400
Summe praktische Ausbildung
460
120
120
700
Gesamtstundenzahl der Ausbildung
700
700
700
2 100
Anlage 3
Stundentafel für die Berufsfachschule für Logopädie
Pflichtfächer
1. Schuljahr
2. Schuljahr
3. Schuljahr
Gesamtstunden
Theoretischer Unterricht




Berufs- und Staatskunde
40
0
20
60
Anatomie, Physiologie und Pathologie
120
0
0
120
Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde
60
0
0
60
Pädiatrie1)
60
20
0
80
Neurologie und Psychatrie2)
80
40
20
140
Kieferorthopädie und Kieferchirurgie
20
0
0
20
Phoniatrie
40
40
40
120
Audiologie und Akustik3)
60
0
20
80
Logopädie
180
220
80
480
Phonetik/Linguistik
60
0
20
80
Psychologie4)
40
40
40
120
Soziologie
0
40
0
40
Pädagogik und Sonderpädagogik
40
60
40
140





Summe theoretischer Unterricht
800
460
280
1 540










Fachpraktischer Unterricht




Stimmbildung und Sprecherziehung,
100
100
0
200
Praxis der Logopädie5)6)
200
540
780
1 520
Praxis der Fachgebiete
60
80
100
240





Summe fachpraktischer Unterricht
360
720
880
1 960










Summe theoretischer und fachpraktischer Unterricht
1 160
1 180
1 160
3 500





Hospitationen6)
180
160
0
340





Gesamtstundenzahl der Ausbildung
1 340
1 340
1 160
3 840

1) [Amtl. Anm.:] Einschließlich Neuropädiatrie
2) [Amtl. Anm.:] Einschließlich Kinder- und Jugendpsychiatrie, Aphasiologie
3) [Amtl. Anm.:] Einschließlich Pädaudiologie sowie Elektro- und Hörgeräteakustik
4) [Amtl. Anm.:] Einschließlich Klinischer Psychologie
5) [Amtl. Anm.:] Praktische Ausbildung am Patienten
6) [Amtl. Anm.:] Die angegebenen Stundenzahlen sind Empfehlungen; die Verteilung der Stunden liegt in der Verantwortung der Schule.
Anlage 4
Stundentafel für die Berufsfachschule für Massage
Fächer
1. Schuljahr
2. Schuljahr
Stunden gesamt
Theoretischer Unterricht







Deutsch
40
40
Berufs- und Staatskunde
40
40
Anatomie und Physiologie
200
140
340
Krankheitslehre und Hygiene
200
220
420
Sozialwissenschaften
20
40
60
Prävention und Rehabilitation
40
40
Klassische Massagetherapie (Fachtheorie)
80
80
Reflexzonentherapie (Fachtheorie)
40
40
Sonderformen der Massagetherapie (Fachtheorie)
40
40
80
Bewegungstherapie (Fachtheorie)
60
60
Elektro-, Licht- und Strahlentherapie (Fachtheorie)
40
40
80
Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie (Fachtheorie)
40
40
80








Fachpraktischer Unterricht







Erste Hilfe
40
40
Klassische Massagetherapie
160
60
220
Reflexzonentherapie
40
80
120
Sonderformen der Massagetherapie
40
80
120
Bewegungstherapie
60
80
140
Elektro-, Licht- und Strahlentherapie
40
40
80
Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie
40
40
80
Befunderhebung
40
40
80




Zur Verteilung auf obige Fächer
10
10




Summe theoretischer und fachpraktischer Unterricht
1 260
990
2 250








Praktische Ausbildung







Klassische Massagetherapie



Reflexzonentherapie



Sonderformen der Massagetherapie



Übungsbehandlungen



Elektro-, Licht- und Strahlentherapie



Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie







Summe praktische Ausbildung
3001)
5001)
800




Gesamtstundenzahl der Ausbildung
1 540
1 490
3 030

1) [Amtl. Anm.:] Die Verteilung der Stundenzahlen der praktischen Ausbildung auf die Fachgebiete liegt in der Verantwortung der einzelnen Schule.
Anlage 5 Auszug aus den Anlagen 1 und 2 zu § 1 OrthoptAPrV

Theoretischer und praktischer Unterricht

Stunden
1.
Allgemeine Anatomie und Physiologie

100
2.
Spezielle Anatomie und Physiologie
180
3.
Allgemeine Krankheitslehre, Kinderheilkunde
60
4.
Arzneimittel
40
5.
Allgemeine Augenheilkunde
150
6.
Neuroophthalmologie
100
7.
Orthoptik und Pleoptik
400
8.
Augenbewegungsstörungen
250
9.
Physik, Optik, Brillenlehre
200
10.
Hygiene
60
11.
Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde
60
12.
Zur Verteilung auf obige Fächer
100




Praktische Ausbildung


1.
Anamnese- und Befunderhebung, Dokumentation


2.
Therapieplanung und –durchführung

3.
Neuroophthalmologie (einschließlich Perimetrie)

4.
Gesprächsführung und Beratung

5.
Anwendung und Pflege orthoptischer und pleoptischer Geräte

6.
Fotografie

7.
Betreuung von Sehbehinderten und Kontaktlinsenträgern



Mindeststunden
2 800